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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

39 Stolpersteine für Cloppenburg

24.08.2010

CLOPPENBURG „Das Vergessenwollen verlängert das Exil, das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.“ Diese Weisheit aus dem Alten Testament liegt der so genannten Stolperstein-Aktion des Kölner Künstlers Gunter Demnig zugrunde, die er 1992 ins Leben gerufen hat. Bei dieser Aktion werden zur Erinnerung an die Opfer der Nazidiktatur „Stolpersteine“ vor Häusern verlegt, in denen früher jüdische Bürger gewohnt haben. Damit werden sie symbolisch in ihre alte Nachbarschaft zurückgeholt.

In mehr als 500 Orten in Deutschland und mehreren europäischen Ländern sind bislang mehr als 22 000 solcher „Steine“ verlegt worden. Den Begriff „Stolperstein“ versteht Demnig in übertragenem Sinn: „Man stolpert nicht mit den Füßen, sondern mit Kopf und Herz.“

Bildtafel zusammengestellt

Am 8. November 2010 kommt Demnig auch nach Cloppenburg, um 39 Steine, die mit Gedenktafeln aus Messing versehen sind, vor neun ehemaligen jüdischen Wohnhäusern in die Bürgersteige einzulassen. Die Schulen, die alljährlich reihum die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht gestalten, haben sich mit dem Schicksal je einer Familie befasst und deren Biografie auf einer Bildtafel zusammengestellt. Sie werden Demnig auf seinem Weg durch die Stadt begleiten und jeweils „ihre“ Familie vorstellen.

Ingrid Imsiecke, die Demnigs Denk-Stein-Arbeit als überzeugende Form heutiger Erinnerungskultur schätzt, übernimmt die Kosten für die 39 gestalteten Stolpersteine.

Ausstellungseröffnung

Auf eine besondere Überraschung dürfen sich die Bürger der Stadt freuen: Mehr als ein Dutzend jüdischer Bürger, teils in Cloppenburg geboren, teils Nachfahren zwangsemigrierter Mitbewohner, werden Anfang November in der Stadt sein – unter ihnen Hilde und Ruth Simon, die 1939 nach England emigriert sind. Sie werden am Sonntag, 7. November, bei zwei Ausstellungseröffnungen („Abgestempelt“ – antisemitische Postkarten und Bildtafeln mit den Biografien jüdischer Cloppenburger Familien) im Rathaus empfangen; am Montag, 8. November, begeben sie sich mit dem Kölner Künstler, den Cloppenburger Schülern und hoffentlich zahlreichen Bürgern zu den Stätten früherer Zuhause.

Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit im Oldenburger Münsterland, auf deren Initiative die Cloppenburger Stolperstein-Aktion zurückgeht, bedankt sich schon jetzt bei zwei Sponsoren, die sich den Großteil der Reise- und Unterbringungskosten für die Gäste in erster Linie aus Amerika teilen: Die Stadt Cloppenburg und der Lions Club Cloppenburg.

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