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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Rabenschwarze Komödie um Morde aus Herzensgüte

20.02.2018

Friesoythe Komödie, Slapstick, tiefschwarzer Humor, interessante Charaktere und ein bittersüßes Ende versprechen die talentierten Schauspieler der Friesoyther Theatergruppe „Eigen:Regie“. „Arsen“, das hochgiftige chemisches Element, und „Spitzenhäubchen“, eine aus Spitze bestehende Kopfbedeckung: Daraus hatte der US-amerikanische Autor Joseph Kesselring eine Geschichte geflochten. Diese brachte das Friesoyther Ensemble am Wochenende in einer gelungenen Premiere im Forum am Hansaplatz auf die Bühne.

Zum Inhalt: Im beschaulichen Brooklyn der 40er Jahre ist die Welt noch in Ordnung. Dort leben die guten alten Zeiten weiter, die verschwunden sind wie die Kerzenbeleuchtung, die guten Manieren und die niedrigen Steuern. Dort leben die wohltätigen Schwestern Abby (Merle Themann) und Martha (Lill Themann), die ihr großes Herz und ihren Wohlstand für gute Zwecke einsetzen. So bieten sie etwa ihrer durchgedrehten Nichte Teddy (Lena Brinkmann), die sich für Theodore Roosevelt hält, ein Dach über dem Kopf. Die vielen Gäste aus dem Dorf wie Pastor Harper (Ingo Buschermöhle) genießen regelmäßig die berühmte Quittenmarmelade und den hausgemachten Holunderwein. Auch Abbys und Marthas Nichte Elaine, hervorragend von Carina Kunert dargestellt, und ihr Verlobter Mortimer (Niklas Reinken) gehen im Haus der Tanten aus und ein. Und wenn in Brooklyn hin und wieder mal ein oder zwei Menschen verschwinden, dann wird das wohl alles seine Richtigkeit haben, vermuten auch die Polizisten Brophy (Michael Schwieger), O’Hara (Lena Brinkmann) und Rooney (Ingo Buschermöhle).

Vorhang auf

Zwei Gelegenheiten: Wer sich „Arsen und Spitzenhäubchen“ anschauen möchte, hat dazu noch zwei Möglichkeiten. Die Aufführungen finden am Freitag, 23. Februar, und Sonntag, 25. Februar, im Forum am Hansaplatz statt. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 5 Euro (3 Euro ermäßigt). Karten können unter karten@eigen-regie.de reserviert werden.

Probleme tauchen erst auf, als Elaine eines Tages unvermittelt in der Fenstertruhe ihrer Tanten eine Leiche entdeckt. Die Tanten leugnen es nicht – sie haben arme, alte Menschen von ihren Leiden erlöst. Zwar gegen deren Willen, aber immer aus „reiner Herzensgüte“, wie sie mit Nachdruck betonen. Ganz besonders problematisch wird es, als Elaines lange verschollene Schwester Joanna, ausdrucksstark gespielt von Alina Gullatz, und ihre Kumpanin Dr. Einstein (Tanja Witte) auftauchen – ebenfalls mit einer Leiche im Schlepptau.

Inszeniert wird diese rabenschwarze Komödie von Niklas Reinken und Tanja Witte. Zwei Aufführungen stehen noch an. Der Erlös ist für einen guten Zweck.

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