CLOPPENBURG - Die Erarbeitung eines Integrationskonzeptes für Cloppenburg hat jetzt die Stadtverwaltung angeregt. Dr. Rita Stein-Redent, Geschäftsführerin des an der Universität Vechta angesiedelten „Zentrums für den deutsch-russischen Wissenstransfer“, stellte am Dienstag im Ausschuss für Familie, Soziales, Jugend, Sport, Kultur und Markt ein entsprechendes Konzept vor. Wie berichtet, soll das Zentrum nach dem Umbau des ehemaligen Cloppenburger Finanzamtes an der Bahnhofstraße angesiedelt werden.
In der Hauptsache drehten sich Stein-Redents Ausführungen um die Integration von jugendlichen Spätaussiedlern. Diese lasse sich am besten über die zahlreich vorhandenen hiesigen Sportvereine erreichen, so die Wissenschaftlerin. Basierend auf dieser Annahme will das Zentrum drei Befragungen in Cloppenburg starten: Unter Jugendlichen, die bereits Mitglied in einem Sportverein sind, unter denjenigen, die keinem Sportverein angehören und im Sportverein selbst.
„Dieses Konzept kommt 15 Jahre zu spät“, erklärte SPD-Ratsherr Peter Hackmann. Die Integration jugendlicher Spätaussiedler über die Sportvereine sei bereits weitestgehend abgeschlossen.
Zustimmung erntete er von Yilmaz Mutlu (FDP): Die Integration von jugendlichen Aussiedlern sei bereits „fortschrittlich“, nun müsse der Blick auf Migranten beispielsweise aus dem Nahen Osten oder dem Irak gelenkt werden.
Die Integration von jugendlichen Aussiedlern sei überhaupt nicht gelöst, sagte Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU). Das zeigten die zahlreich eingehenden Beschwerden im öffentlichen Raum. Das einzige, was bislang bei der Integration von Aussiedlern geholfen habe, sei – so Wiese weiter – das Wohnortzuweisungsgesetz gewesen. Deshalb müssten auch künftig Migrationsprozesse begleitet werden.
Auch Ratsherr Harry Blank (CDU) – selbst Aussiedler – sprach von einer mangelnden Integration. So seien in einer achten Klasse an der Haupt- und Realschule Leharstraße 23 von 25 Schülern Jugendliche mit Migrationshintergrund.
