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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Warum Bauhaus in Cloppenburg verpönt war

10.07.2019

Cloppenburg Wenn die Cloppenburger den Begriff Bauhaus hören, denken die allermeisten wohl an Waschen, Schneiden und Legen. Bernd Bauhaus führte lange Zeit einen Friseursalon an der Eschstraße/Sevelter Straße, und auch Tochter Petra ist schon seit vielen Jahren 300 Meter die Straße hinunter an der Ecke Lange Straße/Löninger Straße mit einem eigenen Geschäft vertreten.

Das vor 100 Jahren von Walter Gropius in Weimar gegründete Bauhaus bestand – nach dem Umzug nach Dessau im Jahre 1925 und der Verlegung nach Berlin-Lankewitz 1932 – noch bis 1933.

Wirkung bis heute

Dieses war kein Friseursalon – es gilt vielmehr weltweit als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne auf allen Gebieten der freien und angewandten Kunst und Architektur. Die Resonanz des Bauhauses hält bis heute an und prägt wesentlich das Bild modernistischer Strömungen.

Doch wie viel Bauhaus steckt im Kreis und in der Stadt Cloppenburg? Eigentlich gar nichts. Denn der Grundgedanke von Gropius, die Kunst von der Industrialisierung zu emanzipieren und das Kunsthandwerk wiederzubeleben, die Architektur als Gesamtkunstwerk mit den anderen Künsten zu verbinden sowie gesellschaftliche Unterschiede zu beseitigen und zum Verständnis zwischen den Völkern beizutragen, sei ins damals bäuerlich geprägte und stockkonservative Cloppenburg gar nicht vorgedrungen, meint der städtische Planungsamtsleiter Hermann Asbree auf NWZ-Nachfrage. Dieser gilt als ein profunder Kenner der hiesigen Architektur und Stadtgeschichte.

Nach Rücksprache mit der beim Landkreis angesiedelten Unteren Denkmalschutzbehörde steht für Asbree fest, dass es im Kreis Cloppenburg kein denkmalgeschütztes Gebäude im Bauhaus-Stil gibt.

Heimatliches Kulturgut

Nicht die Gründung des Bauhaus vor 100 Jahren, sondern die zeitgleiche Gründung des Heimatbundes Oldenburger Münsterland sowie – ein Jahr später – des Heimatvereins Cloppenburg hätten Auswirkungen auf die Region gehabt. Das heimatliche Kulturgut und die traditionelle Bauweise – so Asbree – sollten bewahrt werden. Die nüchternen, einfachen und klaren Linien sowie Flachdächer des Bauhauses seien zu dieser Zeit hierzulande verpönt gewesen. Man habe auf ein geneigtes Dach und Ziegel gesetzt.

Keine Emanzipation

Und auch mit der progressiven Denkweise und den emanzipatorischen Ideen habe man in Cloppenburg wenig anfangen können. Zudem hätten die Menschen im ehedem schon armen Südoldenburg nach dem Ersten Weltkrieg und den damit verbundenen Reparationen gar kein Geld gehabt, um revolutionäre Wohn- und Architekturideen umzusetzen. Dazu bestand auch gar keine Notwenigkeit, so Asbree: Denn Deutschland sei – im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg – im Ersten weitgehend von Zerstörungen verschont geblieben.


Weitere Texte zum Bauhaus   www.nwzonline.de/bauhaus 
Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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