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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Frühlingserwachen der Studiobühne

17.01.2020

Endel /Cloppenburg 26 Mitglieder der Studio-Bühne Cloppenburg haben sich jetzt in einem dreitägigen Workshop im Haus Marienstein in Endel (Visbek) intensiv auf ihr neues Stück „Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind (1890/91) vorbereitet. Premiere ist am Freitag, 20. März, 19.30 Uhr, im Cloppenburger Kulturbahnhof an der Bahnhofstraße 82. Die drei weiteren Vorstellungen sind am Sonntag, 22. März, 18 Uhr, Dienstag, 24. März, 19.30 Uhr, und Freitag, 27. März, 19.30 Uhr, ebenfalls im Kulturbahnhof. Eintrittskarten gibt es ab sofort in der Buchhandlung Terwelp, Lange Straße 8, zum Preise von acht Euro (ermäßigt fünf Euro€).

Das Drama „Frühlings Erwachen“ spielt am Ende des 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen die Gymnasiasten Melchior Gabor und Moritz Stiefel sowie die 14-jährige Wendla Bergmann. Die Jugendlichen suchen vergeblich nach Antworten auf die drängenden Fragen der Pubertät. Moritz gesteht seinem Freund Melchior seine Verunsicherung angesichts erster sexueller Regungen.

Er ist nicht aufgeklärt, und um ihm zu helfen, verfasst Melchior eine Aufklärungsschrift mit dem Titel „Der Beischlaf“. Die 14-jährige Wendla versucht, im Gespräch mit ihrer Mutter das Rätsel des Kinderkriegens zu lüften. Aber beide reden aneinander vorbei.

„Frank Wedekind prangert die bornierten Moralvorstellungen und die autoritären Strukturen in Elternhaus und Schule mutig an“, erläutert der Leiter der Studiobühne, Dr. Hubert Gelhaus. Als das Drama 1891 erschien, habe es die preußischen Zensurbehörden auf den Plan gerufen. Einst aufgrund seiner angeblichen Obszönitäten verboten, sei „Frühlings Erwachen“ heute eine weit verbreitete Schullektüre, so der frühere Studienrat für Deutsch und Geschichte am Cloppenburger Clemens-August-Gymnasium.

Wedekinds Drama sei häufig missverstanden worden. Der Text enthalte keine Pornografie – in dem Stück gehe es überhaupt nicht um Sex, sondern um Liebe. „Genauer, um die Rettung der Liebe: damals vor den kleinbürgerlichen moralischen Tabus, heute vor einer durchgeknallten Medienwelt, die ihr das letzte Geheimnis und damit den letzten Zauber entreißt“, so Gelhaus.

In „Frühlings Erwachen“ - einer Art „Kindertragödie“ - würden die Jungen und Mädchen mit ihren Problemen allein gelassen. Sie hätten nicht das Gefühl, in dieser Welt willkommen zu sein und ihr Leben leben zu dürfen. Diese Zusage gäben ihnen weder ihre Eltern noch ihre Lehrer. „Und warum?“, fragt Gelhaus und gibt gleich die Antwort: „Weil sie es nicht gelernt haben.“

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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