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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Cloppenburg: Hochburg der Schauspieler

10.01.2012

CLOPPENBURG Die älteren sportbegeisterten Semester kennen Jupp Derwall, der 1949 als 22-jähriger Fußballer für den BV Cloppenburg auflief und später Nationaltrainer wurde. Und bei den Jüngeren ist Lena Gercke, das jetzt 23-jährige Fotomodell und Mannequin, seit ihrem Sieg bei „Germany’s Next Topmodel“ und einigen vielleicht seit ihrer Liaison mit dem Profi-Fußballer Sami Khedira bekannt. Dabei ist Cloppenburg eigentlich eine Schauspielerhochburg. Dafür bürgen Namen wie Katharina Köhntopp, Markus Gertken, Anne Ratte-Polle, Markus Meyer, Manfred Zapatka und nicht zuletzt Josef Ostendorf.

Letzterer ist vor 55 Jahren in Cloppenburg geboren worden. Eigentlich sollte er den elterlichen Familienbetrieb übernehmen, doch er entschied sich für die Schauspielerei. Nach der Schauspielschule in Bochum erhielt er Engagements an den Bühnen in Moers, Wuppertal und Basel, später am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Zürcher Schauspielhaus.

Bekannt ist der Schauspieler, der als Kind in Cloppenburg wegen seiner Schwergewichtigkeit gehänselt wurde, aus Film und Fernsehen. So spielte er den Vater in „Otto – der Katastrophenfilm“ (2000). Josef Ostendorf hatte zudem Gastauftritte in verschiedenen Krimiserien, beispielsweise in „Adelheid und ihre Mörder“. Er agierte im Film „Hotel Lux“ von Leander Haußmann, der vor einigen Wochen Premiere in den Kinos hatte. Ein großer Erfolg wurde vor wenigen Monaten „Der ganz große Traum“ über Konrad Koch, der den Fußball in Deutschland einführte. Hier wie im letzten Marie Brand-Krimi mit Mariele Millowitsch war Josef Ostendorf zu sehen.

Sieben Jahre jünger als Josef Ostendorf ist Katharina Köhntopp. Sie wurde im August 1963 in Cloppenburg geboren. Dort absolvierte sie 1982 das Abitur am CAG. Nach Gastrollen in der Serie „Ein Fall für zwei“ und „Der Landarzt“ wurde sie einem breiten Publikum durch die Rolle der Dr. Andrea Arnhoff, geb. Rombach, bekannt, die sie ab 1989 in der Serie „Forsthaus Falkenau“ verkörperte. Im Jahr 2000 stieg sie zu Beginn der elften Staffel aus der Familienserie aus und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. In diesem Jahr war sie nach langer Fernsehabstinenz in dem Fernsehfilm „Lichtblau – Neues Leben in Mexiko“ zu sehen. Darin spielten auch erstmals ihre Töchter Marie und Valentina mit (ovales Bild: Sat 1).

Acht Jahre jünger als Katharina ist Markus Meyer, der im Mai 1971 in Cloppenburg geboren wurde und heute Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters ist. Nach Abschluss des Studiums der Biochemie in Hannover änderte er plötzlich seinen Berufswunsch und wollte Schauspieler werden. Nach dem Abschluss der Schauspielausbildung wurde er sofort vom Berliner Ensemble engagiert, wo er unter anderen mit Claus Peymann und George Tabori zusammenarbeitete.

Seit 2004 etablierte er sich in Wien schnell mit unterschiedlichen Charakterrollen in modernen wie in klassischen Stücken. Über die Schauspielerei hinaus ist Meyer auch Turniertänzer in den Sparten Standard und Latein sowie ein veritabler Chanson-Sänger. Im vergangenen Sommer stand Meyer als Werschinin in „Drei Schwestern“ unter der Regie von Maria Happel in Reichenau auf der Bühne.

Wurzeln hat auch Manfred Zapatka, 1942 in Bremen geboren, in Cloppenburg: Hier „baute“ er sein Abitur und hält sich noch oft hier auf; sein Bruder, der Leitende Regierungsdirektor Horst Zapatka, war bis zum vorigen Jahr Leiter des Cloppenburg Finanzamtes. Manfred Zapatka, Sohn eines Redakteurs und einer Hausfrau, spielte nach seiner Ausbildung in Bochum, Freiburg und Essen. Den Durchbruch erlebte er in Stuttgart, als Claus Peymann ihn engagierte.

Dem breiten Kino-Publikum wurde Zapatka bekannt durch seine Rolle als intriganter Hans-Otto Gruber in der ZDF-Serie Rivalen der Rennbahn (1989). Für seine Popularität sorgten zahlreiche Gastauftritte in Krimiserien wie „Der Alte“ und „Derrick“. Bundeskanzler Schmidt spielte er im Doku-Drama „Todesspiel“. Es folgte die Rolle als Richard Maiers in dem Vierteiler „Der große Bellheim“.

Zapatka lebt heute als freier Schauspieler in Berlin. Er hat vier Kinder. Seine Tochter Katharina Zapatka ist ebenfalls Schauspielerin.

Markus Gertken, Jahrgang 1966, absolvierte die Schauspielausbildung in München. Es folgten Engagements in Berlin, Basel, Köln und Wien. In Bad Hersfeld erhielt er 2010 den Publikumspreis. Markus Gertken, dessen Vater Dr. Heinrich Gertken 1949 zu den Gründungs-Darstellern auf der Waldbühne Ahmsen gehörte, überzeugte die Zuschauer mit seiner Darstellung des Wilhelm Tell in der Regie von Holk Freytag als natur- und freiheitsliebender Individualist, der unfreiwillig in die Mühlen der Macht gerät.

Markus Gertken stand 2010 in der dritten Saison auf der Bühne der Stiftsruine in Bad Hersfeld. 2008 spielte er den Lionel in Torsten Fischers Inszenierung „Die Jungfrau von Orléans“, 2009 zeigte er den antiken Helden Odysseus in der „Odyssee“, ebenfalls in der Regie von Torsten Fischer, als rücksichtslosen Machtmenschen, im Sommer 2011 den Affenkönig „Louis“ im „Dschungelbuch“.

Anne Ratte-Polle legte ihr Abitur in Cloppenburg ab, ist allerdings 1974 in Peheim (Gemeinde Molbergen) geboren. Im „Polizeiruf“, „Schimanski“ und „Tatort“ aber auch durch „Der Tote im Spreewald“ wurde sie weithin bekannt.

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