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NWZonline.de

Schauspiel: Eltern stolz auf Erfolge des Sohns

26.02.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-02-26T09:49:56Z 280 158

Schauspiel:
Eltern stolz auf Erfolge des Sohns

Wien/Cloppenburg Am heutigen Freitag wird der gebürtige Cloppenburger Markus Meyer bei der „Ö1 Hörspiel-Gala“ im Wiener ORF-Radiokulturhaus als „Schauspieler des Jahres“ ausgezeichnet (die NWZ  berichtete). Morgen ist Meyer bei der Premiere des neuen Peter-Handke-Stückes „Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße“ in einer Inszenierung von Claus Peymann im Wiener Burgtheater dabei.

Die Auszeichnung ist für Meyer, der „herzliche Grüßen an Cloppenburg“ ausrichten lässt, eine große Ehre. Seinen Erfolg führt er nicht zuletzt auf die Unterstützung seiner Familie zurück „und auf das Glück, an meiner Schule, dem ULF, einige sehr gute Lehrer gehabt zu haben, die mich wirklich gefördert haben“. An der Liebfrauenschule machte er übrigens auch sein Abitur.

Zahlreiche Freunde, Kollegen und Pädagogen, seine Schwester Sylvia und vor allem die Eltern aus Cloppenburg freuen sich mit dem 44-jährigen Schauspieler und Professor. „Wir wussten immer schon, dass unser Sohn sehr viel Talent zum Schauspieler hat“, erinnern sich Gisela und Roland Meyer im Gespräch mit der NWZ . Wie so viele besorgte Eltern, wollten sie aber auch, dass Markus mit einem Studium die Grundlage für ein berufliches Fortkommen legt. Vor 25 30 Jahren sei die Schauspielerei halt eher als „brotlose Kunst“ betrachtet worden. Markus Meyer studierte Biochemie, überlegte sich, Zahnarzt zu werden. Dann aber wurde er von der Ernst-Busch-Hochschule in Berlin aus 1500 Bewerbungen ausgewählt. Intendant Claus Peymann hatte wohl sofort Meyers Talent erkannt. Die ersten Engagements waren erfolgreich, der Weg zum anerkannten Schauspieler geebnet.

„Wir haben heute noch einen sehr guten und ständigen Kontakt zu unserem Sohn“, sagt Gisela Meyer. Übers Telefon seien sie über alle Schritte informiert. So seien sie auch die ersten gewesen, denen der Sohn von seiner Ehrung berichtete.

Norbert Lingnau war am ULF Lehrer des späteren Schauspielers. „Er konnte alles – ob Chemie, Physik, Tanzen, Sprachen oder Sport“, weiß er zu berichten. Horst Strömer, der vor 18 Jahren nach Wildeshausen wechselte und dort jetzt pensioniert wurde, kann sich rückblickend im Lob kaum bändigen, wenn er an das Trio Matthias Lühn, Claudia Jahn (vom CAG) und Markus Meyer bei Wilders „Wir sind noch einmal davon gekommen“ denkt.

Markus Meyer wäre aber auch ein guter Pädagoge geworden. Er hat Lehraufträge im Fach Schauspiel am Konservatorium Wien und am Wiener-Max-Reinhardt-Seminar inne. Als jüngst mit Miriam Fussenegger eine relativ unbekannte Schauspielerin für die „Buhlschaft“ im Salzburger „Jedermann“ ausgewählt wurde, verstummte die Kritik an dieser Kür erst, als bekannt wurde, dass sie von Markus Meyer unterrichtet wird.

Cloppenburgs Ruf als „Schauspieler-Hochburg“ wird wieder einmal bestätigt. Neben Markus Meyer genießen Josef Ostendorf, Katharina Köhntopp, Frank Jordan, Matthias Lühn, Anne Ratte-Polle, Markus Gertken, Manfred Zapatka und Claudia Jahn einen internationalen Ruf. Christiane Seidel – einst auch am Cloppenburger ULF, heute in New York lebend – wurde von Martin Scorsese sogar mit der Rolle der Sigrid Mueller in das Ensemble der weltweit erfolgreichen Fernsehserie „Boardwalk Empire“ aufgenommen. Also auch Hollywood-Glanz für Cloppenburg.

Ob es die Cloppenburger Luft oder das Schulsystem sind, die das künstlerische Talente fördern, kann Markus Meyer nicht sagen. An die „tolle Theatergruppe“ erinnert er sich aber gern.