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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Gebühren für letzte Ruhe steigen

14.03.2019

Cloppenburg Den veränderten Bestattungsgewohnheiten passt sich auch die katholische Stadtgemeinde St. Andreas an, die in Cloppenburg alle anfallenden Bestattungen durchführen kann – also beispielsweise auch die von Muslimen, Buddhisten oder Atheisten. Inzwischen würden 30 Prozent der Menschen aus Cloppenburg verbrannt und in Urnen bestattet; Tendenz steigend – wie Dechant Bernd Strickmann am Mittwoch bei einem Pressegespräch betonte. Die Kirchengemeinde unterhält in ihren Gemeindeteilen St. Andreas und St. Josef jeweils einen Friedhof, auf denen jährlich insgesamt 200 Menschen ihre letzte Ruhestätte finden. Das Friedhofswesen – ein Teil der Daseinsvorsorge – hat die Stadtgemeinde im Auftrag von der Stadt Cloppenburg übernommen.

Naturnahe Bestattung

Nach den Vorstellungen der Kirchengemeinde sollen die Urnen bald nicht mehr nur in aktuellen oder ehemaligen Familiengräbern (mit Marmorplatte) sowie unter Rasenflächen bestattet werden, sondern auch „naturnah“. So könnten ab Anfang 2020 – so der Plan – auf dem „neuen“ St.-Andreas-Friedhof an der Vahrener Straße auf einem insgesamt rund 3200 Quadratmeter großen Eichenhain Urnen im Schatten von Bäumen bestattet werden.

Wildblumenwiesen

Zudem wollen die Verantwortlichen auf diesem Friedhof etwas für den Naturschutz tun. Auf den (noch) nicht benötigten Flächen sollen schon in diesem Frühjahr Wildblumenwiesen zwecks Insektenschutz entstehen, die dann in Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten, dem Naturschutzbund und Imkern gepflegt werden. Entsprechende Gespräche mit der Stadtverwaltung stünden allerdings noch aus, betonte Rechnungsführer Josef Drüding, der wohl Mitte dieses Jahres in den Ruhestand geht.

Ein weiterer Trend sei, so Pfarrer Strickmann, dass die Gesellschaft feinfühliger mit Sterbenden und Verstorbenen umgehe. Und das zeige sich nicht nur beim neuen Hospiz Wanderlicht, das in Kürze an der Resthauser Straße 8 den Betrieb aufnehme.

Die Menschen wollten sich auch in einem würdevolleren Rahmen von dem Verstorbenen verabschieden. Da habe die Kirchengemeinde St. Andreas erheblichen Nachholbedarf. Die vier Verabschiedungsräume bei der Friedhofskapelle an der Kirchhofstraße stammten noch aus dem Jahre 1962: kalkweiß gestrichen, gefliest, schlecht beleuchtet und mit einer Lüftung unter der Decke. Dazu kämen dann noch drei Lagerkammern für Verstorbene in einem Raum, der nicht öffentlich betreten werden könne.

Neue Räume

Doch diese kalte Atmosphäre soll bald der Vergangenheit angehören. Der alte Verabschiedungstrakt soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, der – so Strickmann – in einem wohnlichen Charakter auch Sitzgelegenheiten biete. Die Kosten liegen bei 400 000 Euro. Und wenn alles fertig ist, sollen die drei Lagerkammern bei der St.-Josef-Friedhofskapelle aufgegeben werden. Letztere ist im Übrigen erst kürzlich für rund 300 000 Euro saniert worden. An beiden Maßnahmen beteilige sich die Stadt Cloppenburg mit einem Gesamtzuschuss von 240 000 Euro, den Rest trage die Kirche, so Kirchenprovisor Horst Zapatka.

Weil das Friedhofswesen in der St.-Andreas-Gemeinde einen eigenen – in sich geschlossenen – Haushalt bildet und sich damit selbst tragen muss, werden durch die massiven Investitionen zwangsläufig auch die Gebühren steigen. Pro Sterbefall – so schätzt Drüding – würden dann nicht mehr wie bislang 205 Euro, sondern 300 bis 350 Euro fällig.

Toiletten verschlossen

Ein ekeliges und teilweise auch gefährliches Problem ist die Stadtgemeinde jetzt mit einschneidenden Maßnahmen angegangen. Weil die zuvor an sieben Tagen 24 Stunden geöffneten Friedhofstoiletten immer wieder heftig verdreckt worden waren, sind sie jetzt nur noch offen, wenn Beerdigungen stattfinden oder die Friedhofsgärtner da sind (also montags bis freitags in der Regel von 7 bis 16 Uhr).

Friedhofsgäste mit einem triftigen Grund könnten einen Schlüssel bekommen, so Strickmann. Er bedauerte die Maßnahme, es sei aber gerade auf dem „alten“ St.-Andreas-Friedhof nicht mehr anders gegangen. Weil die Reinigungskraft in den WCs auch schon Blut und Spritzen mutmaßlich von Drogenabhängigen vorgefunden habe, hatte sie sich geweigert, dort weiter sauber zu machen.

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Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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