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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Begegnungen voller Emotionen

21.03.2014

Bösel /Dippoldiswalde Die ersten Wochen nach dem Fall der Mauer im November 1989 bis zu den Unterschriften unter die Partnerschafts-Urkunde zwischen Dippoldiswalde und Bösel am 6. September 1990 waren voller Emotionen. Mancher Böseler hat in „Dipps“ tiefe Empfindungen gehabt und zehrt auch heute noch von den Erlebnissen. Viele Menschen fanden zueinander. Die Erinnerungen und das Leben prägende Erfahrungen sind der Wert der Partnerschaft. Im kommenden Jahr feiert die Partnerschaft zwischen Bösel und Dippoldiswalde ihr 25-jähriges Bestehen.

Bösel ausgezeichnet

Es war im Wendejahr nicht immer ausgemacht, mit Dippoldiswalde eine Partnerschaft einzugehen. Im November 1989 bevölkerten Hunderte Trabis die Grenzstadt Duderstadt. Bösel wurde in der Stadthalle als „familienfreundliche Gemeinde“ ausgezeichnet; die Big Band Bösel spielte auf. Viele zog es bewegt an die nahe innerdeutsche Grenze. „Da sollte es doch möglich sein, für die nächsten Euro-Musiktage eine Gruppe aus der DDR zu verpflichten“, meinte damals Bandleader Erwin Höffmann. Aus Bulgarien, Ungarn, der CSSR und aus Polen waren schon Musiker nach Bösel gekommen, nur aus dem östlichen Teil Deutschlands noch nicht. In Duderstadt wurde Kontakt mit einem Doppel-Quartett aus Eisleben geknüpft.

Fahrradtour nach „Dipps“ geplant

Anlässlich des Jubiläums 25 Jahre Partnerschaft mit Dippoldiswalde in Sachsen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge will die Gemeinde Bösel im kommenden Jahr eine offizielle Fahrradtour für die Gemeindemitglieder nach Dippoldiswalde zur Jubiläumsfeier anbieten.

Zur Vorbereitung wird Bürgermeister Hermann Block mit Lebensgefährtin Andrea Eilers die Tour bereits in diesem Sommer mit dem Rad abfahren.

So kamen acht junge kirchlich engagierte Musiker drei Tage vor dem Heiligen Abend 1989 ganz spät in der Nacht in Bösel an. Das Begegnungsfest mit dem Gemischten Chor Bösel wurde mit einem emotional aufgewühlten damaligen Landrat Alfons Schewe, der den erkrankten Böseler Bürgermeister vertrat, zu einem Abend der Tränen. Deutsche aus Ost und West hatten sich mehr als eine Generation lang nicht mehr ohne zwingende Regeln begegnen dürfen. Schon Anfang Januar 1990 stand der Gegenbesuch in Thüringen an. Weil manche damals noch zweifelten, wurden nachts Transparente „Nie wieder SED“ über die Fernstraße gespannt.

Von Eisleben aus wurde Kontakt mit Dippoldiswalde aufgenommen. Dresden war hier bekannt. Wenige Jahre zuvor hatten Böseler Chormitglieder Dresden besucht und über die Pracht des Zwingers, der Gemälde und der goldenen Sammlungen des Sachsenkönigs gestaunt. Auch der Musikschuldirektor in Leinefelde wollte einen Austausch mit Bösel. Es gab kaum Möglichkeiten, über Telefon Verbindung aufzunehmen. Gespräche mussten angemeldet werden und kamen dann Stunden später zustande.

Nach einem Besuch in Leinefelde gab es die Auswahl: Leinefelde im katholischen Eichsfeld, das traditionelle Eisleben – Luthers Geburts- und Sterbestadt – und eben das zwar weit entfernte, aber touristisch lukrative Osterzgebirge. „Morgen früh um 10 Uhr könnten wir uns treffen“, meldete sich Bürgermeister Dietmar Hasler fernmündlich im leicht sächsischen Dialekt am Telefon in Eisleben.

Empfang im Neuen Forum

Nach Gesprächen im Rathaus folgte abends der Empfang beim Neuen Forum. Aus allen gesellschaftlichen Schichten – viele Handwerker, einige Geistliche, auch Sicherheitskräfte – kamen die Vertreter. Eine große Abordnung wartete im Bahnhotel. Über vier Stunden wurden Meinungen ausgetauscht: Staunen über heute Selbstverständliches. Die Gegend galt in der DDR als „Tal der Ahnungslosen“, weil die Antennen des Westfernsehens nicht so weit reichten (jetzt gab es aber Hunderte Schüsseln). Durch diese Gegend hatten die Russen die Panzer gegen den Aufstand in Prag geschickt.

Am Freitag stürmten die ersten Jugendlichen und Vertreter des Neuen Forums das Stasi-Gebäude in Dipps. Bürgermeister Hasler, sein SED-Mann, kam mit der Neuigkeit, dass eine Dippser Abordnung am 19. Januar nach Bösel reisen wolle. „Das ist ja schon in zwölf Tagen“. Und keiner in Bösel weiß Bescheid …

Wie es weiterging, lesen Sie im zweiten Teil.

Weitere Nachrichten:

Stadthalle | Big Band Bösel | SED | Stasi | Verkehrsbetriebe

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