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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Der Ernte sei Dank – Gilt das heute noch?

11.10.2019

Bösel Der Ernte sei Dank – gilt das in Fast Food-Zeiten noch, oder sogar um so stärker? Pastor Stefan Jasper-Bruns von der katholischen Kirchengemeinde St. Cäcilia in Bösel findet – Ja, es gilt. Doch was feiern wir da genau?

„Schon in den Schriften des Alten Testamentes finden sich Hinweise auf einen Kult zum Erntedank“, sagt Jasper-Bruns. Demnach wurden früher die ersten Früchte der Ernte als Opfergaben Gott dargebracht. „In der ursprünglichen christlichen Tradition gab es wohl zunächst kein Erntedankfest“, sagt der Pastor. Das hatte den Grund, dass sich das neue Testament hauptsächlich um Jesus dreht. Doch die vorchristliche Tradition wurde später wieder aufgegriffen, „weil der Mensch sich der Natur verbunden und von ihr abhängig wusste“, fasst Jasper-Bruns zusammen.

Neben dem Dank um die Ernte wurde auch die Arbeit der Menschen, diese Ernte zu erwirtschaften, hochgehalten. So ist das Fest nicht nur eng an die Natur gebunden, sondern auch an den Fleiß der Menschen. In anderen Kulturen zeigt sich diese Verbindung heute noch stärker als im deutschen Fest: In Japan zum Beispiel ist das Erntefest gleichzeitig das Fest der Arbeit (siehe Infobox ).

Umgang mit Ressourcen

Heute müssen die meisten Menschen nicht mehr „arbeiten“, wenn sie essen wollen, sprich die Kartoffeln selbst aus dem Boden holen. Was nun wichtig wird, ist, laut Jasper-Bruns, der sorgsame Umgang mit den Ressourcen: Die Welt sei uns gegeben, „damit wir diese gestalten und sorgsam damit umgehen – das gilt gerade heute in Zeiten des Klimawandels“, so der Pastor. Gerade der Klimawandel, der uns Menschen einen Einblick gibt, dass auch die Natur Grenzen hat, würden laut des Geistlichen „gesamtgesellschaftliche Reaktionen erfordern, die bei jedem Einzelnen beginnen.“

In Bösel gibt es zu diesem besonderen Fest einen Gottesdienst, der immer am ersten Sonntag im Oktober stattfindet. Dazu schmückten die Mitglieder der Landjugend (KLJB) die Kirche und gestalten eine Erntekrone und ein Erntekreuz aus Getreide, Obst und Gemüse. Dafür hatten sich die Heranwachsenden bereits im Juli getroffen, um das Korn zu mähen. Nun waren sie vier, fünf Wochen lang jeden Freitag zusammengekommen, um gemeinsam an der Erntekrone zu basteln. „Da kamen dann immer so zehn bis 20 Leute auf unserem Hof zusammen. Es ist schön, nun das Resultat zu sehen“, sagt Marcel Oltmann, Vorsitzender bei der KLJB.

Bedeutung habe bei den circa 60 aktiven Mitglieder der Landjugend vor allem das Zusammensein durch das Erntedankfest: „Für uns ist das Binden der Krone und Aufstellen in der Kirche und anschließend der Umbau ein Ritual“, sagt Oltmann. Ein weiteres Rituale, das unbedingt für die Landjugend dazugehört, ist die Erntefete. Die findet immer am dritten Samstag im Oktober statt (siehe Infobox). Und wenn die Kirchgänger nach der Messe sagen: „Habt ihr gut geschmückt, ist schön geworden“, dann stünde bei allen KLJBlern vor allem ein Gefühl im Vordergrund: Dankbarkeit.

Kultur der Dankbarkeit

Dankbarkeit – Für Pastor Jasper-Bruns ist dies ebenfalls der klare Fokus, auf den das Erntefest abzielt: So würde das Fest „eine Kultur der Dankbarkeit gegenüber den Menschen, die für uns Lebensmittel produzieren,“ erzeugen. „Eine Kultur der Dankbarkeit und des Respekts gegenüber vermeintlichen Selbstverständlichkeiten zeigt meine Wertschätzung gegenüber den Personen, die diese Aufgaben wahrnehmen.“

Freya Adameck Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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