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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Glaube: Diakon will über das Radio Mut machen

01.08.2018

Garrel Der rote Leitz-Ordner ist gut gefüllt. Plattdeutsche Ansprachen aus fast 20 Jahren hat Hubert Looschen darin abgeheftet. Aus den vergangenen Jahren hat er auch Mitschnitte auf CD. „Früher gab es Kassetten“, berichtet der 69-Jährige.

Der pensionierte Schulleiter, der in der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist als Diakon tätig ist, hält seit 1999 regelmäßig plattdeutsche Andachten in der Reihe „Dat kannst mi glöven“ im Radio auf NDR1. Vom 13. bis 17. August ist er wieder jeweils um 14.15 Uhr zu hören.

Die Spuren eines Fahrrades im frisch gefallenen Schnee brachten ihn Anfang dieses Jahres auf die Idee zu seinem aktuellen Thema: Spuren. Dazu erzählt er an fünf aufeinanderfolgenden Tagen Geschichten. Die Geschichten tragen Titel wie „Wat för’t Harte Daun“, „Wenn’t gaut wern schall“, „Dat Harte un siene Naarwen“. Moralischer Impetus ja, belehrend möchte Hubert Looschen aber nicht sein, missionarisch dagegen schon, verweist Hubert Looschen auf seinen Dienst als Diakon. Auf der Suche nach einer Idee googelt er auch mal, verrät der Garreler.

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„Spuren“ nun Thema

So geht es in einer seiner Geschichten um zwei Söhne, die der Vater in die Welt schickt, um auf unterschiedliche Weisen Spuren zu legen. Während der eine sichtbare Spuren in Bäumen und auf Wegen hinterlässt, hinterlässt der andere Eindruck, in dem er mit den Menschen spricht, mit ihnen feiert oder ihnen Mut macht. „Wat in’t Harte geiht, bliww alltied“, resümiert der Vater, als sie Bilanz ihres Wirkens ziehen.

Den Menschen Mut machen, das möchte auch Hubert Looschen durch seine Ansprachen und ihnen sagen, dass sie „wichtig und wertvoll sind“, sagt Looschen, gerade denjenigen, die eher am Rande der Gesellschaft stehen. „Ich hoffe, dass ich einigen Menschen gute Gedanken verschaffen kann.“

Die Garreler Krippe, die Looschen nach wie vor „begeistert“, gab ihm ursprünglich den Anlass, in dieser Reihe sprechen zu wollen. Also wandte er sich an Offizialatsrat Heinz Taphorn, der seinerzeit Plattdeutsch-Beauftragter des Offizialats war. Dass er zum „Dauerredner“ werden würde, sei damals nicht beabsichtigt gewesen.

Mit dem Thema Zeit befasste er sich in den Ansprachen im vergangenen Jahr, auch kirchliche Feste finden Niederschlag in den Ansprachen, die der heutige Plattdeutsch-Beauftragte Heinrich Siefer (Katholische Akademie Stapelfeld) nicht inhaltlich, aber auf das Plattdeutsche hin gegenliest. Auch die Plattdeutsch-Expertin Maria Blömer (Falkenberg) lässt Loo-sschen einen prüfenden Blick darauf werfen.

Positive Resonanz

Rund zwei bis zweieinhalb Minuten dauert eine Ansprache. „Mittlerweile habe ich die Länge ganz gut im Gefühl“, sagt Hubert Looschen. Bevor die Ansprachen in Oldenburg im Studio eingesprochen werden, liest sich Looschen die Texte selbst laut vor und macht sich Markierungen an Stellen, an denen es holpert.

Verhaspler kommen selbstverständlich auch bei der Aufnahme vier bis sechs Wochen vor der Ausstrahlung im Radiostudio vor. „Früher musste dann die gesamte Aufnahme neu gemacht werden“, erinnert sich Looschen. Dank digitaler Technik könne heute glücklicherweise nur die entsprechende Sequenz herausgeschnitten werden.

Viel positive Resonanz habe er auf seine Ansprachen erhalten, berichtet der Garreler. „Du bist doch der aus dem Radio“, sprechen ihn Menschen gelegentlich an. Am Hörertelefon beantwortet er am Donnerstag in der Ausstrahlungswoche zudem Fragen.

Nach 20 Jahren möchte Hubert Looschen im nächsten Jahr einen Schlussstrich ziehen. Den dicken roten Akten-Ordner wird er noch häufiger in die Hände nehmen. Denn der Garreler möchte die rund 150 Ansprachen in einem kleinen Büchlein veröffentlichen.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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