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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Feuerwerk an Wand projiziert

16.01.2016

Barßel /Bermudas Auf Bermuda kennt man keine Adventszeit und normalerweise haben die Kinder auch keinen Adventskalender. Doch meine Gastmutter wollte es trotzdem ein wenig weihnachtlich für mich machen und hat vier Kerzen als Adventskranz aufgestellt. Wir haben jeden Sonntag eine Kerze angezündet. Trotz der fehlenden Adventszeit bereiten sich die Bermudaner auch auf Weihnachten vor, indem Weihnachtsparaden abgehalten werden. Auch auf dem Wasser werden die Boote mit Lichtern geschmückt und es gibt Bootsparaden.

Baum für 150 Dollar

Der Tannenbaum wurde Anfang Dezember gekauft und auch gleich ins Haus gestellt und geschmückt. Denn für einen Tannenbaum bezahlt man um die 150 Dollar und dafür will man auch etwas davon haben. Traditionell wird noch eine große Socke aufgehängt, die an Weihnachten mit kleinen Geschenken gefüllt wird.

Henrike Feldema                                    BILD: Carsten Bickschlag

Mit Rotary Club ins Ausland

Die 16-jährige Henrike Feldema aus Barßel ist für ein Jahr auf den Bermudas. Möglich gemacht hat das der Serviceclub Rotary, der jungen Menschen unterschiedliche Austauschprogramme anbietet. Henrike Feldema berichtet regelmäßig in der NWZ  über ihre Erlebnisse.

Meine Gastmutter hat dann Mitte Dezember eine Bustour über die Insel organisiert, bei der wir uns die mit Lichtern geschmückten Häusern angeschaut haben. Noch vor ein paar Jahren gab es die Angewohnheit, alle Häuser mit Lichterketten zu schmücken, doch das hat inzwischen nachgelassen.

Der 24. Dezember wird hier nicht gefeiert, es ist ein ganz normaler Arbeitstag. Am 25. Dezember feiert man dann endlich Weihnachten. Am Morgen gab es die Bescherung und danach wurde das Mittagessen vorbereitet. Denn der Rest meiner Gastfamilie kam zu uns. Das Essen war ganz anders als das deutsche Weihnachtsessen, es gab Truthahn, süße Kartoffeln, Pie und Gemüse. Jeder hat ein bisschen Essen mitgebracht, so dass die Arbeiten gut verteilt waren. Alle saßen zusammen und haben gegessen und getrunken. Danach wurden Spiele gespielt und später am Abend, als es dunkel war, wurden noch mal Geschenke innerhalb der Familie verteilt. Jedes Familienmitglied hat ein Geschenk für jeden dabei, deswegen gab es insgesamt viele Geschenke. Meine Gastfamilie hat die Tradition, abends bei den älteren Nachbarn vorbei zu gehen und Weihnachtslieder zu singen.

Meistens feiern die Familien, die nicht ursprünglich aus Bermuda kommen, ihr Weihnachten am Strand. Denn deren Familienangehörigen leben oft weit weg. Da meine Gastfamilie bermudanisch ist, haben wir den ganzen Tag mit der Familie zuhause verbracht.

Der 26. Dezember ist auch noch ein Feiertag, Boxing Day, wörtlich übersetzt Geschenkschachtel-Tag. Meistens wurden Geschenke oder das übrig gebliebene Weihnachtsessen in Schachteln gepackt und an die Obdachlosen verteilt. Viele Bermudaner gehen an diesem Tag zu einem Fußballspiel. Außerdem ist es an diesem Tag auf Bermuda erlaubt, jeden seiner Freunde und Verwandten zu besuchen, ohne sich vorher anzukündigen.

„Wirklich seltsam“

Den Silvester-Abend habe ich mit den anderen Austauschschülern und einer Rotary Familie verbracht. Doch es war für mich dieses Jahr ganz anders. Denn zum einen fing das Jahr 2016 in Deutschland fünf Stunden früher an als bei mir, so dass mir meine Familie ein frohes neues Jahr gewünscht hat, obwohl ich immer noch im Jahr 2015 war. Das war wirklich seltsam. Zum anderen gab es für mich kein Feuerwerk, denn das ist auf den Bermuda-Inseln verboten. Die Feuerwerke gibt es nur an Orten, wo es kontrolliert werden kann, also in den Städten. Als Ersatz aber hatten wir ein Feuerwerk, dass mithilfe eines Beamers an die Hauswand projiziert wurde.

Nach einer kurzen Nacht ging es zum Strand, denn es ist auch eine Tradition auf Bermuda, den 1. Januar mit Freunden und Familie am Strand zu verbringen. So bin ich gut in das neue Jahr gestartet.

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