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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Brauchtum: Neue Büroräume ein Glücksfall

13.03.2019

Garrel Die Geschichte der Gemeinde Garrel erzählt von harter Arbeit, von Not und Sorge, aber auch von schönen Erfolgen. Das sagte Alt-Bürgermeister Rudi Bley am Montagabend auf der Generalversammlung des Heimatvereins Garrel. Diese Geschichte aufzuarbeiten und zu bewahren, hat sich der Heimatverein verschrieben. „Und darüber können wir glücklich sein und dankbar, dass diese Arbeit so forciert wird“, so Bley, denn „richtige Kulturschätze“ würden so zutage befördert.

Beitrag wird erhöht

Diese „Forcierung“ bringt neben zusätzlicher Arbeit auch höhere Ausgaben mit sich. Und so diskutierte die Mitgliederversammlung am Montagabend im Gasthaus „Zum Schäfer“ auch über die Anhebung der Mitgliedsbeiträge, die mit bis dato zehn Euro pro Jahr auch im Vergleich zu anderen Vereinen sehr gering ausfielen. Der Vorstand brachte eine Erhöhung um fünf Euro auf dann 15 Euro ins Spiel. Aus der Versammlung wurde aber vorgeschlagen, die Beiträge auf 20 Euro anzuheben, um auskömmlich arbeiten zu können. Denn alleine die Kosten für das „Dörpblatt“ sowie für Einladungen lägen pro Mitglied bei rund 8,50 Euro pro Jahr. Dieser Vorschlag wurde nach einiger Diskussion mehrheitlich angenommen. Nachgedacht werden soll über eine Familienstaffelung.

Nach dem traditionellen Wurstebrot- und Götteessen hatte Vorsitzender Günter Buschenlange zunächst auf das „ereignisreiche Programm“ des vergangenen Jahres zurückgeblickt. Die Heimatfreunde trafen sich zum plattdeutschen Vortrag der Flensburger Autorin Dr. Annemarie Jensen, zur Sanierung der Anlage am Amerikastein – dort wurden im vergangenen Jahr wieder mehr als 200 Amerika-Zertifikate ausgestellt – zur Morgenwanderung in Visbek, zur Radwanderfahrt nach Höltinghausen oder zur Fahrt nach Neustadtgödens.

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Neue Büroräume

Die neuen rund 200 Quadratmeter großen Büroräume wurden im Oktober bezogen – „ein Glücksfall“, betonte Vorsitzender Buschenlange und sprach den Dank in Richtung Rat und Gemeinde Garrel aus für die Übernahme der Mietkosten. Neu angeschafft worden sind sechs Computer, die mit einem zentralen Server verbunden sind. Das vereinfache die Arbeit nunmehr sehr. „In Garrel wird nun am Gedächtnis des Ortes gearbeitet. Nachfolgende Generationen werden es uns danken“, sagte der Vorsitzende. An der Arbeit im Garreler Heimatverein zeigten auch Heimatvereine aus umliegenden Gemeinden Interesse. Aus der Versammlung wurde allerdings auch Kritik am Engagement der Gemeinde geübt: Denn andernorts würde die Arbeit der Heimatvereine wesentlich stärker unterstützt, hieß es.

Kassenwart Wolfgang Tönnies wurde eine saubere Kassenführung von den Kassenprüfern Josef Tegekamp und Helmut Schwietert attestiert. Reihenweise Wiederwahlen bestimmten den entsprechenden Tagesordnungspunkt. 1. Vorsitzender bleibt Günter Buschenlange, 2. Vorsitzende Christina Lamping, Schriftführerin Agnes Meyer, Kassenwart Wolfgang Tönnies, Beisitzer Hans Gehlenborg und Ulrike Wübbelmann. Vorsitzender des Arbeitskreises „Dörpblatt“ bleibt Rolf Tapken, Vorsitzende des Arbeitskreises Geschichte, Chronik, Bildgut, Auswanderer Christina Lamping, Vorsitzende des Arbeitskreises Kultur, Brauchtum und plattdeutsche Sprache Maria Blömer. Dem Arbeitskreis Denkmalpflege, Dorfverschönerung und Umweltschutz sitzt weiter Bernhard Hackstedt vor und dem Arbeitskreis Tanzgruppen Rita Otten. Josef Tegenkamp und Helmut Schwietert prüfen erneut die Kasse.

Viel geplant

Auf drei Veranstaltungen in diesem Jahr wies Buschenlange hin: So wird zur Morgenwanderung am Tilly-See in Wardenburg unter Führung von Dirk Faß eingeladen für Samstag, 4. Mai. Treffpunkt dafür ist um 5.45 Uhr beim Dorfplatz in Garrel. Nach der Wanderung kann bei Dahms in Littel gefrühstückt werden. Anmeldungen bei Rolf Tapken unter Telefon  04474/291.

Die Radwanderfahrt führt am Samstag, 20. Juli, zum Moor- und Bauernmuseum in Benthullen-Harbern. Abfahrt ist um 13 Uhr vom Dorfplatz aus. Eine Anmeldung dafür ist ab dem 8. Juli bei Rolf Tapken möglich. Nach Rheinhessen führt eine Vier-Tages-Tour vom 29. August bis zum 1. September mit einem vielfältigen Ausflugsprogramm. Bis zum 25. März sind noch Anmeldungen möglich.

Im Anschluss an die Generalversammlung berichtete Ulrike Wübbelmann, Mitglied im Vorstand des Heimatvereins und ausgebildete Gästeführerin, über den Baumeister Johann Bernhard Hensen, der die Garreler Kirche im Jahr 1870/1871 erbaut hatte. Der Baumeister aus Sögel habe „Karriere gemacht“, betonte die Garrelerin. Das belegen nicht zuletzt die zahlreichen im neugotischen Stil errichteten Gotteshäuser im Oldenburger Münsterland, die Hensen entworfen hatte. Die erste noch neuromanisch geprägte Kirche, die Hensen im Alter von 27 Jahren noch als Autodidakt und ohne abgeschlossene Ausbildung schuf, steht in Wachtum. 1857 legte er die Prüfung zum Maurer und Zimmerermeister ab und besuchte dann die polytechnische Schule in Hannover. Einen Förderer seiner Arbeit fand Hensen in dem damaligen Bischof von Münster, Johann Georg Müller, der während seiner Amtszeit 73 Kirchen bauen ließ.

Meister vieler Kirchen

Kirchen in Harkebrügge, in Scharrel, Neuscharrel, Emstek, Essen oder Lindern schuf der Baumeister, aber auch profane Bauten wie das alte Krankenhaus in Cloppenburg oder die Ackerbauschule in Cloppenburg sowie das alte Pfarrhaus in Barßel. Von 1864 bis 1870 wurde Hensen zum Dombaumeister von Osnabrück ernannt.

Im „Zenit seines Schaffens“, so Wübbelmann, starb Hensen im Alter von gerade einmal 41 Jahren. Die Vollendung seiner Heimatkirche in Sögel erlebte er nicht mehr. Dort erinnert ein Denkmal an den großen Baumeister, der in Osnabrück beerdigt wurde. Ihre Forschung über Johann Bernhard Hensen habe sie längst noch nicht abgeschlossen, betonte Ulrike Wübbelmann.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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