• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Kirche In Bösel: „Stachel im Fleisch der Kirche sein“

17.06.2019

Bösel Durch festlich geschmückte Straßen zog die Prozession am Sonntagmorgen vom Elternhaus von Jan Henrik Röttgers am Ziegeldamm, den die Nachbarn kurzerhand in „Pastorendamm“ umbenannt hatten, zur Kirche St. Cäcilia – vorneweg zahlreiche Bannerabordnungen der Vereine, Gruppen und Gemeinschaften aus Bösel. Der gebürtige Böseler, der am Pfingstwochenende in Münster zum Priester geweiht worden war, feierte mit vielen Gläubigen seine Heimatprimiz in der Pfarrkirche, an der neben zahlreichen Gläubigen auch der aus Bösel stammende Domprobst Kurt Schulte teilnahm.

Erstmals stehe Röttgers einem Gottesdienst vor und das in seiner Heimatgemeinde, sagte Pfarrer Stefan Jasper-Bruns: Das sei etwas ganz Besonderes – ein stückweit wie Nach-Hause-Kommen, sagte Jasper-Bruns, der auch verriet, dass Röttgers bereits die ersten Trauungen in Bösel angenommen habe. Röttgers musste den Pfarrer leicht korrigieren, denn vor einigen Jahren habe er in Bösel bereits einer Messe vorgestanden, als der eigentlich dafür vorgesehene Geistliche nicht erschienen war.

Jan Henrik Röttgers war nach dem Zivildienst nach Münster ans Priesterseminar Borromaeum gegangen und hatte sein Theologie-Studium aufgenommen. Ein Freisemester verbrachte er im spanischen Granada. Nach seinem Studium folgte ein halbes Jahr in einer Gemeinde in Mexiko. Dort begegnetet er einer Armut, die sein Verständnis von Kirche bis heute prägt. Denn Kirche begreife er besonders als die Kirche der Armen und Ausgegrenzten, sagte Kaplan Niklas Belting aus Oelde in der Predigt.

Gott in seiner Dreifaltigkeit bleibe ein Geheimnis und lasse sich nicht erklären, so Belting. Für diesen unbegreiflichen Gott stehe Röttgers ein. Angelehnt an den Primizspruch Röttgers’ – „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“ (Gal 5,1) – forderte Belting ihn auf, sich „immer wieder fordern zu lassen von der Freiheit“ und ein „Stachel im Fleisch der Kirche zu sein“. Belting bezeichnete es als „beeindruckend“, was die Böseler auf die Beine gestellt hätten.

2017 war Röttgers in das Gemeindejahr in der Heilig-Kreuz-Pfarrei in Dülmen gegangen, gab Religionsunterricht, arbeitete im Jugend- und Caritasbereich. Seit seiner Diakonenweihe 2018 übernahm er auch Taufen, Beerdigungen und Predigten. Nun wird er in Wesel am Niederrhein eingesetzt.

Der Weg, den Röttgers gehe, sei mutig, sei er doch „gegen den Trend“, sagte die Vorsitzende des Pfarreirates, Annelies Stukenborg, beim anschließenden Empfang in der BiB-Arena. Durch die „Werkzeuge“ aus der Heimatgemeinde, Kelch und Hostienschale, möge er mit Bösel verbunden bleiben. Stukenborg bezeichnete Röttgers als „Handwerker der Nächstenliebe“ und erinnerte an seine Erfahrungen in Spanien und Mexiko. Für andere Menschen da zu sein, sei ihm besonderes Anliegen.

Bürgermeister Hermann Block umschrieb die Heimatprimiz als „großen Tag“ auch für Bösel, schließlich sei die letzte schon 17 Jahre her. Er habe Röttgers als engagierten Messdiener kennengelernt, als dieser 16 Jahre alt war. „Priester fallen nicht vom Himmel, sondern kommen aus einer lebendigen Gemeinde“, so Block. Beleg dafür sah der Verwaltungschef in der BiB-Arena. Den Empfang hatten zahlreiche Gruppen mitgestaltet. Block überreichte das Glaswappen der Gemeinde und lud Röttgers ein, sich ins Goldene Buch der Gemeinde einzutragen.

Die evangelische Pfarrerin Sabine Prunzel beglückwünschte Röttgers und wünschte, dass er nicht müde werde in seinem Dienst.

Der Priester müsse sich daran messen lassen, wie er sich in den Dienst der Menschen nehmen lasse, sagte Röttgers, dankte allen und betonte, wie gerne er an Bösel zurückdenke.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04491 9988 2901
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.