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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Betrugsmasche Online-Flirt

26.03.2019

Cloppenburg Wie es vom Verliebtsein per Mausklick zur Abzocke im Internet kommt, thematisiert das neue Buch „Diese verdammte Sehnsucht“ der Cloppenburgerin Margarete Bertschik. Die Autorin, die gebürtig aus Damme kommt, schreibt über die Lehrerin Christina Wegner, die sich über ein Online-Dating-Portal in einen amerikanischen Soldaten verliebt. Zu spät merkt sie, dass sie auf einen Betrüger hereingefallen ist. Christina verliert am Ende nicht nur Vertrauen, sondern auch eine Menge Geld. Eine Buchvorstellung mit Signierstunde ist für Samstag, 30. März, in der Buchhandlung Terwelp, Lange Straße 8, in der Zeit von 11 bis 13 Uhr geplant. Der Eintritt ist frei.

Dr. Hubert Gelhaus, lange Jahre Lehrerkollege von Bertschik am Clemens-August-Gymnasium, hat eine Rezension geschrieben.

Zum Inhalt:  Christina Wegner, eine Frau in den besten Jahren, brütet über ihren Unterrichtsentwürfen für die fünfte Klasse. Sie ist gelangweilt und genervt, bis ein „kleines rotes Icon“ digital aufleuchtet: Eine Freundschaftsanfrage – Dominic J. Anderson (45), ein amerikanischer Soldat aus Kalifornien, verwitwet, möchte mit ihr befreundet sein. Christina bestätigt. „Hello, Christina! Thank you for accepting my request. How are you?“ So fängt es an.

Christina schreibt immer wieder mit Dominic, verliebt sich in den einsamen amerikanischen Soldaten. Dieser erzählt ihr, dass er sich nach seinem Sohn Sammy sehne. Er sei gerade in Afghanistan stationiert und kämpfe da für den Frieden. Anderson ist nicht auf der Suche nach einer neuen Frau, da wäre er bei Christina auch an der falschen Adresse, sondern möchte eine „freundschaftliche Unterhaltung“ pflegen, wie er das nennt: „Was denkst du, Christina?“ Und Christina offenbart dem Fremden ihre intimsten Geheimnisse. „Du bist wirklich großartig. Chrissie!“ „Chrissie!“ Hat er wirklich „Chrissie“ gesagt, dieser einsame Mann in Kabul, der ganz anders ist als Stefan Wegner (59), Christinas Ehemann, ein Abteilungsleiter der Stadtverwaltung? „Bist du glücklich in deiner Ehe, Chrissie?“ – Sie ist es nicht.

Immer intimer werden die Gespräche, Dominic flirtet mit Christina. Und diese hat das Gefühl, ihn doch so gut verstehen zu können, denn „man braucht jemanden, mit dem man alles bereden kann.“ Und Dominic? „Ja. Deshalb bin ich so glücklich, dich zu haben, meine Chrissie.“

Und dann ist da noch die Sache mit dem ganzen Leid und Chaos auf der Welt sowie dem Kampf gegen die Taliban in Afghanistan, der nur kleine Fortschritte bringt. Aber Mr. Anderson: „Wir tun, was wir können, um den Frieden zu sichern, hier und überall auf der Welt.“ Überall auf der Welt? Das bewundert Chrissie: Danke, „mein braver, tapferer Soldat! (Smiley).“

Damit Dominic den Dienst endlich quittieren und nach Hause zu seinem Sohn Sammy zurückkehren kann, schickt Christina ihm aus Mitleid schließlich Geld: 5900 Euro. Nachdem Christina das Geld absandte, wird auf einmal Andersons Online-Portal geschlossen. Dominic gibt es gar nicht, und das Versprechen, das Geld sobald es geht zurück zu schicken, ist eine reine Lüge.

Die Autorin Margarete Bertschik klärt in ihrem neuen Buch auf: Online-Betrug ist Kriminalität, er ist Programm. Opfer sind europäische Frauen wie Christina Wegner, auf der Suche nach erotischen Abenteuern, ein wenig einsam und gelangweilt. Wie der Enkel-Trick an der Haustür – nur digital – so funktioniert die Masche, der Christina zum Opfer gefallen ist.

Das Buch hat weit mehr an Inhalt zu bieten als eine lässige Internet-Schelte. Nach der Lektüre des Romans bleibt aber ein gewisses Rätsel: Was hat Christinas Sehnsucht mit unserer digitalisierten Welt zu tun? Die High-Speed-Kommunikation (Warum muss es immer „High-Speed“ sein?) hat unser Leben endlos beschleunigt, das Internet die Welt in allen Bereichen total entgrenzt. Aber Social Media hat die Menschen nicht empathischer und nicht sozialer gemacht. Es kommt zu leeren Verheißungen in einer globalisierten Welt. Und Christina ist mittendrin.

Margarete Bertschik lässt sie die ganze Bandbreite ihrer Gefühle erleben. Die Frustration in der Schule, die sie eines Tages verlässt, die langweilige Ehe mit Stefan, und eine Gesellschaft, in der es nur noch darauf ankommt, reibungslos zu funktionieren. Immer online. Immer erreichbar. Immer auf dem Sprung.

Die Personen des Romans sind frei erfunden, natürlich, ebenso das, was sie tun, darauf weist Bertschik ausdrücklich hin. Aber wer ist dieser Dominic J. Anderson wirklich – im richtigen Leben? Die Suche nach seiner wahren Identität treibt die Handlung des Romans zügig voran. So bleibt es spannend bis zum Schluss.

„Diese verdammte Sehnsucht“ von Margarete Bertschik ist bei Books on Demand erschienen, 251 Seiten stark und kostet 11,90 Euro.

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