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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

JUBILÄUM: 850-Jahr-Feier: Drei tolle Tage in Cappeln

06.07.2009

CAPPELN Ihr 850-jähriges Bestehen hat am Wochenende die Gemeinde Cappeln gefeiert. Hoch zu Ross startete am Sonntag der Festumzug im Ort. Mit Pferd und Wagen ebnete der Reit- und Fahrverein in historischen Gewändern den Weg durch Cappeln und machte die knapp drei Kilometer lange Strecke frei – nach dem Streifenwagen der Cappelner Polizei. Traumhaftes Wetter und ausgelassene Stimmung im Festzug, aber auch an den Straßenrändern taten ein Übriges, um dem Jubiläum den passenden Rahmen zu geben.

Insgesamt machten sich 42 Gruppen auf die historische Reise unter dem Motto „Cappeln früher und heute“. Und mit dem Früher, dem Jahr 1159, kam nach den Reitern und Bürgermeister Reinhold Grote (CDU), der den Bundestagsabgeordneten Franz-Josef Holzenkamp (CDU) an seiner Seite hatte, der Wagen des Heimatvereins Cappeln. Dessen Vorsitzender Manfred Plog übernahm die Rolle des Bischofs von Osnabrück. Vor ihm standen die Bittsteller aus dem kleinen Ort, der zwar eine Kapelle hatte, aber noch zu der Pfarre Emstek gehörte. Sie forderten für Cappeln die Befreiung von Emstek und das Recht, sich ihren eigenen Pfarrer zu wählen.

Weiter hinten im Zug, der von fünf Musikvereinen und zahlreichen Chören musikalisch getragen wurde, demonstrierten Landarbeiterinnen, Bauern, Handwerker und weitere Gruppen den rund 8000 Zuschauern, wie schwer die Arbeit in der Vergangenheit gewesen sein musste.

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Der Sonnabendnachmittag gehörte den Kindern. Rund 50 von ihnen ließen sich von „Heiner, dem Rockmusiker“ zum Mitsingen auf die Bühne holen. Abends ging es mit dem Freibieranstich durch den Bürgermeister mit der Feier für alle weiter. Der Musikverein Harmonie Cappeln, dessen Jugendorchester und die Jugendblaskapelle Elsten-Warnstedt gestalteten einen Konzertabend vom Feinsten. Für Tanzmusik bis nach Mitternacht sorgte die Band „Union Four“ im Festzelt.

Mit Kaffee und Kuchen gingen am Sonntag nach dem Festumzug drei tolle Tage für Cappeln zu Ende.

Festredner Funke stellt Cappelner auf die Seite der „Widerborstigen“

Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein hat Minister a.D. Karl-Heinz Funke den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Cappeln ins Stammbuch geschrieben. Der Vareler hielt am Freitagabend beim offiziellen Festakt vor rund 500 geladenen Gästen die Festrede zum Auftakt der 850-Jahr-Feierlichkeiten der Gemeinde. Darin machte der ehemalige Landwirtschaftsminister eine Zeitreise in die Geschichte Cappelns, beginnend mit dem Jahr der Loslösung 1159 aus der Pfarre Emstek zur eigenständigen Gemeinde und dem Erstreiten des Wahlrechtes auf den eigenen Pfarrer beim Bischof von Osnabrück. Die Cappelner hätten schon immer auf der Seite der „Widerborstigen, der Aufständischen“ gestanden. Ob während der Bauernbefreiung, der Franzosen und des Kreuzkampfes: Die Bürger Cappelns setzten sich immer für ihre Gemeinde ein. So auch zur Gebietsreform 1971. Mit „Cappeln muss Cappeln bleiben“ widersetzte sich die Gemeinde dem Aufteilen auf die Nachbargemeinden. Cappeln habe damals nicht dem Leitbild

entsprochen, so Funke, da es weniger als 5000 Einwohner gehabt habe. Dynamik und Entwicklung habe man seinerzeit nicht sehen wollen. „Heute sind Sie jenseits des Leitbildes angekommen“, rief Funke Cappelns Bürgermeister Reinhold Grote (CDU) zu.

Landrat Hans Eveslage (CDU) verwies auf Tatkraft, Fleiß und Ausdauer der Bürgerinnen und Bürger, die ihre Gemeinde aufbauten und weiterentwickelten. Ursprünglich gehörte Cappeln zum Amt Vechta. Dem Amt Cloppenburg, dem Vorläufer des heutigen Landkreises sei Cappeln erst 1803 zugeordnet worden. „In Vechta wird man sich heute noch darüber ärgern.“

Der Vorsitzende des Kreisverbandes Cloppenburg des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Rainer Rauch, sprach von dem Weg Cappelns, der sich von der Loslösung von Emstek 1159 bis heute gelohnt habe. Im Namen aller Gemeinden des Kreises übergab Rauch Grote eine Glasstele mit allen Wappen des Landkreises.

Bei Pfarrer Ludger Brock schwang trotz des Jubiläums, das auch das Jubiläum der katholischen Kirchengemeinde Sankt Peter und Paul ist, ein wenig Traurigkeit mit. Denn nach 850 Jahren wird die Kirchengemeinde zum 1. Advent aufgelöst und fusioniert mit Schwichteler, Elsten und Sevelten.

Weitere Grußworte überbrachten der Bürgermeister der Partnergemeinde Langenstein (Sachsen-Anhalt), Holger Werkmeister, und der evangelische Pfarrer Christian Egts. Den musikalischen Teil des Abends, der vom Heimatvereinsvorsitzenden Manfred Plog moderiert wurde, richteten vier Chöre aus der Gemeinde Cappeln aus.

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