CLOPPENBURG - Rund 5000 Menschen haben am Sonntag die fünfte Auflage des „Tages des Ostfriesischen und Alt-Oldenburger Pferdes“ im Museumsdorf Cloppenburg besucht. Immer wieder mussten sie Platz machen für Kutschen, die von den herrlichen alten Rassen gezogen wurden.

Alle zwei Jahre lockt diese Veranstaltung die Besucher an. Nach Auskunft von Moderator Bernt Strenge gibt es im Zuchtverband 200 Stuten und 20 Hengste. Mit 1000 Ostfriesischen und Alt-Oldenburger Pferden rechnet Strenge. „Die Rasse ist Opfer eines Verdrängungsprozesses geworden“, so der Pferdefachmann.

In dem 50er und 60er Jahren gehörten die Pferde zum Alltagsleben in der Landwirtschaft. Vollblutpferde und Araber bekamen in den folgenden Jahren die Oberhand.

Die „schweren Warmblüter“ werden heute überwiegend für Kutschfahrten und für den Fahrsport benutzt. Aber auch Dressur und Reitsport gewinnen immer mehr Zulauf bei der ostfriesischen Rasse.

Auch bei der Pferdestaffel der Polizei in Hannover gibt seit einigen Monaten ein Tier aus der alten Zucht. „Das Pferd zeigt eine große Gelassenheit im Einsatz“, berichtete ein Polizeibeamter der Reiterstaffel, der mit einem Kollegen die Pferde vorführte.

Im Bereich des veranstaltenden Zuchtverbands gibt es an die 120 Züchter. „Jährlich werden 80 Fohlen geboren“, sagte Ulrike Struck, Zuchtleiterin bei der Landwirtschaftskammer Hannover. 1988 wurde eine Neugründung des Zuchtverbandes vorgenommen. Die Rasse gibt es schon seit 1715. In diesem Jahr fand die erste Körung statt. Gerd Gauger beschäftigt sich intensiv mit der Rasse und hat ein Buch zu diesem Thema herausgebracht.

Für die Besucher gab es ein umfangreiches Programm. Neben Kutschfahrten durch das Museumsdorf und Vorführungen der Reiterstaffel der Polizei wurden landwirtschaftliche Arbeiten mit Pferden wie Pflügen oder Eggen gezeigt. Dressur-Vorführungen und Kutschenpräsentationen rundeten das interessante Programm ab.