Cloppenburg - So spannend wie auf Landesebene ist es im Wahlkreis Cloppenburg-Süd nicht gewesen. Entspannt war Clemens gr. Macke bei seiner Stimmabgabe bei „Kathmann“ in Essen-Addrup dennoch nicht.

Clemens gr. Macke: „Ich freue mich, das ist auch ein Ergebnis der Gemeindeverbände“, kommentierte der CDU-Direktkandidat sein Wahlergebnis von rund 69 Prozent. Damit konnte gr. Macke das Niveau der Wahl vor fünf Jahren halten. Im kritischen Cloppenburg errang gr. Macke mehr als 61 Prozentpunkte. „Damit bin ich sehr zufrieden“, sagte der CDU-Politiker, der mit Parteifreunden im „Essener“ in Essen auf das Ergebnis anstieß. „Wir haben die drängenden Themen nicht ausgespart, das haben die Wähler honoriert.“

Über den Verlust von fast neun Prozent der Zweitstimmen für die Partei herrschte aber bei gr. Macke Rätselraten. Ein Teil der Zweitstimmen sei sicherlich zur FDP hinübergegangen, um die Fortführung der schwarz-gelben Koalition in Hannover zu ermöglichen.

In der kommenden Legislaturperiode gelte es, die Probleme wie die Krankenhauskrise oder Werkverträge anzugehen. Zudem will gr. Macke den Fokus auf die Bereiche Öffentlicher Personennahverkehr und Forschung und Entwicklung legen.

Adem Ortac: „Die SPD hat im Kreis Cloppenburg – genauso wie im ganzen Land – ein erfreuliches Ergebnis erzielt. Wir haben die Früchte unserer Arbeit der vergangenen Wochen ernten können.“ Die Zweitstimmen-Leihkampagne zu Gunsten der FDP sei – so Ortac weiter – auch im Kreis Cloppenburg voll zum Tragen gekommen. Von den Verlusten der CDU habe die SPD nicht profitieren können, weil „hier in der Region kein CDU-Wähler zu einem SPD-Wähler wird.“.

Willy Schnieders: „Ich bin sehr stolz auf unser Ergebnis“, kommentierte der FDP-Direktkandidat das Zweitstimmen-Wahlergebnis. „Wir haben gute Arbeit geleistet.“ Auf die Frage, ob das gute Ergebnis vor allem in einer Zweitstimmen-Kampagne der Christdemokraten begründet sein könnte, antwortet Schnieders: „Vor allem haben die Wähler entschieden und das freut uns.“ Die Liberalen stießen in Huckelrieden beim FDP-Kreisvorsitzenden Peter Friedhoff auf das Wahlergebnis an. Mit seinem Erststimmenergebnis von rund 3,9 Prozent konnte Schnieders aber nicht zufrieden sein. Nun gelte es, neue auch jüngere Mitglieder zu werben, um die FDP im Kreis stark zu machen. Insofern sei der Wahlkampf nicht müßig gewesen.

Michael Jäger: „Dass sich das Ergebnis der Grünen im Landkreis Cloppenburg mehr als verdoppelt hat, freut uns sehr. Es zeigt, dass sich die Debatte um Ulf Dunkel nicht so ausgewirkt hat, wie andere uns das vorausgesagt haben.“ Auch die Ergebnis in den Landgemeinden seien ermutigend, zeigten sie doch, dass immer mehr Wähler eine Landwirtschaftspolitik nach dem Motto „Wachse oder weiche“ nicht mehr wollten.

Dieter Beuse (Zentrum): Wir haben mit den angekündigten Prozent der Erststimmen für mich als Einzelbewerber die Messlatte sehr hoch gelegt. Ich bin mit zwei Prozent in der Stadt Cloppenburg für mich nicht unzufrieden. Wir sind erst spät in den Wahlkampf eingestiegen, weil wir auch nur einen kleinen Wahlkampf-Etat hatten.

Katharina Wienken (Piraten) und Michael von Klitzing (Die Linke) waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland