• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Detektive auf der Spur des Bibliothekars

26.07.2018

Cloppenburg Etwas ratlos stehen wir mitten im Raum, schauen uns um, wissen nicht so recht, wohin. Wir, das sind Carina Hülskamp, Nadine Kleefeld, Josephin Deeken, Niclas Fangmann und ich – NWZ-Mitarbeiterin Mareike Wübben. Die Tür hinter uns ist verschlossen, wir kommen nicht mehr raus aus dem Keller der Katholischen Öffentlichen Bücherei (KÖB) St. Andreas in Cloppenburg.

Nadine durchwühlt Papierberge, Niclas probiert Passwörter für den Laptop aus, Carina wirbelt am Globus, ich drehe Stühle um, Josephin leuchtet mit einer Taschenlampe – und dann finden wir ihn endlich. Einen weißen Zettel mit einem weiteren Rätsel. Ein weiterer Schritt in die Freiheit und raus aus dem Escape Room.

Suche nach Hinweisen

60 Minuten Zeit haben wir, um alle Rätsel zu lösen und alle Ziffern, Buchstaben und Zeichen am Kryptex (bekannt unter anderem aus „Sakrileg“) zu finden und so an den Schlüssel in seinem Inneren zu kommen. Warum das Ganze? Weil es Spaß macht! Und weil immer mehr Menschen Freude an den sogenannten Escape Rooms finden. Die nächsten Anbieter gibt es in Oldenburg oder Bremen, nun kann die Lust am Rätsel und Kombinieren auch in der Stadt an der Soeste ausgelebt werden.

Zu verdanken haben wir diese Attraktion Melanie Baro, stellvertretende Leiterin der Katholischen Öffentlichen Bücherei St. Andreas. „Wir haben hier vieles für Kinder im Angebot. Wir wollten auch etwas für Ältere anbieten“, sagt Baro. Eine Kollegin habe den Escape Room in Oldenburg besucht und begeistert davon erzählt – so entstand die Idee in Cloppenburg.

Zur Geschichte: Wir fünf sind Praktikanten in der Bücherei und bekommen nicht wirklich aufregende Aufgaben: Bücher sortieren oder auch Kopieren. Ein Mitarbeiter sorgt hingegen für Zündstoff: Der Bibliothekar Franz Kopernikus ist verschwunden, nachdem er vorher in alten Schriften auf die Spur eines Familiengeheimnisses gekommen ist. Wir sollen nun sein Büro aufräumen. Aus dem Raum im Keller dringt ein Rascheln, nach einem zaghaften Anklopfen stolpert der Bibliothekar höchstpersönlich aus seinem Büro und drückt uns einen Umschlag in die Hand.

Damit können wir einen Koffer öffnen und es – ein Buch im Umschlag wie sich später herausstellt – in Sicherheit bringen. „Und passt auf das Sicherheitssystem auf! Zur Not Kryptex, wie immer!“, ruft der Bibliothekar und verschwindet. Dann schließt sich die Tür, und das Spiel beginnt.

Das Spiel mit all seinen Rätseln, Hinweisen und auch den vielen unnötigen Dingen im Kellerraum hat sich Melanie Baro selbst ausgedacht. „In einem Escape Room war ich selbst noch nie, ich habe aber viel darüber gelesen“, sagt die stellvertretende Büchereileiterin.

Bis das Spiel richtig rund lief, waren etwa drei Wochen Vorbereitungszeit nötig. Am Samstag schickte Baro dann drei Gruppen in den Raum, um zu testen, ob das Spiel in der vorgegebenen Zeit lösbar ist. „Mein Bruder mit seinen Söhnen war hier, außerdem ein paar Jugendliche um die 16 Jahre. Und die Kollegen wurden auch eingeschlossen“, schmunzelt Baro. Nach diesen Testdurchläufen passte die Mitarbeiterin der KÖB noch einige Dinge an. „Bis jetzt haben es immer alle Gruppe raus aus dem Raum geschafft“, sagt die Spielleiterin, bevor wir in den Raum verschwinden.

Das setzt uns jetzt schon ein bisschen unter Druck, wir sind motiviert, aber schon ein wenig nervös. Zumal niemand von uns bisher in einem Escape Room war. Nervös, ob wir alles verstehen, ist auch Melanie Baro – na dann sind wir schonmal sechs.

Nachdem wir das Schloss des Koffers geknackt haben, geleiten uns die kleinen weißen Zetteln mit den weiteren Rätseln durchs Spiel. Logisches Denken ist nötig, das gelingt mal besser und mal schlechter. Teamarbeit hilft ebenfalls auf dem Weg raus aus dem Raum. „Nee, nee, Sie verrennen sich da gerade“, tönt es aus der Ecke des Raumes, als Niclas versuchen will, mit einer ausgerissenen Buchseite Schriftzeichen zu entziffern. Baro selbst ist mit im Raum und gibt – wenn nötig – Tipps im Spiel.

„Mann, wo kann der Schlüssel hierfür sein?“, fragt Josephin. „Heiß, ganz heiß“, sagt Baro daraufhin – und prompt fällt uns der gesuchte Schlüssel für eine kleine Truhe in die Hand, in der sich die letzte Stelle auf dem Kryptex befindet. Noch 3 Minuten und 40 Sekunden Restzeit hätten wir gehabt, die Stunde verflog schnell. Das Spiel ist mit viel Liebe zum Detail gemacht, und das Gefühl, wenn man ein Rätsel gelöst hat, fühlt sich gut an. Daumen hoch – lautet das Fazit von allen Fünf.

Noch Termine frei

Das Spiel sei bisher bei allen Gruppen gut angekommen, berichtet Baro. Wer noch Lust hat sich einschließen zu lassen, kann sich für einen Termin bei der KÖB unter Telefon 0 44 71/7 01 49 90 melden. Der Spaß ist kostenlos, und zur Belohnung gibt es neben einer Urkunde auch Süßigkeiten. Zumindest in den Ferien kann der Escape Room geöffnet und geschlossen werden. Wie es danach weitergeht, entscheidet sich anhand der Nachfrage. Falls in den Büchereiräumen ein weiterer Escape Room angeboten wird – wir wären auf jeden Fall dabei.


Sehen Sie ein Video unter   www.nwzonline.de/videos 
Video

Mareike Wübben
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.