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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Auf den Spuren der Oma radeln

25.10.2018

Altenoythe Wenn sie an ihre Großmutter denkt, kommt ihr zuallererst eine Frau in den Sinn, die immer auf dem Fahrrad unterwegs war. „Ich bin diejenige von uns Enkeln, die das von Oma mit ins Blut gekriegt hat“, lacht Edith Kreye. Auch sie ist immer auf dem Fahrrad anzutreffen. Als Gästeführerin für das Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre möchte die Altenoy­therin eine thematische Fahrradtour erarbeiten, in deren Zentrum ihre Großmutter stehen soll. Diese, Katharina Scheibe (1899-1997), war zwischen 1925 und 1973 in Altenoythe als Hebamme eingesetzt. Im Einsatz war sie bei Tag und Nacht – immer auf dem Fahrrad. „Geburten wurden damals größtenteils von den Hebammen abgewickelt. Ein Arzt wurde nur dann gerufen, wenn es Probleme gab“, erzählt Edith Kreye.

Anekdoten gesucht

In mehr als 40 Jahren wurde Katharina Scheibe zu unzähligen Hausgeburten gerufen, hat zahlreiche Frauen und Familien betreut – und dabei Kilometer um Kilometer auf dem Rad abgestrampelt. Edith Kreye möchte ihre Radtour am Alltag ihrer Großmutter orientieren. Doch dafür benötigt sie Unterstützung aus der Bevölkerung. Zwar erinnert sie sich selbst an die ein oder andere Anekdote aus dem Leben ihrer Großmutter – etwa, dass stets ein Elternteil zuhause bleiben musste, falls die Oma zu einer Geburt gerufen wurde. Oder wie ihre Großmutter erzählte, dass sie oftmals das Geld für die Geburt eines Kindes – Familien mussten dies früher direkt an die Hebamme bezahlen – erst bei der Geburt des nächsten Kindes erhalten habe.

Auch weiß sie noch, dass ihre Oma sehr bestimmend war, sich aber stets um die Frauen gekümmert hat. „Zu vielen hatte sie ein inniges, fast mütterliches Verhältnis“, weiß Edith Kreye. Jüngst erzählte ihr eine Schulfreundin, wie die Hebamme bei der Geburt des kleinen Bruders zwei Frauen gleichzeitig betreute und zwischen den beiden Wohnstätten hin- und herradelte. Am Ende ging alles gut: Beide Kinder kamen am selben Tag zur Welt – gesund und munter.

Edith Kreye ist sich sicher, dass Altenoyther Bürgerinnen und Bürger ihr noch mehr über ihre Großmutter erzählen können und freut sich über jeden Hinweis: „Was war besonders an Oma? Was hat sie ausgezeichnet? Gibt es alte Fotos? Ich weiß vieles nur aus Erzählungen. Und ich muss ja wissen, ob das stimmt.“

Historische Fakten

Auch wenn Edith Kreye sich leidenschaftlich gern mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinandersetzt, soll die Themenradtour nicht nur auf persönlichen Anekdoten basieren. Die Teilnehmer der Tour sollen später auch Wissenswertes über „alles, was so dranhängt an einer Geburt“ erfahren. Deshalb recherchiert sie derzeit historische Fakten zum Hebammenalltag Anfang bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Kirche, Standesamt und Hebammenschule sollen genauso thematisiert werden wie die Rolle von Krankenhäusern und der Familie bei Geburten. Waren Männer früher bei der Geburt ihrer Kinder dabei? Seit wann entbinden Frauen vermehrt im Krankenhaus anstatt zuhause? Galten Frauen nach der Geburt tatsächlich als „unrein“ und durften die Kirche nicht besuchen? Fragen, denen Edith Kreye derzeit nachgeht.

„Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Tour vom Haus meiner Oma irgendwo hinführt, wo ein Kind geboren wurde, um zu sehen, welche Strecken sie auf dem Rad zurücklegen musste – Tag für Tag, Nacht für Nacht, Monat für Monat, Jahr für Jahr“, verrät Edith Kreye. Noch steht sie am Anfang der Planungen für ihre Thementour. Im besten Falle möchte die Gästeführerin sie aber bereits im kommenden Sommer anbieten. Wer Edith Kreye bei ihrer Recherche unterstützen kann und etwas über das Wirken von Katharina Scheibe weiß, melde sich bitte telefonisch unter 04491/1582.

Nathalie Meng Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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