• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Neue Töne nach Klangrevolution

17.01.2018

Bösel Hubert Gelhaus (am 21. Januar wird er 68 Jahre alt), heute in Cloppenburg lebender, kulturbeflissener ehemaliger Gymnasialpädagoge und Autor, kann viele Anekdoten, kleinere und größere Geschichten über die Anfangsjahre der Big Band Bösel erzählen. Nicht alles gibt er preis…

Die Anfänge der Big Band Bösel, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, sind ohne einen Blick auf 1968 nicht zu verstehen. 1968 war ein Jahr der Revolution. Die westlichen Demokratien wurden von ihren jungen Eliten erschüttert wie selten zuvor. In Frankreich und Deutschland protestierten die Studenten gegen eine Gesellschaft, die nach dem Zweiten Weltkrieg vor zu viel Kontinuität die Augen verschlossen hatte. In Prag rückte die Rote Armee ein, um den aufkeimenden Liberalismus auszutreten.

Jubiläum und Geschichte

Die Big Band Bösel feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Ihre Anfänge reichen bis in das Jahr 1968 zurück.

Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre begann im Musikverein Bösel ein revolutionäres Umdenken. Die Jugend begeisterte sich zunehmend für den Musikverein. Das Musikrepertoire wurde moderner und melodischer. Ein (Jugend-)Fanfarenzug wurde gegründet, aus dem später die Big Band Bösel hervorging. Man unternahm Fahrten quer durch Europa.

Aloys Gelhaus übernahm 1968 das Amt des Dirigenten im Musikverein Bösel. Unter der Leitung von Erwin Höffmann formierte sich der jugendlich besetzte Fanfarenzug schließlich Anfang der 1980er Jahre zur Big Band Bösel um.

In Bösel protestierte und demonstrierte zwar niemand, doch die Röcke wurden kürzer und die Haare länger. In den Kneipen schallte aus dem „Wurlitzer“ doch schon mal die von den Älteren verpönte „Negermusik“. Als der Musikverein für die übliche Blaskapelle Nachwuchs suchte, wollten viele Kinder und Jugendliche mitmachen. Sie wollten auch an die Posaunen und Trompeten. Doch der Musikverein wollte die jungen Leute an Fanfaren und Trommeln ausbilden. Da prallten Meinungen aufeinander…

„Es gab eine richtige Krise im Verein“, erinnert sich Hubert Gelhaus, früherer Geschäftsführer des Musikvereins Bösel, 50 Jahre später. Viele – auch er – hätten diese Änderung der Stilrichtung mit aller Macht verhindern wollen. Doch noch 1968 schuf Hubert Gelhaus eine der Voraussetzungen für die spätere Big Band. Noch vor seinem Abi entließ er den Dirigenten Otto Fischer. Den Berufsmusiker aus Oldenburg wollten die jungen Leute nicht mehr – militärischer Drill war out.

Huberts Bruder Aloys Gelhaus übernahm den Taktstock. Auf den Euro-Musiktagen 1968 glänzte dann schon die Jugendabteilung des Musikvereins mit Willehad Runden an der Spitze.

1969 wurde Erwin Höffmann, wenige Monate jünger als Hubert Gelhaus, Schriftführer des damaligen Musikvereins. Er schaute sich in Holland um, wollte den Fanfarenzug selbstständig machen – jedoch mit einem anderen Konzept. Erneut prallten Meinungen aufeinander.

Die großen Spannungen lösten sich – „auch dank des Engagements von Erwin Höffmann“, meint Hubert Gelhaus. Fast alles Spätere habe die Big Band Bösel Erwin Höffmann, Spiritus Rector bis zu seinem Tod im Jahr 2014, zu verdanken.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.