• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Friesoyther Schüler Beteiligt: Friedensprojekt über den Gräbern

18.02.2020

Friesoythe /Lommel /Holten Es muss ein bedrückendes Bild gewesen sein. Von der Krypta des deutschen Soldatenfriedhof im belgischen Lommel hat man den eindrucksvollsten Blick – Kreuz an Kreuz an Kreuz. „Die Ausmaße der Anlage sind gigantisch. Das hat uns tief bewegt“, sagt Stefan Kühling, Lehrer an der Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe. Auf Einladung des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge will er an diesem größten deutschen Soldatenfriedhof im westeuropäischen Ausland am Volkstrauertag teilnehmen. Doch nicht alleine – mit seinen Schülern und auch mit den Schülern des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) Friesoythe.

Größter Deutscher Soldatenfriedhof

Der Deutsche Soldatenfriedhof in Lommel ist der größte deutsche Soldatenfriedhof mit Gefallenen aus dem Zweiten Weltkrieg im westeuropäischen Ausland. Insgesamt sind dort 38 560 Gefallene aus dem Zweiten Weltkrieg und 542 tote Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg begraben worden.

Die Ausmaße des Friedhofs sind gigantisch. Er ist insgesamt in 63 Felder mit bis zu 28 Reihen und 640 Gräbern aufgeteilt. Ein Grabkreuz teilen sich dabei jeweils zwei Soldaten. An beiden Seiten der Kreuze wurden Metallplatten mit den Namen der deutschen Soldaten und dem Geburts- und Todesdatum befestigt. Die ganze Anlage ist 16 Hektar groß. Pro Jahr besuchen rund 30 000 Menschen den Friedhof.

Der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge betreut den Friedhof. Am Friedhof steht ein Informationszentrum und eine Jugendbegegnungsstätte, in der die Schüler aus Friesoythe auch untergebracht werden. Ebenfalls ist dort ein Café zu finden.

Nicht alle Soldaten konnten einwandfrei identifiziert werden. An manchen Kreuzen auf dem Friedhof findet man somit nur die Inschrift „ein deutscher Soldat“ oder auch „drei deutschen Soldaten“.

Die Vorbereitungen für das internationale Projekt laufen bereits. „In Arbeitsgruppen wollen wir mit den Schülern das Projekt vorbereiten“, sagt Kühling. Bereits am Montag vor den Feierlichkeiten des Volkstrauertag am 14. November sollen die Schüler der beiden Schulen anreisen. Zusammen mit belgischen Schülern werden sie dann in der Jugendbegegnungsstätte direkt am Friedhof untergebracht. „Die zehn bis zwölf Schülerinnen und Schüler können somit ihr soziales Engagement unter Beweis stellen. Gerade 75 Jahre nach Kriegsende ist ein Erinnern an das schreckliche Ereignis sehr wichtig“, sagt AMG-Schulleiter Peter Stelter, der Kühling auf seiner Reise nach Lommel begleitete. Auch die Altersgruppe passt. „In Lommel sind Soldaten beerdigt, die mit 15 Jahren eigentlich noch Kinder waren. So lässt sich auch eine emotionale Bindung zu den Schülern erstellen“, sagt Stefan Kühling. Die Schüler sollen unter anderem dabei mithelfen, eine neue Gedenkstätte auch im Sinne des „digital Storytelling“ zu gestalten.

Von Lommel aus gibt es auch eine Verbindung in unsere Breiten. Dort sind die Soldaten Clemens Hackstette, Gerhard Klumpe und Josef Wieborg aus Friesoythe, Josef Grundmeier und Lorenz Schwerter aus Thüle, Heinrich Speckmann aus Bösel sowie Gerhard Pohlgeers aus Neuvrees beigesetzt. „Wir wissen bis jetzt wenig über sie. Vielleicht gibt es ja noch Menschen, die uns etwas über die Gefallenen erzählen können“, so Kühling.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Während des Austausches sollen die Schüler beider Nationen aber auch die Möglichkeit zum kulturellen Austausch finden – getreu dem Motto „Europäische Verständigung über den Gräbern“. Denn die möglichen neuen Freundschaften, die bei dem Projekt entstehen sollen, sollen nach Möglichkeit weitergeführt werden. „Deswegen planen wir auch bereits den Gegenbesuch der Schüler aus Lommel. Dieser könnte im Februar oder März 2021 stattfinden“, sagt Kühling. „Positiver Nebeneffekt ist, dass durch so ein Projekt auch unsere beiden Schulen näher zusammen rücken“, freut sich Rasmus Braun, Schulleiter der Heinrich-von-Oytha-Schule.

Auf ihrem Weg nach Lommel machten Kühling und Stelter aber einen weiteren Halt. Im niederländischen Holten befindet sich ein kanadischer Soldatenfriedhof. Dort liegt Lieutenant Colonel Frederick E. Wigle begraben. Gestorben ist er am 14. April 1945 – in Friesoythe. Sein Tod war für den kanadischen Kommandeur, Generalmajor Christopher Vokes, der Anlass, Friesoythe am gleichen Tag fast vollständig zu zerstören. Neben Wigle liegen dort noch weitere kanadische Soldaten, die zur gleichen Einheit gehörten.

NWZ-Trauer.de
Trauerfälle aus der Region sowie Ratgeberartikel zum Thema Trauer.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04491 9988 2906
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.