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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Schauspieler aus Cloppenburg zurzeit fast wöchentlich im TV

17.01.2017
Frage:  –Herr Gertken, am 21. Januar sind Sie um 20.15 Uhr im ZDF in der Krimiserie „Kommissarin Heller“ zu sehen. In der Folge „Verdeckte Spuren“ spielen Sie den ehemaligen Lehrer Jan Drexler, der als Aussteiger im Wald lebt und sich ziemlich wortkarg gibt. Das kann jetzt ja ein schönes Gespräch mit Ihnen werden...
Gertken: ...das ist ja nur eine Rolle, die nicht mit meinem persönlichen Charakter verwechselt werden darf. Übertragen auf einen anderen Fall wäre das ja auch schlimm, habe ich doch am 1. Januar in der Polizeiruf-110-Folge „Angst heiligt die Mittel“ den Mörder Heiner Bockmann gespielt.
Frage: Sie kommen quasi aus einer Schauspielerfamilie, Ihr Vater Heinrich war 1949 eines der Gründungsmitglieder der Waldbühne im emsländischen Ahmsen. Und auch Ihre Mutter Margret war in einer Laienspielschar...
Gertken: ...meine Eltern haben sich auf der Bühne quasi kennengelernt. Bei dem Stück „Die große Ernte“ sind sie sich nähergekommen. Ansonsten hat das Theater im alltäglichen Leben eines Amtsvorsteherhauses (Gertkens Vater Heinrich war Geschäftsstellenleiter der Landwirtschaftskammer Cloppenburg, Anm. d. Red.) keine große Rolle gespielt.
Frage: Wann sind Sie denn das erste Mal auf der Bühne gewesen?
Gertken: Daran kann ich mich noch genau erinnern. Das war in der zweiten Klasse auf der Andreas-Schule. Ich habe in den „Bremer Stadtmusikanten“ einen Räuber gespielt. Zuhause habe ich für die Rolle das Fallen geübt. Auf der Bühne sah das dann so perfekt aus, dass alle glaubten, ich sei wirklich hingefallen. Das war mir damals ziemlich peinlich.
Frage: Da war Ihnen als Dreikäsehoch also schon klar, dass Sie Schauspieler werden wollten, oder?
Gertken: Nein, das dauerte noch ganz schön lange. Aber ich habe mich meine ganze Schulzeit damit beschäftigt. Während meiner Zivildienstzeit in Köln wurde es dann professioneller. Ich spielte an der Studiobühne...
Frage: ...nach Ihrer Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München folgte ein Vierteljahrhundert auf den Theaterbühnen der Republik, Österreichs und der Schweiz. Wie sind Sie dann eigentlich noch so ein bekannter Fernsehschauspieler geworden? Man hat ja inzwischen fast den Eindruck „Keine Fernsehwoche ohne Gertken“...
Gertken: ...ich habe in Wien, Basel, Köln und vor allem in Berlin gespielt. Seit zwölf Jahren bin ich nicht mehr am Theater fest angestellt, sondern arbeite frei. Und seit zwei Jahren habe ich mich ganz aufs Filmen konzentriert.
Frage: Und das inzwischen nicht mehr nur fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen, sondern auch fürs Internet...
Gertken: ...stimmt. Im März startet Amazon in 20 Ländern die Thriller-Serie „You are wanted“, in der u.a. Matthias Schweighöfer dabei ist und ich den Leiter des BND spiele.
Frage: Demnach sind Sie inzwischen nicht mehr auf den deutschsprachigen Raum festgelegt...
Gertken: ...bereits im Herbst 2016 habe ich in Budapest in der englischsprachigen Serie „Camp X“ mitgespielt, eine Spionageserie, die während des Zweiten Weltkriegs spielt und in der ich einen Deutschen mime.
Frage: Haben Sie überhaupt noch Zeit, mal nach Cloppenburg zu kommen?
Gertken: Oh ja, ich bin etwa alle zwei Monate in Cloppenburg. Ich esse gerne mal ein Kotelett in der alten Heimat bei meinem Kumpel Thomas Hofrogge. Die Kontakte zu den alten Freunden sind niemals abgerissen. Und außerdem schaue ich gerne bei meinen Eltern rein. Die sind inzwischen 88 bzw. 86 Jahre alt, da gibt es einiges zu regeln.
Frage: Was sind Ihre Projekte für 2017?
Gertken: Das lässt sich noch gar nicht so genau sagen. Im Moment wird noch gar nicht so viel gedreht. Ich habe Zeit, um mich um ein Projekt zu kümmern, das mir sehr am Herzen liegt. Mit einem Autorenfreund habe das Drehbuch zu einem Autorenfilm unter dem Titel „Der Graben“ geschrieben. Es geht um einen während des Ersten Weltkriegs im Schützengraben liegenden Soldaten, der traumatisiert ist und unter einer Persönlichkeitsspaltung leidet. Es findet eine Art Kammerspiel statt, mit langen Plansequenzen, die von der Kamera wie mit einem Seziermesser aufgenommen werden. Das Grauen liegt in jedem Detail und zeigt, dass der Mensch verdammt ist, seinem genetischen Programm zu folgen und den Alltag zu erobern, wie lebensverneinend er auch sein mag. Absurd unter diesen Umständen. Dafür suchen wir im Moment Sponsoren.
Carsten Mensing
Cloppenburg
Redaktion Münsterland
Tel:
04471 9988 2801

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