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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

„Ensemble 1648“ verzaubert Publikum in Basilika

22.08.2018

Bethen Im Rahmen des diesjährigen Cloppenburger Kultursommers gastierte jetzt das „Ensemble 1684“ unter Leitung von Gregor Meyer aus Leipzig in der Bether Marienbasilika. Insider ahnten schon, dass eine herausragende musikalische Darbietung zu erwarten sei. Das überaus zahlreich erschienene Publikum erlebte dann auch ein Programm mit vorbachscher Musik in vollendeter Wiedergabe.

Das „Ensemble 1684“ widmet sich insbesondere dem Werk von Johann Rosenmüller, einem wichtigen Vertreter neben Sebastian Knüpfer und Johann Schelle in Leipzig sowie Christoph Bernhard in Dresden und Hamburg, die der evangelischen Kirchenmusik auf der Basis der neuen italienischen Musik seit 1600 entscheidende Impulse gaben.

Das war zu Beginn der Vortragsfolge im geistlichen Konzert „Confitebor tibi, Domine“ von J. Rosenmüller eindrucksvoll zu hören. Die Textausdeutung mittels musikalischer Affekte kombiniert mit dem in Florenz und Venedig kreiertem konzertierenden Stil ließen diese Wiedergabe zu einem tiefen Erlebnis werden.

Das mit „Trostmusik“ überschriebene Programm ist den Zeitumständen geschuldet, in denen diese Werke entstanden, nämlich während des 30-jährigen Krieges und danach. Und dennoch gelang es jenen Komponisten vortrefflich, den neuen und geradezu lebensbejahenden italienischen musikalischen Stil trotz aller Widrigkeiten als Ausdrucksmittel für die Textausdeutung von Psalmen und Choraltexten heranzuziehen. Dadurch erstrahlt die geistliche Dimension in einem neuen, viel helleren Licht.

Ähnlich beschaffen waren die nachfolgend dargebotenen Werke wie das geistliche Konzert „Gott, sende dein Licht“ von Johann Schelle. Der Wechsel zwischen Tutti und Solisten, auch ein Element jener neuen italienischen Musik, hob Dank der vorzüglichen Interpretation das Moment der Lebendigkeit besonders hervor. Ebenso war das im geistlichen Konzert „Das ist das ewige Leben“ von Rosenmüller für Soli (Sopran, Alt, Tenor) und Basso continuo zu spüren. Außerdem traf das für das geistliche Konzert „Congregati sunt inimici nostri“ für zwei Bässe (Gesang), zwei Violinen und Basso continuo zu.

Der leichte Anflug eines Lamento in Rosenmüllers geistlichem Konzert „Christus ist mein Leben“ wich schnell der aufmunternden musikalischen Textausdeutung, was in einem weiteren Konzert Rosenmüllers „Fürchte dich nicht“ vermittelt wurde.

Höhepunkt dieses überaus exzellenten musikalischen Vortrages waren zweifelsohne die beiden doppelchörigen geistlichen Konzerte „Erforsche mich, Gott“ von Sebastian Knüpfer und zum Schluss „Domine, probasti me“, wiederum von Rosenmüller: Als antiphonales Prinzip traten beide Gesangsgruppen gegenüber. Selbst Echowirkungen wurden zwischen sämtlichen Ausführenden fein herausgearbeitet.

Als instrumentales Interludium brachte das „Ensemble 1684“ vier Sätze der Suite aus der „Studenten-Music“ von J. Rosenmüller zu Gehör, wobei Alma Mayers Spiel auf dem Diskant-Zink besonders beeindruckte. Da es sich bei der Zusammenstellung des Instrumentariums um ein „broken consort“ handelt, beeindruckte außerordentlich das homogene Klanggefüge mittels gut abgestimmter Intonation. Als Zugabe musizierte das „Ensemble 1684“ Rosenmüllers Konzert „Also hat Gott die Welt geliebt“. Das Publikum bedankte sich für die Darbietung mit stehenden Ovationen.

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