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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Ein Anstoß zur Veränderung

21.11.2018

Bösel /Friesoythe Mit dem Wort „Buße“ verbinden viele Menschen wahrscheinlich nicht unbedingt etwas Religiöses. Sie denken eher an Geldbußen, weil sie vielleicht zu schnell gefahren sind oder falsch geparkt haben. Doch an diesem Mittwoch, 21. November, wird in den meisten christlichen Gemeinden der Buß- und Bettag gefeiert. Ein Tag, an dem Gläubige um Reue für begangene Sünden bitten.

Doch nicht nur das: „Es geht an diesem Tag auch darum, mal ein wenig innezuhalten und darüber nachzudenken, was im Großen politisch gerade los ist und welche aktuellen Geschehnisse unser Denken bestimmen“, sagt Pfarrer Joachim Prunzel von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Friesoythe-Sedelsberg-Bösel.

Am Ende des Kirchenjahres stehe Einkehr und Besinnung: „Mit dem Feiertag richtet sich der Blick auf uns selbst“, so Pfarrer Prunzel. Der Buß- und Bettag wird traditionell am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, begangen. Buß- und Bettage wurden im Verlauf der Geschichte häufig nach Notzeiten angesetzt, sogar in der Antike soll es gemeinsame Bußzeiten gegeben haben, um die Menschen zu Umkehr und Gebet aufzurufen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Buß- und Bettag noch 14 Jahre lang ein gesetzlicher Feiertag. Im Jahr 1995 wurde der letzte Mittwoch im evangelischen Kirchenjahr als arbeitsfreier Tag abgeschafft, nur noch im Bundesland Sachsen gilt er bis heute.

Buße tun heiße laut Joachim Prunzel in dem Falle aber nicht nur, Reue zu zeigen für individuelle Fehler oder eingefahrene Verhaltensmuster. Der Gedenktag diene eben auch der Reflexion über gesellschaftliche Irrtümer. Er nennt da vor allem ein Stichwort: Krieg. „Der Buß- und Bettag hat in diesem Jahr eine besondere Bedeutung. Der Erste Weltkrieg ist genau 100 Jahre vorbei.“ Er bezeichnet diesen Krieg als den letzten „klassischen“. Bereits im Zweiten Weltkrieg sei es nicht mehr „Mann gegen Mann“ gegangen. „Terror und Bomben spielten schon eine maßgebliche Rolle“, resümiert der Pfarrer. Werde dieser Gedanke weitergedacht, so werde klar: „Wenn es wieder eine militärische Auseinandersetzung geben sollte, so wird die einen Maßstab annehmen, den wir uns noch nicht vorstellen können.“ Konflikte sollten human geklärt werden, Waffen sollten in seinen Augen dem Leben dienen, es nicht auslöschen.

Dieses Wissen könne aber nicht nur als Resignation, sondern vor allem als Anstoß verstanden werden: „Jeder kann sich den aktuellen Entwicklungen entgegenstellen und versuchen, etwas zu verändern“, mahnt der Pfarrer.

Für ihn persönlich hat der Feiertag eine besondere Bedeutung. „Ich bin seit 30 Jahren im kirchlichen Dienst und begleite schon länger die sogenannte Friedensdekade.“ Das sind zehn Tage, die gefüllt sind mit Andachten und die mit dem Gottesdienst an diesem Mittwoch enden. Der Pfarrer hat das Gefühl, dass nach wie vor viele Menschen den Feiertag nutzen. „Aber es kommt darauf an, was ich daraus mache. Wenn jeder Mensch einen Bezug zu seinem eigenen Leben herstellt, dann bekommt dieser Feiertag erst einen richtigen Wert.“

 Wer Lust hat, zum Gottesdienst anlässlich des Buß- und Bettages zu gehen, kann an diesem Mittwoch ab 19 Uhr in die Kapelle Schwaneburgermoor an der Schwaneburger Wieke kommen.

Imke Harms Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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