• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Deutsche Thomas Cook sagt Reisen auch für 2020 ab
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 15 Minuten.

Insolventer Reiseveranstalter
Deutsche Thomas Cook sagt Reisen auch für 2020 ab

NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Als Moorgeist im Moor begeisterte

19.09.2019

Bösel Stäwelwietschmieten, Torfstechen mit dem „Joager“, mit einem Stecken über einen Graben springen und Mauerfüerdrinken – mehr als 20 Jahre lang seit 1992 gab es in Bösel die Möglichkeit, ein Moordiplom zu erwerben. Und das war ein echtes Erlebnis mit Caspar Pleye, stets stilecht mit Federhut und gezwirbeltem Stock. Mit dem Tod Pleyes vor zwei Jahren starb auch der „Moorgeist“, das Moordiplom können Besuchergruppen seither nicht mehr in Bösel ablegen. Und ob es dieses Angebot jemals wieder geben wird, ist fraglich. „Einen Nachfolger zu finden, ist schwierig“, sagt Johannes Olliges, Vorsitzender des Böseler Heimatvereins, unter dessen Dach Caspar Pleye seinerzeit das Moordiplom angeboten hatte.

Es genüge nicht, jemanden zu beauftragen, die zur Erlangung des Moordiploms notwendigen Disziplinen abzunehmen. „Derjenige muss sich auch mit der Geschichte des Torfabbaus auskennen und Anekdoten zu erzählen wissen“, sagt Olliges. Das sei schließlich das Salz in der Suppe. So jemanden zu finden, sei nicht leicht. Pleye hatte die Besucher mit viel Wissen über die Entstehung des Moores beeindruckt, zeigte sich als intimer Kenner der Besonderheiten und wusste mit einigen Geschichten und Mythen, die sich um das Moor ranken, zu begeistern – ohne sie aufgeschrieben zu haben.

Tausende Moordiplome hatte Pleye im Laufe der Jahre ausgestellt. Vereine, Schulklassen, Familien und Betriebe hatten im Moor viel Spaß auch dank des trockenen Humors des Böseler Originals. Unterstützt worden war Pleye zunächst von Engelberg Emken. Nach dessen Tod übernahm „Moorfee“ Margret Menke, Pleyes Schwester.

In Bösel liegt eines der größten Torfstechgebiete Deutschlands. Gäste aus der ganzen Welt waren ins Vehnemoor an die Korsorsstraße gekommen, um dort das Moordiplom zu bestehen – aus den USA etwa oder aus der Schweiz und Südafrika, aber auch aus Dortmund und der Lüneburger Heide. Und auch überregionale Medien hatten über diese Tradition berichtet und der Gemeinde Bösel, die ihre Torfstecher-Tradition sogar im Wappen trägt, überregionale Bekanntheit verschafft.

Daher weiß auch die Gemeinde um den touristischen Wert des Moordiploms. „Es ist schade, dass es dieses Angebot derzeit nicht gibt“, sagt Rainer Hollje, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, auf NWZ-Nachfrage.

Bürgermeister Hermann Block war einst selbst in den Genuss gekommen und musste Stiefelweitwerfen, Torfstechen und mit dem Stecken über einen Graben springen, um mit dem Moordiplom als „echter Böseler“ durchzugehen – allerdings war er da schon zwei Jahre im Amt.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04491 9988 2901
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.