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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Ecopark war schon vor 2000 Jahren besiedelt

12.09.2019

Drantum Die Flächen im Ecopark in Drantum sind offenbar schon früher attraktiv gewesen. Fruchtbarer Ackerboden für die Landwirtschaft, begehrte Grundstücke fürs Arbeitsleben – schon vor weit mehr als 2000 Jahren wurde gelebt und gearbeitet, wo seit einigen Jahren das Gewerbe- und Industriegebiet mit dem Slogan „Arbeit erleben“ entwickelt wird.

Das Bild vom Leben in diesem Bereich während der ersten Jahrhunderte nach Christi Geburt wird immer deutlicher. Dr. Jana Esther Fries spricht von „Puzzle-Teilchen, die wir aber erst in Jahrzehnten richtig zusammengesetzt bekommen“. Die Archäologin ist Referatsleiterin beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in Oldenburg. Sie bezeichnet diesen Teil der Gemeinde Emstek als einen „archäologischen Schwerpunkt mindestens für den ganzen Landkreis Cloppenburg“.

Seit gut 20 Jahren werden die Flächen entlang der Bundesstraße 72 archäologisch untersucht. Aktuell dokumentiert die Bremer Grabungsfirma ArchaeNord im Westen des Ecoparks Brunnen und Abfallgruben, Entnahmestellen von Lehm und Hausgrundrisse. „Dicht an dicht sind hier Spuren der frühgeschichtlichen Besiedlung im Boden zu erkennen“, betont Grabungsleiterin Dr. Daniela Nordholz.

Ihr Team aus bis zu zwölf Personen hatte nicht nur mit der Hitze zu kämpfen, sondern auch mit schwierigen Bodenbedingungen – zäher Lehm und große Steine knapp unterhalb des Mutterbodens machen die Arbeit sehr mühsam. „Diese Fläche ist außergewöhnlich arbeitsaufwendig“, sagt Archäologin Nordholz. „Das muss schon die Menschen damals geplagt haben. Sie haben die Pfosten für ihre Häuser erkennbar weniger tief eingegraben als üblich. Vermutlich, um sich Arbeit zu sparen.“

Auf etwa 20 000 Quadratmetern sind bislang acht Gehöfte dokumentiert worden, die aus jeweils einem großen Haupthaus und aus Nebengebäuden wie Scheunen, Werkstätten oder Speichern bestehen. Vor allem Keramikscherben verraten den Archäologie-Profis, dass die Siedlung aus der römischen Kaiserzeit stammt – also aus dem 1. bis 4. Jahrhundert n.Chr. Aber auch Funde aus dem römischen Reich wie eine Fibel und eine Münze deuten auf diese Epoche hin.

Der Fundplatz gehöre damit in die gleiche Zeit wie die 2017 entdeckten Siedlungsspuren auf der östlich anschließenden Fläche und am südlich gelegenen Verkehrskreisel, ergänzt Andreas Wegmann von der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Landkreis Cloppenburg. Dort wurden römische Keramik und Glasperlen entdeckt, der Armschutz eines Bogenschützen und eine Bronzenadel. „Das ist hier quasi der archäologische Hotspot.“ Andere Fundstellen im Ecopark seien sogar den Jahrhunderten vor Christi Geburt zuzuordnen.

Doch die archäologischen Untersuchungen der laut Dr. Fries „intensiven prähistorischen Besiedlung über mindestens 500 Jahre“ sind nicht nur aufschlussreich, sie kosten auch viel Zeit und Geld. Ecopark-Geschäftsführer Uwe Haring rechnet die entsprechenden Ausgaben vor: „Je nach Grundstück sind das bis zu acht Euro pro Quadratmeter – insgesamt bislang mehr als eine Million Euro.“ Kosten, die der Zweckverband Ecopark zu tragen hat, weil der niedersächsische Gesetzgeber ihn als Verursacher der Untersuchungen definiert.

Warum hier bereits in der römischen Kaiserzeit gesiedelt wurde? Archäologin Dr. Fries verweist neben den „bis heute begehrten fruchtbaren Böden“ auf die auch „damals bereits gute Verkehrsanbindung“. Die heutige B 72 laufe über einen „schon in prähistorischen Zeiten wichtigen Weg zwischen Weser und Ems und machte den Raum Emstek damals bereits attraktiv“.

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