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Aktualisiert vor 7 Minuten.

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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Nicht nur heile Welt vorspielen

17.09.2019

Friesoythe /Bösel Darf man das? Als Künstler auf der Bühne so stark politisch Stellung beziehen, wie es der Musiker Herbert Grönemeyer getan hat? Die sozialen Medien sprühen über vor (geteilten) Meinungen. Wir haben drei Musiker aus der Region nach ihrer Meinung befragt.

„Ich persönlich finde die Aktion von Herbert Grönemeyer großartig! Er polarisiert und zeigt damit, wie wichtig dieses Thema ist“, sagt Astrid Schöning aus Augustendorf, die als Musikerin in Berlin arbeitet („She’s a woman“). Als Künstler politisch zu sein und die Bühne, die man habe, zu nutzen, sei absolut richtig. „Wenn man die Möglichkeit hat, viele Leute zu erreichen und damit Themen anzusprechen, über die vielleicht nicht oder zu wenig nachgedacht wird, dann sollte man diese Möglichkeit nutzen“, so Schöning.

Das ist passiert...

Der Musiker Herbert Grönemeyer (63, Männer) hat bei einem Konzert in Wien eine politische Ansprache gehalten und sich deutlich gegen Rechts positioniert. Grönemeyer sagte: Auch wenn Politiker schwächelten, „ (…) liegt es an uns, zu diktieren, wie ‘ne Gesellschaft auszusehen hat. Und wer versucht, so ‘ne Situation der Unsicherheit zu nutzen für rechtes Geschwafel, für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze, der ist fehl am Platze (…).“ Die Rede löste ein geteilte Echo aus.

Als Künstler sei man schließlich nicht nur Entertainer, der die heile Welt vorspielt, man könne genauso die Menschen zum Nachdenken bringen. „Das wird sowieso schon viel in Songs und der Musik verarbeitet, also warum sollte man es dann nicht auch in klaren Worten sagen dürfen?“

Für Manuel Kalmlage, gebürtiger Altenoyther und Bassist der Bremer Rockband „Anne.fuer.sich“, gehören politische Statements auf der Bühne ganz klar dazu. „Wir agieren auf der Bühne als Vorbildfunktion, und auch wenn wir nun keine wirkliche Größe in der Musikszene sind, gilt es dennoch deutlich zu machen, was in dieser Welt passiert und dass rechte Gewalt und Fremdenfeindlichkeit nicht richtig ist. Es noch nie richtig war“, sagt der Musiker. Neben solchen Statements setzt Kalmlage bei den Auftritten seiner Band auch modisch ein Zeichen und trägt öfter T-Shirts, die sich ganz klar gegen jede Form von rechter Gesinnung stellen.

In erster Linie positionieren sich die Jungs von „Anne.fuer.sich“ aber durch ihre Musik schon ganz klar. In ihrem Song „Geister“ heißt es zum Beispiel: „Und es schreien immer die am allerlautesten die, wenn es leise wird mit sich alleine sind. Man sieht’s ja immer wieder, die kommen immer wieder.“ Inspiriert wurde Leadsänger Marian Rossol zu diesen Zeilen durch einen Kurzurlaub in Wismar, bei dem er als gebürtiger Deutscher mit türkischen Wurzeln zum ersten Mal mit offener Ablehnung aufgrund seines südländischen Aussehens konfrontiert wurde. „Dieses eine Mal war schon ein sau unangenehmes Gefühl, für viel zu viele Menschen hier im Land ist das aber leider trauriger Alltag“, so Rossol.

Manuel und seine Bandkollegen sehen sich zwar nicht als politische Band, sprechen sich aber ausdrücklich gegen jede Form von rechtem Gedankengut aus. „Wir müssen jetzt gemeinsam ein Zeichen gegen die setzen, die versuchen, unsere Welt zu einem schlechteren Ort zu machen. Und wir brauchen Menschen wie Cem Özdemir oder Herbert Grönemeyer, die ein Zeichen dagegen setzen“, so Kalmlage weiter.

Für Tausende Besucher auf den ersten Blick ersichtlich ist das Zeichen gegen Rassismus, gegen Gewalt, für Respekt und Toleranz, den die Euro-Musiktage in Bösel setzen wollen. Ein großes Transparent wird beim großen Festumzug dazu vorneweggetragen – zum dritten Mal in diesem Jahr. „Wir haben viel Zustimmung dafür bekommen“, berichtet Euro-Geschäftsführer Andreas Lübben.

Es habe aber auch einige kritische Stimmen gegeben mit dem Hinweis, im beschaulichen Bösel sei das Zeichen nicht notwendig. Das sieht Andreas Lübben vor dem Hintergrund jüngster Hakenkreuz-Schmierereien an Fahrzeugen von Euro-Besuchern sowie an der Grundschule in Bösel allerdings ganz anders: „Auch in Bösel gibt es offenbar solche Idioten.“ Insofern sei es richtig, auf solchen Veranstaltungen ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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