NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Historische Dorfkirmes In Cloppenburg: Fan der Raupe packt gerne mit an

15.07.2019

Cloppenburg Als am Samstag am frühen Nachmittag der Regen aufhörte, füllte sich das Cloppenburger Museumsdorf ganz schnell: Vor allem Familien waren zur Historischen Dorfkirmes gekommen – vielleicht um selbst in Nostalgie zu schwelgen, oder um den Kindern zu zeigen, wie es früher war.

Luftballons, Bratwurst, Getränke, Süßigkeiten und ein Flohzirkus und natürlich die fünf nostalgischen Fahrgeschäfte begeisterten die Besucher. Eines davon, die Raupenbahn, steht am kommenden Wochenende wieder im Mittelpunkt, wenn die Historische Dorfkirmes fortgesetzt wird – die Raupenbahn.

Auch Helmut Wilken ist von ihr begeistert. Der ehrenamtliche Helfer ist dann auch am kommenden Wochenende hauptverantwortlich für das Raupenbahn-Vergnügen. Er drückt dann wieder den grünen Knopf am Schaltpult, dreht schon fast liebevoll das rote metallene Rad nach links, und die historische Raupenbahn setzt sich langsam und bedächtig in Bewegung. Neun Umdrehungen in der Minute und damit eine Spitzengeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern kann das nostalgische Fahrgeschäft aus dem Jahre 1936 schaffen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Wilken schiebt – als sich „die alte Dame“ gemächlich in Bewegung gesetzt hat – bedächtig den blauen Hebel, der sich rechts von ihm befindet, nach vorne. Die Seile in der Mitte des kreisrunden Fahrgeschäfts setzen sich in Bewegung und ziehen das grüne Dach über die einzelnen Wagen. Wilken lächelt.

Dass der Mann mit den zupackenden Händen aus Schortens so zärtlich mit der Raupe umgeht, hat einen einfachen Grund. Sie ist sein „Schatz“ und Wilken ihr größter Fan. Gemeinsam mit Fred Vater (Vorbesitzer der Raupe), Ralf Meiners (Oldenburg) und Uwe Trüper (Stotel, Kreis Cuxhaven) hat der Kirmes-Fan in den vergangenen Tagen geholfen, dass das historische Fahrgeschäft wieder seine Runden auf der Historischen Dorfkirmes dreht.

Bevor aus den Lautsprechern allerdings Musik tönen kann und die Lichter das Fahrgeschäft in schummriges Licht tauchen, musste die Raupe erst in vier Containern angeliefert werden. Diese stehen das Jahr über irgendwo in der Gemeinde Molbergen – wo genau, wollte Dr. Michael Schimek, Leiter der bauhistorischen Abteilung am Museumsdorf, nicht verraten. Laut Karin Dieckmann, Museumsdorf-Mitarbeiterin und im Organisations-Team, wurden die Schiffscontainer, in denen alle historischen Fahrgeschäfte des Museumsdorfs untergebracht sind, drei Wochen vorher auf dem Museumsdorf-Gelände positioniert. Und schon dieses Aufstellen folgt einem bestimmten Prinzip, weiß Dieckmann. Denn die Einzelteile von Karussell oder Schiffsschaukel sind systematisch in die Container eingelagert worden – und diese müssen dementsprechend auch systematisch aufgemacht und aufgebaut werden.

„Die Raupe ist wie eine Torte in Schichten eingelagert. Erst kommt die Sohle, dann der Fußboden, die Pfosten und zum Schluss das Zelt. Alles hat seine Ordnung“, so Dieckmann. Und die ist auch bitter nötig. Denn die Bodenplatten und die Schrauben von Wagen 19 passen eben nach den häufigen Auf- und Abbauten seit den 1930er Jahren am besten in diesen Wagen – und sollten auch wieder dort landen, so die Museumsdorf-Mitarbeiterin.

Mit angepackt beim Aufbau der Raupe haben beispielsweise auch die Schausteller des Riesenrads. „Früher haben wir den Aufbau mit unseren Handwerkern gemacht. Aber die Schausteller wissen, was sie tun und wie sie mit den historischen Fahrgeschäften umgehen müssen“, sagt Dieckmann.

Einen genauen Plan vom Aufbau der Raupe hat auch Helmut Wilken. Denn der Fan, der früher dem Nachbarn mit seiner Berg- und Talbahn auf Jahrmärkten geholfen hat, war auch an der Restauration beteiligt und hat sich als Elektriker damals um die Verkabelung gekümmert. Er kennt die Raupe in- und auswendig. Das kommt dem Team dann sicherlich auch zugute, wenn zum Ende der Kirmes am 21. Juli wieder alles abgebaut werden muss. Das dauert laut Dieckmann trotz aller Akribie und Sorgfalt aber statt drei Wochen nur noch die Hälfte der Zeit.

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04471 9988 2804
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.