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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Konzertfreunde aufgelöst – 100 Jahre nun Geschichte

21.09.2018

Cloppenburg Die „Konzertfreunde Cloppenburg“ – früher „Freunde der Kunst“ – existieren nicht mehr. In einer finalen Mitgliederversammlung wurde der Verein, der rund 100 Jahre das kulturelle Leben in der Stadt mitgestaltet hat, per einstimmigem Beschluss bei einer Enthaltung aufgelöst. Vorausgegangen war der Rücktritt des Vorsitzenden Ludwig Kleinalstede im Frühjahr, woraufhin fast der gesamte Vorstand das Handtuch warf. Organisatorische Schwierigkeiten und bürokratische Hürden bei der Finanzierung der Konzerte standen in keinem Verhältnis mehr zu dem ehrenamtlichen Aufwand an Einsatz. Hinzu kamen rückgängige Besucherzahlen, einerseits bedingt durch ein allgemein schwindendes Interesse an klassischer Musik. Andererseits war es den „Konzertfreunden“ – wie zuletzt auch schon dem Vorgängerverein „Freunde der Kunst“ – kaum mehr möglich, ihren Veranstaltungen die Prägung eines gesellschaftlichen Ereignisses in der Stadt zu verleihen.

Das war einmal ganz anders. Im Februar 1918 wurde auf Initiative von Dechant Brust, Dr. Bernhard Heukamp, Dr. Heinrich Ottenjann und Schuldirektor Franz Teping der erste „Aula-Abend“ im Realgymnasium, dem späteren Clemens-August-Gymnasium, ins Leben gerufen. Das damals ausgeprägte Bildungsbürgertum gerade in einer Kleinstadt wie Cloppenburg sehnte sich in den letzten Monaten des 1. Weltkriegs nach einem intellektuellen Ausgleich. Die Gründung der „Aula-Abende“, zunächst gefüllt mit Lesungen, bald aber auch mit Konzerten, deckte ein tiefes Bedürfnis weiter Teile der Einwohner dieser Stadt ab nach Wissen und neuen, friedvollen Erfahrungen. Ab 1934 wurden die Veranstaltungen eingestellt.

Die „Aula-Abende“ gelten als Vorläufer des nach dem 2. Weltkrieg gegründeten Vereins „Freunde der Kunst“. Hermann Bitter, der spätere Schulleiter des CAG, setzte 1949 die Gründung des Vereins durch. Bitter postulierte die „Pflege der schönen Künste“ und sah dies auch als pädagogische Aufgabe an. Unter seiner Ägide kam es in den 50 er und 60er Jahren zu einer ungeahnten Blüte im Konzert- und Theaterwesen Cloppenburgs. Immer wieder gelang es, exzellente, ja weltbekannte Musiker und Schauspieler in die Stadt zu holen.

1972 übernahm Oberstudiendirektor Dr. Bernhard Gertzen den Vorsitz, wobei Hermann Bitter jedoch weiterhin maßgeblich an der Programmgestaltung mitwirkte. Der Einschnitt kam 1980. Kurz hintereinander verstarben Gertzen und Bitter. Nachfolger wurde der damalige CAG-Schulleiter Johannes Nardmann. Bereits in den Folgejahren begann der Stern der „Freunde der Kunst“ zu sinken. Ihnen haftete mehr und mehr ein elitär-verstaubtes Image an. Die Zeiten, in denen klassische Musik als die höhere Kunst gegenüber anderen Musikrichtungen angesehen wurde, neigten sich dem Ende zu. Doch vorerst konnte der traditionsreiche Verein seine Arbeit noch ohne Einschränkungen fortsetzen.

1991 legte Nardmann den Vorsitz nieder. Zunächst Buchhändler Wolfgang Janssen, dann Musikwissenschaftler Dr. Klaus G. Werner mühten sich bei rückläufigen Zuschüssen der öffentlichen Hand um ein kleines, aber feines Musikangebot, während die Theateraufführungen auf Dauer nicht mehr aufrecht erhalten werden konnten.

Nachdem Werner den Vorsitz zur Verfügung gestellt hatte, übernahm der damalige CAG-Direktor Heinrich Hachmöller den Verein. Wenige Jahre später engagierte sich Ludwig Kleinalstede in der Programmgestaltung. Auf seine Initiative hin wurden die „Freunde der Kunst“ in „Konzertfreunde Cloppenburg“ umbenannt. Kleinalstede organisierte die Konzerte und führte Verhandlungen mit den Geldgebern unter einem immer komplexeren bürokratischen Aufwand. Zusätzlich ließen rückläufige Besucherzahlen die Motivation des Vorsitzenden und des Vorstands sinken.

In seiner aktiven Zeit hat der Verein vielen Menschen Freude gebracht und Cloppenburg große Live-Erlebnisse vermittelt. Auch in seiner letzten Saison 2017/18 und beim Kultursommer 2018 hat er noch einige bewundernswerte Darbietungen im Programm gehabt.

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