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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Wer hätte den Nobelpreis für Literatur verdient?

10.10.2018

Friesoythe /Bösel Am 10. Dezember 2018 werden in Stockholm wieder die Nobelpreise für Physik, Chemie, Medizin und Frieden vergeben. Fehlen wird hingegen der Sieger der Literatur: Durch eine Krise der Schwedischen Akademie, die den Preis vergibt, wurde die Vergabe auf 2019 verschoben – die intern bereits entstandene Shortlist mit fünf Namen bleibt geheim.

Die NWZ hat sich bei literaturinteressierten Bürgern aus dem gesamten Nordkreis umgehört: Welche Bücher werden gerne gelesen? Welche Autoren sind besonders beliebt? Und wer hätte es endlich verdient, in den Kreis der Nobelpreisträger aufgenommen zu werden?

„Sehr angenehm zu lesen sind die Werke von Martin Suter“, erzählt Heiner Schepers von der Buchhandlung Schepers in Friesoythe. Ihm gefällt, dass man Einblick in die Leben der Charaktere erhält, wodurch es nicht nur eine oberflächliche Handlung gibt. Dazu behandelt der Autor viele verschiedene Themen. Neben den Werken von Martin Suter empfiehlt er zudem die Romane von Joachim Meyerhoff, welcher zudem auch noch Schauspieler und Regisseur ist. Vor allem das Buch „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ sei sehr humorvoll. Es setzt sich mit dem Konflikt zwischen Anspruch und Realität auseinander.

Ein weiterer sehr guter Autor sei außerdem Heinrich August Winkler, findet Schepers. Der Historiker, der unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, beschäftigt sich in seinem Sammelwerk „Auf ewig in Hitlers Schatten?“ mit den Grundfragen der deutschen Geschichte. „Ob diese drei Autoren den Nobelpreis für Literatur verdient haben sei dahingestellt“, sagt Heiner Schepers. Für ihn persönlich hätten sie es aber.

Skandal in der schwedischen Akademie

Die Schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, hat 18 Mitglieder, die auf Lebenszeit gewählt sind. Doch viele hatten ihre Arbeit eingestellt, weil sie nicht damit einverstanden waren, wie mit dem Skandal um den Franzosen Jean-Claude Arnault umgegangen wurde.

Arnault ist mit dem Akademiemitglied Katarina Frostenson verheiratet. Anfang der Woche wurde er wegen Vergewaltigung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Auch andere Frauen berichteten, von dem Theaterregisseur sexuell belästigt worden zu sein. Außerdem wurde ihm vorgeworfen, Interna aus der Schwedischen Akademie ausgeplaudert zu haben.

Weil die Mehrheit der Akademiemitglieder gegen den Rauswurf von Katarina Frostenson stimmte, stellten drei von ihnen die Arbeit ein, darunter die frühere ständige Sekretärin Sara Danius. Weil andere aus Altersgründen nicht mehr aktiv sind, verlor die Akademie ihre Beschlussfähigkeit, der Literaturnobelpreis musste für dieses Jahr abgesagt werden.

Eine neue Interpretation der Statuten soll es in Zukunft möglich machen, dass ein Akademiemitglied austreten kann. Ob Katarina Frostenson in dem Zirkel verbleibt, war zunächst nicht zu erfahren.

Eine spezielle Person, die den Nobelpreis bekommen soll, haben Hanna Joppich, Bundesfreiwilligendienstlerin, und Elfriede Rieken, ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der katholischen Bücherei St. Marien Friesoythe, nicht. Hanna Joppich würde jedoch einen Autor vorschlagen, der Thriller schreibt, da ihr dieses Genre besonders gefällt.

Elfriede Rieken hingegen setzt sich vor allem mit historischen Romanen auseinander. Ihre Lieblingsautorin ist zur Zeit Christiane Gohl, die ihre historischen Romane unter dem Pseudonym Ricarda Jordan veröffentlicht. Auch bekannt ist sie als Sarah Lark. Mit diesem Pseudonym schreibt sie ihre in Neuseeland spielenden Romane.

Martin Pille aus Bösel, Gründungsmitglied der Borsla Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur, unterbreitet gleich drei Vorschläge: „Philip Roth hätte einen Nobelpreis längst verdient gehabt.“ Der Amerikaner wurde in vielen Jahren als Kandidat gehandelt – erhalten hat er die Auszeichnung aber nie. „Das ist extrem schade“, wie Pille findet. „Für mich ist es völlig unerklärlich, dass er keinen bekommen hat.“ Roth ist im Mai verstorben – auch wenn Pille den Preis „postum vergeben würde“ – dass das passiert glaubt er nicht.

Die letzten 15 Preisträger

2017 Kazuo Ishiguro (Großbritannien) (geboren 1954) 2016 Bob Dylan (Vereinigte Staaten) (1941) 2015 Swetlana Alexijewitsch (Weißrussland) (1948) 2014 Patrick Modiano (Frankreich) (1945) 2013 Alice Munro (Kanada) (1931) 2012 Mo Yan (China) (1955) 2011 Tomas Tranströmer (Schweden) (1931–2015) 2010 Mario Vargas Llosa (Peru/Spanien) (1936) 2009 Herta Müller (Deutschland) (1953) 2008 Jean-Marie Gustave Le Clézio (Frankreich/Mauritius) (1940) 2007 Doris Lessing (Großbritannien) (1919–2013) 2006 Orhan Pamuk (Türkei) (1952) 2005 Harold Pinter (Großbritannien) (1930–2008) 2004 Elfriede Jelinek (Österreich) (1946) 2003 J. M. Coetzee (Südafrika) (1940)

Als weiteren geeigneten Kandidaten sieht er den israelischen Schriftsteller Amos Oz. Der 79-Jährige hat verschiedene Romane und Erzählungen, einige Essaybände und drei Kinderbücher veröffentlicht. Gerade sein Werk „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ gefällt Pille. „Er ist sprachlich wunderbar, war immer wieder Kandidat und hätte es verdient.“

Auch der amerikanische Autor Don DeLillo hat es dem Böseler angetan. „Er schildert die Paranoia unserer heutigen Zeit ganz hervorragend“, findet er. DeLillo hat seit 1971 verschiedene Romane, Novellen, Essays, Theaterstücke und ein Drehbuch geschrieben. Gerade sprachlich sei er „sehr gut“. Pille: „Ich glaube aber, dass die amerikanischen Autoren bei der Schwedischen Akademie derzeit nicht ganz so hoch angesehen sind.“

Überhaupt sei er mit vielen Entscheidungen der vergangenen Jahre nicht einverstanden. Das könnte sich aber in Zukunft ändern. „Durch einige Rücktritte werden neue Personen ins Gremium stoßen“, so Martin Pille. Das könnte vielleicht für frischen Wind sorgen – und einen seiner Kandidaten zu einem der von Alfred Nobel gestifteten Preise verhelfen.

Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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