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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Ein Raum mit blutiger Vorgeschichte

12.12.2012

Friesoythe Der Eingang ist von der Straße aus nicht einfach zu finden. In der Burgstraße in Friesoythe muss man zunächst einen kleinen Hinterhof überqueren, um in das alte Schlachthaus Vorwold zu gelangen. Christa Anneken und Gerd Binder öffnen die Tür. Doch von Schweine- und Rinderhälften ist weit und breit nichts zu sehen. In einem großen Raum befinden sich stattdessen Farbtuben, Staffeleien und Pinsel. „Geschlachtet wird hier schon seit sieben Jahren nicht mehr“, erzählt Gerd Binder.

Zusammen mit Christa Anneken und Ulrich Gamers, dem Dritten im Bunde, hat sich Binder hier ein Kunstatelier eingerichtet. „Wir haben das alte Schlachthaus im Sommer dieses Jahres gemietet“ erzählt Binder, der im Hauptberuf bei der Polizei in Friesoythe arbeitet. „Wir haben nach einer passenden Örtlichkeit zum Arbeiten gesucht“, sagt Binder. Künstlerkollegin Kerstin Kramer, die nebenan in der Kirchstraße im Werkhaus Pancratz ihr Atelier hat, kam die Idee mit dem alten Schlachthof. „Die Räume hier sind einfach wie geschaffen für uns“, schwärmt Christa Anneken. „Es ist viel Platz und durch die vielen Fenster ist es auch sehr hell hier“. Auch Anneken arbeitet nebenberuflich als Künstlerin, hauptberuflich ist sie als Lehrerin an den BBS Technik in Cloppenburg tätig. „Der große Raum ist ein Riesenvorteil“, pflichtet Gerd Binder seiner Kollegin bei. „Wenn man Bilder malt dann ist es auch wichtig, dass man einige Schritte zurückgehen kann und die Arbeit aus der Entfernung auf sich wirken lassen kann. Das geht hier problemlos.“

Als Hobbykünstler wollen sich Binder und Anneken aber eindeutig nicht verstanden wissen. „Wir machen schon professionelle Kunst. Hobby wäre da nicht die richtige Bezeichnung“, so der Polizist.

Einige Spuren aus alten Zeiten sind in den Räumlichkeiten zurückgeblieben. An der Decke sind noch die Schienen befestigt, an denen früher die Fleischhälften an Haken aufgehängt wurden. Auch die gefliesten Wände und einige Wasserausgüsse auf dem Fußboden weisen auf einen anderen Verwendungszweck als ein Kunstatelier hin. „Als wir hier angefangen haben, hat es auch noch ein bisschen nach rohem Fleisch gerochen“, blickt Gerd Binder zurück. „Aber das hat sich schnell gelegt.“

Das Atelier in der Burgstraße hat für die Künstler auch eine strategische Bedeutung. Neben den drei Künstlern vom Schlachthof und Kerstin Kramer arbeitet auch der Metalldesigner Alfred Bullermann in seinem Atelier „Eisenzeit“ ganz in der Nähe in der Kirchstraße. „Ein solches Künstlerviertel ist auch für die Stadt Friesoythe von Vorteil“, erklärt Binder. Man müsse nicht extra nach Bremen fahren, wenn man in eine Kunstausstellung gehen wolle. „Auch der Standort Friesoythe hat einiges zu bieten“, so der Polizist. „Und wir sind hier erst am Anfang. Wer weiß, wie es hier in zehn Jahren aussieht“, blickt Binder in die Zukunft.

Das Interesse an Kunst sei bei der Bevölkerung auf jeden Fall vorhanden. Der Kunstkreis des Kunst- und Kulturkreises Bösel, Saterland, Friesoythe, zu dem auch die drei aus dem Atelier Schlachthof Vorwold gehören, veranstaltete bereits zwei Ausstellungen in den Räumen der alten Schlachterei. „Zu den Maitagen in diesem Jahr kamen über 2000 Besucher, beim Eisenfest waren es ungefähr 1700 Menschen, die unsere Kunst sehen wollten“, schwärmt Gerd Binder immer noch.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/cloppenburg 
Jonas Schönrock
Barßel
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2906

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Polizei Friesoythe | BBS | Kunstkreis

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