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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Zukunftskirche für die ganze Gemeinde

01.11.2018

Friesoythe /Altenoythe Architektur ist bekanntlich immer noch Geschmackssache. Gerade die Architektur der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts mit sehr viel Beton und klaren und großen geometrischen Formen ist heute oft umstritten. Genau solche klaren und großen Strukturen findet man in der katholischen Kirchengemeinde Friesoythe nur in einer Kirche – der renovierungsbedürftigern Dreifaltigkeitskirche in Altenoythe. „Wir wollen uns genau dieser klaren Formen bedienen, denn die Kirche bietet unzählige Möglichkeiten“, sagt Architekt Ulrich Tilgner aus Bremen, der mit den Planungen zum Innenumbau des Gotteshauses beauftragt wurde.

Neuer Kirchenraum

Dabei soll in Altenoythe etwas ganz Neues entstehen – ein neuer Kirchenraum, den es so im Bischöflich Münsterschen Offizialat noch nicht gibt. „Im Boden wird ein Kreuz sichtbar gemacht, dass vom Glockenturm an der Straße bis in die Kirche geführt werden soll. Und genau an diesem Kreuz soll sich alles in dem Raum orientieren“, sagt der Architekt. Dafür sollen zum Wohle der Barrierefreiheit alle Stufen in der Kirche entfernt werden und auch die klassischen Kirchenbänke sollen nach dem neuen Konzept der Vergangenheit angehören. Dafür kommen normale Stühle in die Kirche. „Ob diese dann mit einer Kniebank ausgestattet werden sollen oder nicht, muss innerhalb der Gemeinde noch geklärt werden“, sagt Pfarrer Michael Borth. Durch die Stühle kann der Kirchenraum dann flexibel bestuhlt werden – immer passend zur jeweiligen Veranstaltung. Dazu kommen zwei neue Wände am rechten und linken Arm des auf dem Grund angedeuteten Kreuzes. „Diese Wände sollen ein zusätzliches Wohlbefinden im doch sehr großen Kirchenraum schaffen“, so Tilgner.

Beweglicher Altar

Die größte Neuerung in der Dreifaltigkeitskirche soll aber ein beweglicher Altar und ein beweglicher Ambo werden. Diese sollen entlang der Achsen des Kreuzes positioniert werden können. „Der Altar und auch der Ambo sollen nicht beliebig im Raum sonder geführt im Raum an einer Linie platziert werden können“, so der Architekt. Ebenfalls sollen Dreh-Falt-Wände zwischen den Pfeilern der Kirche angebracht werden, um so auch kleine separierte Räume in der Kirche schaffen zu können. „Die Zeiten, in der in einer Kirche nur der klassische Gottesdienst gehalten wird, sind vorbei. Mit den beweglichen Wänden können auch kleine Arbeitskreise von Schulen oder zum Beispiel des Caritas-Vereins in der Kirche in einem würdigen Rahmen stattfinden“, sagt Pastoralreferent Martin Kröger, der auch Leiter des Vorplanungsausschusses zur Neugestaltung der Dreifaltigkeitskirche ist.

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Wichtiger Schritt

Bibelgespräche, theologische Stuhlkreise – all das soll in der Dreifaltigkeitskirche dann möglich sein. „Doch die Dreifaltigkeitskirche bleibt eine Kirche und bleibt auch Hauptkirche in Altenoythe. Doch den Raum wollen wir für mehr als nur den klassischen Gottesdienst nutzen“, macht Pfarrer Michael Borth deutlich. Durch die neue Raumordnung können dann auch nur noch maximal um die 350 Menschen in der Kirche Platz finden. Dazu kommen neue barrierefreie Toiletten, und die Orgel soll auf die rechte Seite wandern. Auch die Elektrik und die Heizung müssen dringend erneuert werden.

Neues Lichtkonzept

Auch mit dem Licht in der Kirche soll anders umgegangen werden. „Durch die kleinen Glasfenster im oberen Bereich der Kirche kommt viel Licht, doch es kann nicht gestreut werden. Dafür sollen vor den Fenstern weiße Vorhänge installiert werden, die auch mit LED-Licht hinterleuchtet werden können und so das Licht im Raum besser verteilt werden kann. Dazu können diese Vorhänge als Projektionsfläche für Beamer oder bunte Lichter dienen“, berichtet Tilgner.

Von außen soll die Kirche nicht verändert werden. Lediglich die Stufen vor der Kirche sollen entfernt werden. Dazu kommt das schon erwähnte Kreuz im Boden und eine neue Allee aus Bäumen. „Natürlich sind solch gravierende Veränderungen im Raum erst einmal gewöhnungsbedürftig. Doch das Konzept kam bis jetzt bei allen gut an“, sagt Gerd Lübbers, Altenoyther und stellvertretender Vorsitzender des Kirchenausschusses.

Dass die neue Kirche bei „allen“ gut ankommt ist auch Pfarrer Borth sehr wichtig. „Diese neue Zukunftskirche ist keine Kirche nur für Altenoythe. Sie soll der gesamten Pfarrei dienlich sein“, so der Pfarrer.

Besondere Inspiration

Doch was kostet der Umbau und wann ist mit einer Realisierung zu rechnen? Die entscheidenden Gremien befassen sich im Frühjahr 2019 wieder mit dem Thema. „Wir haben die Planung bewusst erst einmal ohne Kosten gemacht. Natürlich sind wir bei grünem Licht vom Offizialat dann auch auf eine Sammlung aus der Bevölkerung angewiesen. Doch bis jetzt konnten wir noch jedes Projekt finanziell umsetzen“, sagt Borth. In zwei bis drei Jahren könnte der Umbau dann vollzogen sein. „Der Glaube schreit nach neuen Formen, und dieses Gebäude ist ein wichtiger Sprung in die Zukunft“, so Borth. Apropos Zukunft: Bei der Planung haben sich die Architekten von der Filmreihe „Star Wars“ inspirieren lassen. Wenn man sich die Zeichnung genau anschaut, erkennt man auch die Formen des Raumschiffes „Millenium Falcon“.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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