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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Lesung: „Torjubel das schönste Glück der Welt“

08.09.2017

Friesoythe Der Puls geht hoch, panisch schaut man auf den Live-Ticker, man verkrampft, weil der Ball doch irgendwie reingehen muss, man verkrampft, weil der Schuss des Gegners nicht reingehen darf, und man möchte sich vergraben, wenn das Lieblingsteam verloren hat. Wenn all das auf jemanden zutrifft, ja, dann ist man fußballverrückt. So jedenfalls beschreibt es Manuel Andrack in seinem neuen Buch „Lebenslänglich Fußball“.

Der vor allem durch die Harald-Schmidt-Show bekannt gewordene Autor war am Mittwochabend im Kulturzentrum Alte Wassermühle in Friesoythe zu Gast und las aus seinem Buch vor. 50 Besucher, Männer waren in der deutlichen Mehrzahl, lauschten den Ausführungen des Fußballfans aus Saarbrücken.

Zu Beginn gab Andrack aber zunächst sein Wissen über Friesoythe zum Besten: „Friesoythe gehört nicht zum Friesland, der weltbeste Fußballverein ist der SV Hansa Friesoythe und hat sogar einen eigenen Fanclub, die Hansa-Amigos, und ein Nachtleben hat Friesoythe auch, naja, zumindest wenn die Kneipe ,Stadtmitte’ auf hat.“ Hatte sie nach Ende der Lesung übrigens nicht.

Dann ging es los mit den zahlreichen Anekdoten, die Andrack, selbst glühender Anhänger des 1. FC Köln, im Laufe seiner Recherchen zu dem Buch zusammengetragen hat. Er traf Fußballfans aus ganz Deutschland und gleich die erste Geschichte bewies, dass zu dem Buch auch der ursprüngliche Arbeitstitel „Bekloppte Fußballfans in Deutschland“ bestens gepasst hätte.

Die Geschichte handelt von einem Ehepaar. Sie, Tina, ist Fan von Eintracht Frankfurt. Er, Matthias, ist Fan vom Karlsruher FC. Da seien Ehekonflikte vorprogrammiert. Auf humorvolle Art und Weise beschrieb Andrack die Beziehung der beiden. Nach langen Ringen hätten sie einen Kompromiss gefunden. Speed-Trennung, also eine Beziehungspause während eines Fußballspiels, war die Lösung. „Konsequent“, findet Andrack. Die kleine Tochter von Tina und Matthias solle übrigens Bayernfan werden, „das erspart viel Leid“.

Fans, deren Teams nicht so erfolgreich seien wie die Bayern, müssten halt mehr Leid und Enttäuschung ertragen. Und generell sei ein Fußballfan eine „arme Sau“. Und man stelle sich immer wieder die Frage: „Warum tue ich mir das überhaupt an?“ Andrack hat dafür eine Antwort: „Es ist der Torjubel.“ Und er schwärmte: „Das Torglück ist das schönste Glück der Welt.“

Weiter berichtete er über einen Fußballverrückten, der wegen seines „extremen Suchtverhaltens“ schon zwei Jobs verloren habe. Außerdem habe dieser Mensch gleich zwei Lieblingsvereine. Solch ein polyamoröser (vielliebender) Fußballfan habe es besonders schwer, schließlich müsse er zwei Leben parallel führen.

Die lockere, humorvolle, teils dröge Art des Autors kam beim größtenteils fußballbegeisterten Publikum gut an. Viele nutzen auch gleich die Gelegenheit und kauften sich ein Exemplar von „Lebenslänglich Fußball“ – natürlich signiert vom Autor.

Gewaltbereite Fußballfans kamen in seinen Ausführungen aber nicht vor. Das seien nur 0,1 Prozent aller Fans, würden dafür aber eine große mediale Beachtung finden. Andrack: „In meinem Buch nicht!“

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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