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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Hier kehren sie alle Jahre wieder

12.09.2018

Bösel Bereits zum 37. Mal wurde das Schornsteinfegertreffen zu Ehren verstorbener Schornsteinfeger in Santa Maria Maggiore in einem Dorf in Nord-Italien durchgeführt. In diesem Jahr hatten sich rund 1500 Schornsteinfeger aus aller Welt, wie zum Beispiel aus Japan, Uruguay, Bosnien und Herzegowina für ein Wochenende eingefunden. Mit Thomas Höffmann nahm an diesem internationalen Treffen auch ein Schornsteinfeger aus Bösel teil. Begrüßt wurden die Teilnehmer nach ihrer Anreise zunächst mit einem prunkvollen Feuerwerk.

Kinderarbeit in Städten

„Früher wurde die Tätigkeit des Schornsteinfegers in Italien hauptsächlich von Kindern ausgeführt, weil diese aufgrund ihrer Größe besser in die Schornsteine gelangen konnten“, erklärt Thomas Höffmann. Viele Eltern verkauften deshalb ihren Nachwuchs, damit sie in den großen Städten Kamine fegen konnten“, sagt der 45-Jährige. „Deshalb war ein Programmpunkt auch der Besuch des Lago Maggiore – wo die Eltern ihre Kinder in Boote setzten, die sie in die Großstadt brachten“, erzählt er. Die meisten dieser Kinder kehrten allerdings nie zurück in ihre Heimat.

Zu Ehren dieser verstorbenen Schornsteinfegerkinder wurde ein Gedenktag abgehalten. Dazu gehörte auch ein Besuch des Malesco-Denkmals – im circa drei Kilometer entferntem Malesco – und die Niederlegung eines Kranzes. Ein weiterer Programmpunkt war die Besichtigung des „Museo dello Spazzacamino“, des Schornsteinfegermuseums in Santa Maria Maggiore.

Auf die Idee zu dem Schornsteinfegertreffen zu reisen, brachte ihn sein früherer „Schulkollege“ Stephan Planz, mit dem er 1996 die Meisterprüfung absolvierte. „Er fährt bereits seit zwölf Jahren immer wieder nach Italien, um an der Veranstaltung teilzunehmen“, sagt der 45-jährige Böseler.

Reisen in zünftiger Tracht

Interessiert von den Erzählungen seines alten Freundes flog Thomas Höffmann – während der ganzen Zeit in zünftiger schwarzer Schornsteinfeger Kluft gekleidet – extra für das Wochenende nach Italien. Auch zum ersten Mal dabei war Andreas Marschan aus Lengerich, der ebenfalls zu den Meister-Absolventen von 1996 gehört. Auf dem Treffen fand sich das Trio dann wieder.

Ein weiterer Höhepunkt war nach dem Umzug durch das kleine Dorf das traditionelle Schaufegen, auch erkennbar durch Rauchfahnen, auf den Dächern der Häuser. „Das ist eine richtig schöne Sache“, fasst der Böseler seine Erlebnisse zusammen. Er freut sich schon auf das nächste Schornsteinfegertreffen in Italien.

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