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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Cloppenburg

Referenten rufen zur mehr Mitmenschlichkeit auf

25.10.2019

Cloppenburg Schöner, schlanker, schlauer: Die wenigsten Menschen sind heutzutage mit sich selbst zufrieden. Selbstoptimierung ist zum Trend geworden. Aber was passiert, wenn man aufgrund einer Behinderung – sei sie körperlich oder psychisch – der vermeintlich geltenden Norm nicht entspricht? Über das Thema „Vielfalt Leben! Anderssein trotz Optimierungswahn?“ haben sich am Mittwochabend sechs Referenten in der Kunsthalle Gedanken gemacht.

Zu ihnen zählen das Stadtratsmitglied Jutta Klaus (UWG), der pädagogische Direktor der Katholischen Akademie Stapelfeld (KAS) Dr. Martin Feltes, der geistliche KAS-Direktor Pfarrer Dr. Marc Röbel, Gert Stuke (Präsident der Industrie- und Handelskammer Oldenburg), die Cloppenburger Psychologin Dr. Martina Weiler-Berges und als Vertreter für Menschen mit Assistenzbedarf Carsten Frank.

Besonders Frank gelang es, die zahlreich erschienenen Zuhörer mit seiner Geschichte zu beeindrucken. Offen und eindrücklich sprach er über seine psychische Erkrankung und wie er es trotzdem schafft, jeden Morgen zur Arbeit zu gehen und das Leben zu meistern. „Ich wünsche mir Liebe, Anerkennung und Teilhabe. Ich will dazugehören und brauche einen Platz in Ihrer Mitte. Wir müssen einen Raum kreieren, in dem Vielfalt gelebt wird.“

Auch Klaus plädierte dafür, alle Menschen so anzunehmen, wie sie sind. „Man sieht bei Menschen mit Behinderungen oft, was sie nicht können. Aber wenn ein Mathegenie Probleme hat, sich in einem Einkaufsladen zurechtzufinden, finden wir das lustig. Eigentlich sind wir alle in gewisser Weise behindert. Es gibt immer etwas, dass wir gut oder nicht gut können.“ Um auf echter Augenhöhe miteinander zu leben, müssten alle zusammengehören. Deshalb begrüßt Klaus, dass seit 2018 inklusiver Unterricht an allen Cloppenburger Schulen möglich ist.

Pfarrer Dr. Marc Röbel und Dr. Martin Feltes beleuchteten das Thema „Anderssein trotz Optimierungswahn“ aus literarischer und künstlerischer Sicht. Während Pfarrer Röbel auf das Buch „Der behinderte Gott“ von Nancy L. Eiesland einging, sprach Feltes über das Bild „Francisco Lezcano“, gemalt von Diego Velázquez.

Das Bild zeigt einen kleinwüchsigen Menschen, dargestellt in natürlicher Umgebung – etwas, das sonst nur Herrschern vorbehalten war. Feltes gefällt, dass der Maler dadurch ein „ehrliches Gemälde geschaffen“ hat.

Während IHK-Präsident Stuke die Fördermaßnahmen vorstellte, mit der die IHK Betroffene und Unternehmen unterstützt, referierte Psychologin Weiler-Berges über Selbstoptimierung durch Einnahme bewusstseinssteigernder Medikamente. Sie warf die Frage auf, inwieweit Menschen Risiken wie Suchterkrankungen oder Psychosen für gute Leistungen im Job auf sich nehmen wollen.

„Viele meiner Freunde sind schon tot, weil sie die Diskriminierung nicht ertragen haben“, sagte Frank zum Abschluss. Er als Betroffener hofft deshalb auf mehr Räume für Toleranz.

Svenja Gabriel-Jürgens Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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