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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Das klingt nach großer Freude

28.11.2017

Elisabethfehn /Kamperfehn Neues Jahr, neuer Klang. Im Frühjahr 2018 erhält die Kirche St. Elisabeth in Elisabethfehn eine neue, gebrauchte Kirchenorgel. Es handelt sich um eine mechanische Schleifladenorgel (Kemper-Orgel), die die alte, in den 1960er-Jahren eingebaute elektropneumatische Kegelladenorgel ersetzen wird. Diese kann durch den Verschleiß nicht mehr den vollen Klang entwickeln und verursacht zu hohe Wartungskosten.

Zurück zu den Anfängen

Gefunden hat die neue Orgel im Rahmen einer dreimonatigen Suche der selbstständige Orgelbaumeister Willehard Schomberg (41), der das gute Stück in seiner Werkstatt in Kamperfehn derzeit überarbeitet und anpasst für den Einbau in die St.-Elisabeth-Kirche. Drei Orgeln hatte er deutschlandweit im Visier, die Wahl fiel letztendlich auf das Instrument aus dem Jahr 1952. Besagte Orgel stand zuletzt in der evangelischen Kirche in Dahlbruch (Stadtteil von Hilchenbach in Nordrhein-Westfalen), die jedoch Anfang 2016 außer Dienst gestellt wurde. Seit etwas mehr als zwei Wochen ist die Orgel nun in den Händen von der Firma Orgelbau Schomberg. „Die neue Orgel bietet eine viel bessere, weil differenziertere Klangentfaltung“, erläutert Willehard Schomberg. Das neue Instrument hat drei Register mehr als das alte und gut 250 zusätzliche Orgelpfeifen. „Sie ist zudem nicht so wartungsintensiv wie die alte.“ Der Trend bei den Orgeln gehe zurück zu den Anfängen. „Das mechanische System ist das Ursprungssystem im Orgelbau“, sagt der 41-Jährige.

Mit seinem Mitarbeiter tauscht er derzeit alle Verschleißteile aus und reinigt die Orgel. Alle 1420 Pfeifen (20 Register) werden gesäubert, schildert Schomberg. Das Instrument wird klanglich aufbereitet. Die größte Herausforderung sei es, die Orgel platztechnisch und vom Klang her an die neue Kirche anzupassen. Das Rückpositivgehäuse muss fast komplett neu gebaut werden. Es wird in der Kirche St. Elisabeth zu einem großen Teil über die Empore hinausragen. Der Abstand zwischen Gehäuse und Hauptwerk wird enger sein. Zudem muss die Windanlage angepasst werden.

Die alte Orgel, die Willehard Schomberg ab Anfang Januar aus der St.-Elisabeth-Kirche ausbauen wird, steht mit ihren Pfeifen zum größten Teil im kalten Kirchturm. So kann sie nicht den vollen Klang entwickeln und muss aufgrund der Temperaturschwankungen häufiger gestimmt werden, was jährlich hohe Kosten für die katholische Kirchengemeinde St. Ansgar verursacht. Dass die alte Orgel nicht mehr den Ansprüchen genügt, bestätigte auch Stefan Decker, Regionalkantor und Orgel-Sachverständiger des Bischöflich Münsterschen Offizialats. Er nahm auch die neue Orgel in Augenschein. Damit diese nicht mit der kalten Turmluft in Berührung kommt, steht sie komplett im Kirchenraum. Zum Abdichten der Turmöffnung soll eine Wand hinter der Orgel gezogen werden.

Mehr als 50 000 Euro

Die neue Orgel hat einen Kaufpreis von 18 500 Euro. Für den Abbau- und Wiedereinbau sowie die Intonation entstehen zusätzliche Kosten in Höhe von 32 500 Euro, so dass die Kirchengemeinde insgesamt 51 000 Euro bezahlen muss. Das gehe nicht ohne Spenden, sagt Pfarrer Ludger Becker, der um Mithilfe bittet. Ab einer Spende in Höhe von 50 Euro bekommt der Spender eine der alten Orgelpfeifen geschenkt. Zudem können sich Interessierte ein Bild vom Einbau der neuen Orgel und der Arbeit von Willehard Schomberg in seiner Werkstatt machen. Auch beim Abbau der alten Orgel wird es einen Tag zum Über-die-Schulter-schauen geben. Die genauen Termine sind noch offen.

Nach dem Abbau der alten Orgel wird die Kirche ab dem 15. Januar innen einen neuen Anstrich erhalten. Im Februar will Willehard Schomberg dann mit dem Einbau der neuen Orgel beginnen. Dauer: etwa zwei bis drei Monate. Die Vorfreude ist groß.

Sebastian Friedhoff
Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2904

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