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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Eintauchen in faszinierende Dorfgeschichte

27.04.2017

Strücklingen /Bokelesch Es ist eine spannende Reise in die Vergangenheit des Ortes Strücklingen. Der Bürgerverein Strücklingen arbeitet derzeit an einer Dorfchronik. Zusammengetragen werden alte Fotos, Briefe und Dokumente, die die Geschichte des Ortes lebendig werden lassen.

Federführend widmet sich Joachim Bunger der Aufgabe, 2. Vorsitzender des Bürgervereins Strücklingen und Leiter des Informationszentrums „Friesische Johanniter“ in Bokelesch bei der Johanniterkapelle. Ihm zur Seite stehen vor allem der Ehrenvorsitzende des Bürgervereins Strücklingen, Conrad Niemeyer, sowie Schulleiterin Monika Olling (Marienschule Strücklingen). „Wir versuchen, die Geschichte Strücklingens zu bewahren und greifbar zu machen“, betont Bunger, der vor rund drei Jahren das Chronik-Projekt initiierte. Ältere Menschen könnten durch die Chronik wieder in ihre Kindheit eintauchen, während Kinder erfahren könnten, wie es in Strücklingen früher einmal ausgesehen hat, sagt Bunger.

Spannende Einblicke

Zahlreiche Exponate, zumeist aus privater Hand, sind bereits eingegangen. Der bisherige Fundus – Fotos, Dokumente/Texte – kann im historischen Informationszentrum in Bokelesch (Johanniterstraße 6) eingesehen werden. Joachim Bunger hat akribisch alles eingescannt und archiviert. Das Interesse der Strücklinger Bürger ist groß. „Sie interessieren sich für ihre Vergangenheit. Viele wünschen sich noch mehr Bilder bzw. fragen im Rahmen der Familienforschung nach, ob es beispielsweise noch alte Aufnahmen vom Vater oder Großvater gibt“, berichtet Bunger. Conrad Niemeyer ist gerade damit beschäftigt, zu dokumentieren, wer in früheren Tagen wo gewohnt hat. Er spricht zudem mit vielen alten Bürgern über die Vergangenheit Strücklingens, um die Chronik weiter zu bereichern.

Die historischen Stücke lassen sich im Informationszentrum am Computer betrachten bzw. nachlesen. Auch Stellwände gibt es. Es liegen Ordner mit Fotos und Listen aus. In die Listen können Besucher die noch fehlenden Namen zu den alten Fotos eintragen. „Wir würden uns über weitere alte Bilder und Dokumente sehr freuen. Auch wer an der Chronik mitarbeiten möchte, ist herzlich willkommen“, betont Bunger.

Die Fotos reichen bis etwa zum Jahr 1900 zurück. Zu sehen sind zum Beispiel die alte Strücklinger Schule, Schüler, Familien, Hochzeiten, Kommunionsfeiern und Theateraufführungen (Waldbühne). Es sind Bilder bis circa 1960 vorhanden, von Bürgern und historischen Gebäuden wie z.B. der Kirche. Der Inhalt der Texte reicht bis in die Gründungszeit Strücklingens und darüber hinaus. So erfährt man auch, dass in Bollingen einst ein rund 5000 Jahre altes Steinbeil gefunden wurde.

Man liest, dass am 1. Juli 1855 aus den Saterländer Kirchspielen die selbstständigen Gemeinden Scharrel, Ramsloh und Strücklingen hervorgingen. Im Zuge der Verwaltungsreform 1933 wurden die Gemeinde Strücklingen mit 3238 Einwohnern und die Gemeinde Barßel (3701) zur Gemeinde Barßel zusammengelegt. Nach dem Krieg ab 1948 waren die ehemaligen Gemeinden wieder selbstständig. Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Scharrel, Ramsloh und Strücklingen schließlich zur Samtgemeinde Saterland, allerdings ohne Idafehn, das Ostrhauderfehn zugeteilt wurde.

In Aufzeichnungen von Pfarrer August Meyerratken (1934 bis 1950 Pfarrer in Strücklingen) kann man im Informationszentrum über die letzten Jahre des Zweiten Weltkrieges in Strücklingen nachlesen. Einblicke erhält man im Rahmen der Dorfchronik auch in alte Verträge von Schiffsbauer Conrad Schulte. Man erfährt Wissenswertes über alte Sitten und Gebräuche. Doch auch Legenden und Aberglaube werden beleuchtet – zum Beispiel der geheime unterirdische Gang, der das Nonnenkloster in Osterhausen mit dem Ritterkloster der Johanniter in Bokelesch (ca. 13. bis 16. Jahrhundert) verbunden haben soll, oder auch der Hexentanzplatz in Bollingen.

Zeitzeugen berichten

Mit Zeitzeugen habe man vor gut zwei Jahren auch Video- und Tonaufnahmen gemacht, um die Chronik noch reichhaltiger gestalten zu können, berichtet Joachim Bunger. Ob die Dorfchronik später einmal als Buch erscheint, sei noch offen. Das hänge von der Fülle und Qualität des Materials aber natürlich auch von der Finanzierung ab.

Wer sich über die Dorfchronik Strücklingen informieren möchte, etwas dazu beitragen kann oder daran mitarbeiten möchte, kann sich an Joachim Bunger wenden unter Telefon  0151/65645835, 04498/9220050 oder per Mail: infozentrum@saterland.de.

Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
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