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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Wichtiger Lernort für Jugendliche

05.07.2019

Friesoythe Bei der Ankunft an der Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof in Friesoythe lehnt Rainer Grygiel sein Fahrrad an einen Baum. Die Taschen sind zu schwer, um es auf den Ständer zu stellen. Er öffnet eine der Taschen und holt einen ganzen Bund mit kleinen Holzkreuzen heraus, auf denen „Zum Gedenken“ steht. Anschließend holt er einen Aufkleber einer „Vergiss-mein-nicht“-Blume aus einer kleinen Tüte und klebt ihn auf ein Kreuz. Dieses steckt er neben dem Gedenkstein in das Beet. In Friesoythe liegen 14 namentlich bekannte russische Kriegsopfer aus dem Ersten Weltkrieg sowie 24 sowjetische Opfer aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die Erinnerung an die Toten der Kriege in Europa lebendig halten. Was bei vielen Reden so oder ähnlich gesagt wird, nimmt Grygiel wörtlich. Der pensionierte Oberstleutnant besucht anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge 100 Kriegsgräberstätten in ganz Niedersachsen mit dem Fahrrad und zu Fuß.

„Ich war 33 Jahre Berufssoldat und bin seit zwölf Jahren für den Volksbund tätig. Wir wollen einen Beitrag für den Frieden leisten“, sagt Grygiel. In dieser Woche ist er zu Gast im Nordkreis.

„Kriegsgräberstätten sind Orte der Erinnerung, aber auch Lernorte für Jugendliche und pädagogische Ressource“, betont Grygiel. Deshalb organisiert der Volksbund auch Ferienlager für Jugendliche, bei denen neben vielen sonstigen Freizeitaktivitäten zwei Stunden täglich Gräber gepflegt werden. „Wenn die Jugendlichen sehen, wie früh die Soldaten gestorben sind, gibt ihnen das schon zu denken“, sagt Grygiel. Dies wurde für Grygiel besonders auf dem Friedhof in Scharrel deutlich: „Die Stätte war sehr schön gepflegt, dort liegen vier Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg begraben. Der jüngste war erst acht Jahre alt und starb am 18. April 1945.“

Seine erste von vier Touren zu den 100 Kriegsgräberstätten startete am Montag in Leer, führt durch den gesamten Bereich Weser-Ems und endet an diesem Freitag wieder in Leer. Dabei ist Grygiel nicht mit Navigationssystem unterwegs: „Ich habe eine Karte im Maßstab 1:50 000 dabei. Dort habe ich die Orte eingetragen. Das kenne ich noch so von meiner Zeit bei der Bundeswehr.“

Er hofft, auf seiner Tour mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Dies ist aufgrund der ruhigen Situation auf einem Friedhof nicht immer möglich. Die Erinnerung lebendig zu halten, ist für ihn vor allem aufgrund der heutigen politischen Situation wichtig: „Einige Entwicklungen sind bedenklich und in einigen Regionen ist die Situation eines möglichen Kriegsausbruchs gegeben. Die Arbeit für den Frieden funktioniert auch durch die Versöhnung über den Gräbern.“

Nils Coordes Redakteur / Newsdesk
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