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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Ausgrabung: Früherer Müll heute interessant

30.06.2016

Bösel Bunte Fähnchen wehen im Wind, mit Nägeln befestigte nummerierte Schildchen stecken im Boden und teilen das Ausgrabungsfeld im Baugebiet an der Lerchenstraße auf. Überall wird vermessen, analysiert und beschriftet. Mittendrin in der Wüstenlandschaft arbeitet Archäologin Claudia Neutzer, deren Arbeitgeber Arcontor prüft, ob sich auf dem zukünftigen Böseler Wohngebiet wichtige historische Spuren befinden, die bei Baubeginn zerstört werden könnten. So will es das Gesetz, Auftraggeber ist die Gemeinde als Bauherr.

„Jungbronzezeitliche Schlüssellochgräben“, sagt Neutzer und deutet auf ein mit Planen abgedecktes Areal. Gegraben habe sie noch nicht, aber die dunkle Verfärbung der rötlichen Erde des Areals gebe ein Indiz auf den vermutlichen Inhalt. „Je scharfkantiger die Verfärbungen sind, desto jünger ist der Fund. Auch Kreisgräben, eckige Gräben und landwirtschaftliche Eschegräben wurden bereits ausgemacht. Andere Flecken könnten auf Zaunpfähle oder Ähnliches hindeuten. Diese seien genutzt worden, um Felder fruchtbarer zu machen. Der bislang geschätzte Zeitraum der gefundenen Spuren: 1100 bis 500 vor Christus.

Und auch eine rechteckige Fläche mit einzelnen Kreisen darin wurde entdeckt. „Wir haben noch keinen Plan was das sein könnte“, gibt die Archäologin zu. Im Team werden bereits Späße gemacht. „Vielleicht ein Baseballfeld.“

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Um zu erkennen, um was es sich bei den unterschiedlichen Verfärbungen handelt, wird jeder Fund genau vermessen und im Computer abgespeichert. So entsteht auf dem Bildschirm nach getaner Arbeit ein Grundriss, der oft eine erste Interpretation ermögliche. Die Auswertung der Ergebnisse erfolge dann am Schreibtisch.

Vorstellen kann sich die Archäologin, dass an dieser Stelle nacheinander Menschen gewohnt haben. Die eine Gruppe habe Ackerbau betrieben, die andere habe vorher oder nachher an der Stelle gewohnt – und dort auch ihre Toten begraben. „Die wurden zusammen mit ihrem Hab und Gut eingeäschert“, da bleibt in der Regel aber nichts Besonderes über.“ Metalle seien importiert und daher selten gewesen, weshalb sie oft wieder eingeschmolzen und wieder verwendet wurden.

Ziemlich an der Oberfläche wurden auch Keramikscherben entdeckt, ein häufiger Fund. „Hier können wir aber froh sein, wenn wir mal eine Knochennadel finden.“ Wenn Menschen ein Gebiet verließen, nähmen sie alles mit, was sie noch gebrauchen können, lediglich der Müll, zum Beispiel zerbrochene Keramikschalen, blieben zurück. „Im Prinzip graben wir den Müll der Vergangenheit um“, erklärt Claudia Neutzer.

Das geschieht vorsichtig und doch zügig. Nach und nach werden Löcher ausgehoben – vorsichtig mit dem Spaten. „Wenn man Erfahrung hat, merkt man auch, ob man auf Keramik oder einen Stein stößt.“ Sollte doch etwas Besonderes gefunden werden, kommt eine Blockbergung in Frage, bei der der Fund zusammen mit dem umgebenden Erdreich geborgen wird. Das ist aus Zeitgründen nötig, da die Ausgrabungen am 8. Juli beendet sein sollen. Bisher ist sich die Archäologin sicher: „Ein zweites Stonehenge finden wir hier sicher nicht.“

Sascha Sebastian Rühl Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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