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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Platt ist ihre „Herzenssprache“

04.10.2018

Bösel Jutta Oltmanns aus Warsingsfehn/Ostfriesland erhält den 22. Borsla-Preis 2018 der Borsla-Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur Bösel. Sie wird ausgezeichnet für ein Konvolut mit fünf Kurzgeschichten, die thematisch durch die Überschrift „Wat Neeis wagen“ („Etwas Neues wagen“) zur Einheit zusammengebunden werden. Jede Geschichte habe ihren eigenen Reiz, sagte Universitäts-Professor Dr. Hermann Gelhaus in der Begründung der Jury. Die Kürze der Geschichten verleite zur „angenehmen Lektüre“. Der Borsla-Preis ist mit 2000 Euro dotiert.

Borsla-Preis

Zum 22. Mal wird der Borsla-Preis in diesem Jahr vergeben. Kurzgeschichten, Novellen, Gedichte, Hörspiele oder Einakter, die bislang nicht veröffentlicht sind, können ausgezeichnet werden. Er ist mit 2000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am Samstag, 10. November, im „Heimathuus“ in Bösel statt.

Die 54-jährige ist eine etablierte und mehrfach ausgezeichnete Autorin. Sieben historische Romane hat sie in den vergangenen 15 Jahren veröffentlicht, dazu eine Vielzahl von Kurzgeschichten, Lyrik und Liedertexten. „Ich bin plattdeutsch aufgewachsen, habe das Hochdeutsch als erste Fremdsprache eigentlich erst in der Schule gelernt“, erklärte die Preisträgerin. Platt sei ihre „Herzenssprache“; als sie das Schreiben für sich entdeckte, war es eine Selbstverständlichkeit, dies auch auf Platt zu tun.

Angefangen habe sie mit „Döntjes“ und Geschichten für Kinder. Später kamen dann Gedichte und Liedertexte dazu. Lesungen aus ihren historischen Romanen wurden mit Liedern aus der jeweiligen Zeit begleitet, die sie textlich ins Platt übertrug. Mit der Geschichte „Swiermaidje“ belegte sie beim NDR-Wettbewerb „Vertell doch mal“ den dritten Platz. Ihre Geschichten und Gedichte auf Platt wurden vielfach in Tageszeitungen, im Ostfrieslandmagazin und in etlichen Anthologien veröffentlicht. 2015 erhielt sie den Johann-Friedrich-Dirks-Preis für ihre Erzählung über einen Jungen mit Asperger-Syndrom. „Als Mutter eines ,Aspergers’ wollte ich das Anderssein von Autisten verdeutlichen“, so die Autorin. Für „Wachters tüsken de Welten“, ein berührendes Buch mit Fotos und plattdeutschen Gedichten und Gedanken über Tod und Vergänglichkeit, wurde sie 2016 mit dem Freudenthal-Preis ausgezeichnet, nachdem sie ein Jahr zuvor bereits die „Besondere Würdigung“ erhielt.

Im vergangenen Jahr zeichnete sie der Evangelische Kirchenkreis Wittenberg mit dem 1. Preis für den Schreibwettbewerb „Sola Scriptura“ aus. Jutta Oltmann hat zwei Söhne und arbeitet hauptberuflich bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen in Aurich.

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