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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

MEDIZIN: Bilder sind „Schätze aus der Tiefe der Kinderseelen“

24.11.2008

CLOPPENBURG Das Malen von Bildern sowie Gespräche seien wichtige Faktoren, mit denen Ängste von Kindern und Jugendlichen vor Operationen gemildert werden können. Das ist das Fazit einer Gesprächsrunde in der Volkshochschule Cloppenburg mit den HNO-Ärzten Dr. Manno Ludwig, Dr. Andreas Mai und Dr. Werner Oortmann. An dem Gespräch nahmen auch Anästhesie-Chefarzt Dr. Christian Weilbach und die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Marie Luise Kuhlenbeck teil. Die Bilder sind jetzt in der Volkshochschule zu sehen.

Im Cloppenburger Krankenhaus werden jährlich bis zu 750 Kinder operiert. In allen Praxen der HNO-Ärzte gibt es viele von Kindern gemalte Bilder zu sehen. „Wir haben gute Erfahrungen mit dem Malen gemacht", betonte Ludwig. „Die Kinder zeigen mehr Gefühle“, ergänzte Oortmann. Angst sei bei jeder Operation vorhanden. „Oft übertragen die Eltern ihre Ängste auf die Kinder“, stellte Kuhlenbeck fest.

Die meisten Operationen wie ein Trommelfellschnitt oder eine Mandeloperation werden heute ambulant erledigt, aber „eine Narkose bleibt immer eine Narkose“, so Weilbach. Dennoch bräuchten Eltern und Kinder keine Angst haben. Bei Kindern werde zur Narkose ein Schlaftrunk angewandt.

Oortmann benutzt noch einen anderen Weg, die Kinder zu beruhigen. Bei ihm spielt die Handpuppe „Oscar“ eine wichtige Rolle. Über sie führt der Arzt das Gespräch mit dem Kind und kann so in spielerischer und kindgerechter Weise viele Ängste nehmen.

Grundsätzlich waren sich alle Ärzte einig, dass Eltern rechtzeitig mit den Kindern über die Operation reden müssen. „Wir tragen die Kinder in den Operationsraum und reden die ganze Zeit mit ihnen", berichtete Oortmann.

Die Idee zu einer Ausstellung der gemalten Bilder kam von Mina Amiry. Die Krankenschwester beschreibt sie als „Schätze aus der Tiefe der Kinderseelen“. Ludwig bemerkte, dass die Bilder entsprechend dem Alter der Kinder oft ähnliche Strukturen in der Farbwahl und der Motive haben: „Wir haben aber auch schon sehr auffällige Bilder gesehen, die eine Nachbehandlung durch Fachleute erfordern.“ Doch das sei selten.

Die Kinder erkennen bei einem späteren Besuch in der Arztpraxis ihre Bilder wieder. Da ein reichlicher Fundus an Bildern vorhanden ist, werden sie gelegentlich auch ausgetauscht. Probanden zwischen zehn und 18 Jahren griffen vor einer Operation lieber auf MP3 Player oder ähnliches zurück.

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