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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Ermländer fühlen mit Flüchtlingen

14.08.2015

Bethen Als Deutschlands nördlichster Marienwallfahrtsort gilt seit Jahrhunderten das am Stadtrand von Cloppenburg gelegene Bethen. Spätestens seit 1967, als Wilhelm Scheperjans vielen vertriebenen, spätausgesiedelten ermländischen Bauern in einer Nebenerwerbssiedlung in Cloppenburg-Emstekerfeld eine neue Heimat gegeben hatte, wurde die Gnadenstätte auch zum regelmäßigen Ziel der Katholiken aus Ostpreußen, für die der Cloppenburger Erich Behlau, Vorsitzender des ermländischen Landvolks, bereits seit langem einen jährlichen Wallfahrtstag organisiert. So trafen sich am Sonntag wieder mehr als 50 Heimatvertriebene zur von Orgel und Trompete begleiteten Festmesse in der Basilika.

Wie gut diese Ermländerwallfahrt in Norddeutschland angenommen wird, zeigt nicht zuletzt die große Anzahl an mitwirkenden Priestern. Pfarrer i.R. Gerhard Burchert aus Lingen stand als Hauptzelebrant am Altar, unterstützt vom ortsansässigen Seelsorger Dr. Dirk Költgen, von Konsistorialrat Dr. Claus Fischer, Konsistorialrat Norbert Steffen sowie von Kanonikus Dr. Edward Golinski, der sogar aus Allenstein angereist war und damit Pastoralreferent Martin Grote aus Bornheim bei Bonn kilometermäßig noch weit übertraf.

Das Meßformular wurde vom Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel gewählt, und der gebürtige Heilsberger Dr. Fischer hielt die Predigt. Er erinnerte an die Flucht und Vertreibung der Ermländer vor 70 Jahren und zog eine hochaktuelle, gesellschaftskritische Parallele zur derzeitigen Flüchtlingsproblematik: „Große Menschengruppen fliehen in teils maroden Booten über das Mittelmeer in unsere Richtung. Kein anderer müsste diese Schicksale so gut verstehen können wie wir, die wir nahezu dasselbe miterleben mussten, oder haben wir dies tatsächlich schon vergessen?“

Pfarrer Fischer appellierte, dass es die Aufgabe aller Christen sein müsse, gerade die am Rand der Gesellschaft stehenden Menschen aufzunehmen, und er bezog sich dabei auf Maria, die bei ihrer Flucht nach Ägypten ebenfalls dieses große Leid miterlebt habe.

Nach dem festlichen Hochamt, in das weite Teile der ermländischen Vesper miteinbezogen worden waren, ging es für die Kirchenbesucher in die gegenüberliegende Gaststätte Maria Rast zum gemütlichen Kaffeekränzchen. Erich Behlau, der im Saal nochmals allen Anwesenden dankte und auf verschiedene kommende Veranstaltungen des Ermländischen Landvolks hinwies, zeigte sich über den gelungenen Nachmittag äußerst zufrieden: „Es war wie ein Stück Himmel auf Erden!“

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