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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Frick kritisiert „Designertod“

23.01.2015

Stapelfeld Eine „Überbewertung der Selbstbestimmung“ hat am Mittwoch der weltweit bekannte Psychiater und Jesuit Professor Dr. Eckhard Frick kritisiert. Der Mensch sei jedoch ein Wesen, das zwischen der Bedürftigkeit einerseits und der Selbstbestimmung andererseits lebe, sagte der Inhaber des Münchener Lehrstuhls für „Spiritual Care“ beim 1. Stapelfelder Ärzteforum in der Katholischen Akademie (KAS). Auch das Sterben werde wie ein „Designertod durchgeplant“. Frick: „Das Leben lässt sich aber nicht darauf einengen, dass der Mensch alles durchplanen kann.“

Resonanz erfreut Röbel

Circa 120 Ärzte aus den verschiedensten Fachrichtungen von der Anästhesie bis zur Zahnmedizin aus dem gesamten nordwestdeutschen Raum informierten sich über das Thema „Ärztliches Handeln an der Grenze“. Die Veranstaltung fand auf Initiative von Weihbischof Heinrich Timmer­evers statt und wurde von Dr. Martina Weiler-Berges, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie aus Cloppenburg, sowie dem ärztlichen Leiter der Fortbildung, Dr. Eckhard Schiffer aus Quakenbrück, organisiert. Pfarrer Dr. Marc Röbel, Geistlicher Direktor der KAS, freute sich über die große Resonanz bei der Premiere und war sich sicher, dass auch in Zukunft ärztliche Symposien in Stapelfeld stattfinden.

Weihbischof Timmerevers betonte mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik: „Migration ist eine Herausforderung für uns alle. Die Kirche ist nicht die Expertin für alle globalen Fragen oder für politische Verantwortlichkeiten. Aber wir stehen für das Leben ein. Und das bedeutet: Wir müssen zusammenrücken. Und wir müssen uns als Kirche und Gesellschaft dieser Herausforderung stellen.“ Timmerevers dankte den anwesenden Medizinern für ihr Engagement zum Wohle der Menschen und betonte, dass die „Ehrfurcht vor dem Leben“ die Grundhaltung sei, die ärztliches und kirchliches Handeln verbinde.

Dieses interdisziplinäre Denken und Handeln verkörpert auch Referent Frick, der über das Thema „Praxis der spirituellen Anamnese“ sprach. Nach dem Studium der Medizin, Philosophie und Theologie wurde Frick unter anderem 2010 auf die Professur für die neue medizinische Disziplin „Spiritual Care“ an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München berufen und nach dem Theologiestudium zum Priester geweiht. „Spiritual Care“ ist eine wissenschaftliche Disziplin an der Grenze zwischen Medizin, Theologie und Krankenhausseelsorge. Diese befasse sich mit der „Gretchen-Frage der Medizin“, so Frick.

Spiritualität ein Tabu

Die ärztliche Frage nach der Spiritualität des Patienten sei heute oft ein Tabu, kritisierte der Referent. „Der Mensch braucht am Ende des Lebens aber Beziehung und Begleitung“, machte er deutlich und betonte gleichzeitig, dass sich die „Spiritual Care“ nicht nur mit Palliativ-Patienten auseinandersetze, sondern dass die Behandlung eines jeden Patienten einen umfassenden Blick auf die gesamte Lebenssituation des Menschen erfordere. Daher sei die Integration des Spirituellen in die Behandlung und die Betreuung von Patienten wichtig, so der Referent.


     www.ka-stapelfeld.de 
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