CLOPPENBURG - Die städtische Jugendpflege soll mit einer halben Stelle gestärkt werden. Das hat der Verwaltungsausschuss (VA) am Montag während seiner Haushaltsberatungen im Rathaus beschlossen. Wie berichtet, schieben die beiden städtischen Sozialarbeiter Thorsten Meyer und Daniela Weinert rund 500 Überstunden vor sich her – als Konsequenz daraus hatte die Verwaltung unter anderem für 2012 die alle zwei Jahre stattfindende Kinder- und Jugendmesse „Jokus“ abgesagt. Außerdem wurden die Sommerfreizeit und das Pfingstzeltlager gestrichen, das Ferienpassangebot und Gruppenleiterausbildungen gekürzt. Ob nun die neue halbe Stelle von einer Verwaltungskraft oder von einem Sozialpädagogen besetzt wird, steht noch nicht fest. Auch eine Rücknahme der „Jokus“-Absage sowie der verschiedenen Streichungen und Kürzungen ist momentan alles andere als sicher.
Zuletzt hatte die UWG die Verwaltung bezüglich der personellen Ausstattung im Jugendhilfebereich kritisiert. Die Rote Schule müsse – so UWG-Pressesprecher Thorsten Persigla – mit weniger Leuten auskommen als bei ihrer Eröffnung vor 17 Jahren. Von drei Sozialarbeitern seien zwei übrig geblieben.
Darüber hinaus bemängelten die Unabhängigen, dass Cloppenburg inzwischen auf eine offene Arbeit für Jugendliche verzichte, die keiner Gruppe oder keinem Verein angehören (wollen). Das offene Jugendcafé wurde 2005 geschlossen. Seitdem konzentriert sich der städtische Jugendtreff auf die präventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Außerdem wird die Arbeit von Vereinen und Verbänden unterstützt.
Nach Meinung der Unabhängigen ist das für Cloppenburg aber „längst nicht mehr ausreichend“. Es sei „schon paradox“ – so UWG-Sprecher Persigla – das „Barßel inzwischen in der offenen Jugend(treff)arbeit deutlich besser aufgestellt ist als die Kreisstadt“.
Überraschend ist auch die Finanzierung des geplanten Kulturbahnhofs wieder ins Wanken geraten. Während sich der Fachausschuss bei seiner jüngsten Sitzung auf Antrag der SPD, UWG und Grünen noch für einen städtischen Zuschuss von 1,1 Millionen Euro ausgesprochen hatte, fand dieses Ansinnen im VA keine Mehrheit. Spannend wird es nun, wie sich der Rat bei seiner Sitzung am 27. Februar, 16 Uhr, entscheidet.
Völlig verhärtet sind die Fronten auch im Hinblick auf die Realisierung einer Leichtathletik-Anlage im Stadion. Der Antrag von SPD, UWG und Grünen auf Bau einer Anlage der Typen B oder C fand im VA genau wie Fachausschuss keine Mehrheit. Auch in dieser Frage hat der Rat das letzte Wort – eine Prognose zum Ausgang der Abstimmung zu stellen, fällt in Anbetracht der neuen Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat äußerst schwer.
