• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Schlichte Schönheit

10.07.2019

Friesoythe „Am Bauhausstil inspiriert mich die schlichte Schönheit. Ein einzelner Hingucker mit zum Teil wenigen, aber dafür klaren Akzenten. Nicht viel, was ablenkt vom Wesentlichen. Einfach und in sich vollkommen.“ Stefanie de Buhr bringt die Idee von Bauhaus-Gründer Walter Gropius hervorragend auf den Punkt. Genau vor 100 Jahren rief Gropius in Weimar das Staatliche Bauhaus als Kunstschule ins Leben (siehe auch Info-Kasten). Die Künstlerin aus Friesoythe verbindet mit Bauhaus aber weit mehr als theoretische Ansätze.

Das bedeutet Bauhaus

Vor 100 Jahren wurde das Bauhaus in Weimar gegründet. Walter Gropius holte 1919 die europäische Künstleravantgarde in die Stadt – und revolutionierte die Architektur.

Leitbild des Bauhaus war: Die Form folgt der Funktion. Entworfen wurde sachliche Architektur mit hohem Gebrauchswert, gutes Design für alle Menschen und vor allem bezahlbar. In diesem Stil hat die NWZ heute auch ihre Titelseite gestaltet.

Ein Spezial gibt es unter www.nwzonline.de/bauhaus

Da wäre zum einen ein Ort, den Stefanie de Buhr und Bauhaus eng miteinander verbindet. Dessau. Keine andere Stadt verkörpert die Bauhaus-Tradition so sehr. Hier befand sich von 1925 bis 1932 die Kunst-, Design- und Architekturschule. Zahlreiche Bauten der Bauhaus-Architekten prägen bis heute das Stadtbild. In Dessau befindet sich auch der Sitz der Stiftung Bauhaus, ab diesem Jahr gibt es auch ein Bauhaus-Museum. Und in dieser Stadt wurde Stefanie de Buhr geboren und verbrachte dort die ersten zehn Jahre ihres Lebens.

„Als junger Mensch hat es mich aber überhaupt nicht großartig berührt. Ich muss zugeben, dass ich das Bauhaus als Kind nicht besonders attraktiv und eher langweilig fand. Es war so schlicht, trist und klobig und mir fehlte die Farbe. Aber in Ostdeutschland war ja fast alles schlicht, trist und klobig“, sagt die Friesoytherin heute, und ärgert sich ein wenig: „So viel Kunst vor meinem Kinderzimmer und ich habe es nicht gesehen Ein Jammer eigentlich.“

Aber natürlich sei sie unweigerlich mit Bauhaus in Berührung gekommen. In der Turnhalle des Bauhauses zum Beispiel habe sie Handball gespielt. „Aber das war als Kind nichts Besonderes für mich“, so de Buhr. In einem der Meisterhäuser in der Ebertallee in Dessau, die Walter Gropius gebaut hat und klar als Bauhauswerke zu erkennen sind, befand sich eine Arztpraxis, erinnert sie sich: „Im Wartezimmer der Ärztin befanden sich ganz klassisch die Stahlrohrstühle und der Nierentisch – ganz typisch für den Stil. Die Ärztin war ein Bauhausfan und die Praxis war komplett im Bauhausstil eingerichtet. Somit saß mein Papa im Bauhaus, auf Bauhaus und war von Bauhaus umzingelt.“ Die bekannten Freischwingerstühle mit Stahlrohren fehlten zu Hause auch nicht. Außerdem erzählten ihr ihre Eltern Monika und Klaus Weber von Architekturstudenten aus aller Welt, die zu DDR-Zeiten für Seminare und Führungen nach Dessau kamen. „Der tiefe Ursprung ist zweifelsfrei in Dessau zu finden. Man kann es dort auch fühlen, da liegt Bauhausenergie in der Luft, und das ist nicht übertrieben. Dessau ist ein absolutes Muss für Bauhausfans.“ Und dennoch: „Als Kind habe ich am Bauhaus quasi vorbeigelebt.“

Das sieht heute ganz anders aus. Und da kommen wir zu einem anderen Punkt, den de Buhr und Bauhaus verbindet. Die Kunst.

„Ich betrachte den Architekturstil mit ganz anderen Augen. Wenn man sich ein wenig mit Kunst beschäftigt, dann eröffnet dies ganz andere Blickwinkel“, so die 39-Jährige, „da erkenne ich die Idee, und sogar eine enorme eigene, definierte Eleganz und Größe trotz der einfachen Linien.“ Sie bezeichnet das als „Formschönheit“.

Außerdem wisse sie, welche weitreichenden Impulse daraus entstanden sind – auch für ihr eigenes Schaffen. „Früher hatte ich eine bunte Phase und konnte das triste Grau, Schwarzweiß und die Eintönigkeit nicht ganz teilen. Aber heute hat sich die bunte Phase wieder gewandelt und beruhigt, so dass ich die einfachen Farbtöne zum Teil als wirkungsvoll empfinde.“

Was zu gerade ist, ist ihr manchmal zu gerade, da dürfe dann gerne ein kleiner Schwung sein, damit es gefällt. „Die klaren Linien, die schlichte Eleganz und die ungestörte Schönheit aus der Einfachheit mag ich aber dennoch und ist ein Faktor, der die Menschen begeistert“, so de Buhr. „Wenn es nicht so überladen ist, dann können die Sinne viel mehr damit anfangen und sich vielmehr auf die Formen einlassen“, sagt die Künstlerin.

Aus diesem Verständnis von Farbe und Form entstanden im vergangenen Jahr von ihr auch zwei Skizzen: „Formen“ und „die Höhe“. De Buhr: „Die Verbindung aus Eleganz ohne viel Drumherum ist genial. Weniger ist manchmal eben tatsächlich mehr.“ Und auch damit bringt sie die Idee von Bauhaus-Gründer Walter Gropius hervorragend auf den Punkt.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04491 9988 2900
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.