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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Naturphänomen: Vom Meteoriten fehlt weiter jede Spur

22.09.2020

Beverbruch /Bissel Am 10. September 1930 jährte sich der Meteoritenfall von Bissel und Beverbruch zum 90. Mal. Grund zum Feiern gibt es nicht, denn der Bissel-Meteorit ist verschwunden.

An jenem denkwürdigen Tag wurden viele Bewohner des Raumes zwischen Wildeshausen, Vechta, Cloppenburg, Garrel und Wardenburg um etwa 14.15 Uhr plötzlich durch einen starken Knall, anschließendes lautes Sausen und Pfeifen und einen zweiten Knall erschreckt. Eine außerordentliche Erregung herrschte in der Bevölkerung, denn für diese auffallenden und ungewohnten Geräusche fand man keine Erklärung.

Dröhnen und Sausen

Zu gleicher Zeit fuhr der Landwirt Johann Schnieders aus Halenhorst unweit vom Sager Meer auf seinem Fahrrad nach Bissel. Auf der Heide bei Beverbruch rund 4,5 km in nordwestlicher Richtung von ihm entfernt weidete zu dieser Stunde der Schäfer Klemens Bley die Schafe seines Dienstherren. Der Schäfer war gerade leicht eingenickt und hatte die Knallgeräusche wohl überhört. Er fuhr aufs äußerste erschreckt auf, als er ganz in der Nähe ein heftiges Dröhnen und Sausen vernahm. Landwirt Schnieders hatte auch das zweimalige Knallen gehört, und als ihm das seltsame Rauschen und Brausen ins Ohr drang, hatte er das Gefühl, als fliege etwas „dicht über seinem Kopfe“ hinweg.

Beide aber, und das ist außerordentlich wichtig und zählt zu den größten Seltenheiten, sahen sie, wie vor ihnen Sand und Heidestücke etwa 1,50 Meter emporgeschleudert wurden. Der Schäfer war nur 19 Meter davon entfernt, der Radfahrer etwas weiter. Zunächst wurden die Fundstücke in der Schule in Nikolausdorf in die Obhut von Hauptlehrer Konrad Meyer gegeben. Lehrer Meyer sicherte durch Ankauf die Meteoriten und überantwortete sie dem Museumsdorf Cloppenburg.

Über den weiteren Verbleib der beiden Hälften berichtet Dieter Heinlein im Ausstellungskatalog „The Munich Show – Mineralientage München – Das Themenbuch Meteoriten 2014“: Im Panzerschrank des Museumsdorfs Cloppenburg wurden die wertvollen Objekte bestens verwahrt, jedoch leider nie öffentlich ausgestellt.

Verkauf nach München

Am 19. Juli 1996 verkaufte die Tochter von Lehrer Konrad Meyer den Stein „Beverbruch“ an einen Münchner Mineralienhändler. Dank Vermittlung der Münchner Mineralientage Fachmesse GmbH konnte der Beverbruch-Meteorit Ende 1996 in eine bayrische Mineraliensammlung integriert werden. Als von Dezember 2000 bis Februar 2001 im Museum für Naturkunde Oldenburg die Ausstellung „Weltall aktuell: Planeten und Schöpfung“ stattfand, verlieh Dr. Meiners den Bissel-Meteoriten an seinen Oldenburger Kollegen Dr. Fansa. Diese Ausleihe erfolgte mit kollegialem Vertrauen – ohne Leihschein für das wertvolle Exponat.

Fatalerweise verliert sich die Spur des Bissel-Fragments nach Beendigung der Oldenburger Ausstellung. Weder vonseiten des für die Sonderschau verantwortlichen Kurators Dr. Beichle, noch vom dortigen damaligen Museumsdirektor Dr. Fansa existiert ein Nachweis für die Rückgabe des Bissel-Steines nach Cloppenburg – es gibt nicht einmal eine vage Erinnerung der Leihnehmer daran, was mit dem wertvollen und denkmalgeschützten Exponat geschehen sein könnte.

„Stein Beverbruch“

Der 11,57 kg schwere „Stein Beverbruch“, der sich in einer Privatsammlung in Bayern befindet, wurde vom 24. bis zum 26. Oktober 2014 auf Europas größter Mineralienmesse in München öffentlich präsentiert. Er war im Rahmen der Sonderschau „Meteoriten – Schätze des Universums“ zu sehen. Trotz intensiver Bemühungen war es leider nicht möglich, in der Ausstellung auch das zweite Teilstück des Oldenburger-Falls, das Bissel-Fragment zu zeigen.

Der Umstand, dass der Bissel-Meteorit offensichtlich in einem niedersächsischen Museum verschollen ist, wird von offiziellen Stellen in Niedersachsen als „bedauerliche Nicht-Auffindbarkeit“ bezeichnet.

Keine Spuren

„Wir suchen immer wieder, haben ihn aber noch nicht gefunden“, sagt Steffen Pilney, Sprecher des Landesmuseums in Oldenburg. Es gebe auch keinen Hinweis, ob er tatsächlich im Museum sei. Auch Susanne Kaiser, Sprecherin des Museumsdorfs in Cloppenburg, teilt auf Anfrage mit: „Es gibt nichts Neues.“ Nachdem der Stein ausgeliehen worden sei, verliere sich die Spur.

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