CLOPPENBURG - Seit 20 Jahren codiert und registriert die Polizeiinspektion (PI) Cloppenburg/Vechta Fahrräder. Kriminalhauptkommissarin Renate Meyer und Kriminaloberkommissar August Boklage verwenden einen Großteil ihrer Arbeitszeit auf das Thema „Fahrraddiebstahl“.
Im Jahr 2009 wurden im Bereich der PI 2298 Fahrräder gestohlen. Das sind circa fünf Prozent aller Straftaten. Bei einem durchschnittlichen Wert von 300 Euro pro Rad entstand eine Schadenssumme von 689 400 Euro. Oft würden Fahrräder nur schlecht oder gar nicht gesichert, hieß es. Hinzu käme eine großzügige Schadensregulierung durch die Versicherungen.
„Wenn auch heute fast jedes Fahrrad mit einer Rahmennummer ausgestattet ist, ist es manchmal nicht einfach, sie zu finden“, sagt Boklage. Mittlerweile sind die Nummern an unterschiedlichen Stellen angebracht. Zum Teil seien sie schlecht lesbar, weil die Hersteller sie nicht tief genug eingeschlagen habe, oder der Lack zu dick aufgetragen worden sei, so Boklage weiter.
Die Polizeibeamten versuchten, durch Kontakte mit den Herstellerfirmen in diesen Bereichen Verbesserungen zu erreichen. „Leider ist das nicht immer ganz einfach“, sagt Meyer.
Ein Beispiel seien die neuen und teuren Elektrofahrräder, bei denen die Rahmennummer unter der Motorabdeckung eingeschlagen werde. „Wir raten allen Besitzern von Elektrofahrrädern trotzdem dringend, diese bei der Polizei zu registrieren zu lassen“, so Boklage.
Grundsätzlich sei es von großem Vorteil für die Polizei, wenn viele Fahrradbesitzer zur Registrierung kämen. „Wir müssen auf die Leute zu gehen.“ In den Landkreisen Cloppenburg und Vechta sind bereits 38 000 Fahrräder registriert.
„Leider spielen die Versicherungen noch nicht so mit“: Die beiden Polizeibeamten würden es befürworten, wenn die Versicherungen beim Abschluss einer entsprechenden Police auf eine Registrierung Wert legen würden.
Gelobt wurde von der Polizei dagegen die gute Zusammenarbeit mit den meisten Fahrradhändlern. Beim Kauf eines Fahrrades wird durch den Händler ein Fahrradpass ausgestellt, der anschließend zur Polizei weitergeleitet wird, damit die richtige Registrierung vorgenommen kann. Falls ein Fahrradbesitzer sein registriertes Fahrrad verschenke oder weiterverkaufe, reiche eine kurze Mitteilung an die Polizei, so Boklage.
