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Auftritt: Die wahre Geschichte von Rotkäppchen

17.10.2018

Friesoythe Die Großmutter wird schon mal nicht gefressen. Und auch sonst hat „Grimm – Die wirklich wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf“ kaum etwas mit dem Märchen um Rotkäppchen und dem bösen Wolf zu tun.

„Unser Grimm ist kein Märchen“, sagt Tilmann Birschel, der bei der Oper an der Leine in Hannover die Produktionsleitung des Stückes hat und am 19. Oktober im Kulturzentrum „Alte Wassermühle“ auch selbst auf der Bühne steht. „Grimm ist ein Musical, spielt in der Gegenwart und kann am ehesten als Fabel bezeichnet werden.“

Vor allem sei Grimm, so Birschel weiter, ein Stück für die ganze Familie. „Wir haben festgestellt, dass sich insbesondere Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren bei dem Stück besonders wohlfühlen und sich gut damit identifizieren können.“

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Das mag zum einen an der Musik liegen. „Die ist groovig, geht richtig ab und in die Beine“, verspricht Birschel. Es mag aber auch am Thema liegen, denn wie jede Fabel hat auch Grimm einen nachdenklich machenden, zwischenmenschlichen und auch pädagogischen Ansatz.

Rotkäppchen will die im Dorf kursierenden Schauergeschichte um den bösen Wolf nicht glauben. Und tatsächlich: Im Wald stellt sie fest, dass der Wolf interessant und auch ziemlich sexy ist. Also nimmt sie ihn mit ins Dorf, um dem Märchen vom bösen Wolf ein Ende zu setzen. Dort aber hat man daran kein Interesse – zu bequem ist es, an den Vorurteilen festzuhalten.

Die Protagonisten des Stücks sind überwiegend Tiere: Haus- und Wildschweine, Hunde, Ziegen, eine Eule und der Wolf. Ein Teil der Figuren (und der Schauspieler) ist älter und erfahrener, der andere Teil ist jung, ungestüm und drängt auf Veränderung.

„Da spiegelt sich der Gegensatz zwischen Wald und Dorf, zwischen Jung und Alt, zwischen Freiheit und biederer Bürgerlichkeit wider“, erläutert Birschel. „Im Grunde genommen ist Grimm eine Geschichte über das Ausgegrenzt- und Fremdsein – ein Thema, das ja heute auch auf der Tagesordnung steht.“

Das Musical Grimm wurde 2014 in Graz uraufgeführt. Seitdem lief es unter anderem an der Neuköllner Oper und am Theater der Jugend in Berlin, am Theater Erfurt und eben an der Hannoveraner Oper an der Leine.

Von der Kritik wird das Stück unter anderem als „eine der aktuell wichtigsten Theaterproduktionen“, „eine Bereicherung“ oder als „einfach tierisch gut“ bezeichnet. Autor Peter Lund erhielt 2015 den Deutschen Musical-Theater-Preis in der Kategorie bestes Buch.

 Die Oper an der Leine gastiert am 19. Oktober im Kulturzentrum „Alte Wassermühle“. Beginn ist um 19 Uhr, Karten gibt es bei der Buchhandlung Schepers. Im Vorverkauf kosten sie für Erwachsene 13 und für Kinder acht Euro. An der Abendkasse kosten die Karten 15 und zehn Euro.

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