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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Als „meterweise“ bestellt wurde

10.03.2018

Garrel Ein „Herzstück der Gemeinde“: das „Onkel Wenzel“. Kultdisco, Mittelpunkt des Nachtlebens für die Garreler Jugend über Jahre und Jahrzehnte. „Total eclipse of the heart“ von Bonnie Tyler, „Thunderstruck“ von AC/DC, „Livin on a prayer“ von Bon Jovi dröhnten aus den Boxen und auf dem stumpfen Frischgrät-Parkett berauschten sich die Besucher am Rock der 80er und 90er. Auf den Tischen stapelten sich die Tabletts. Hier bestellte man „meterweise“, bedeutet: das Tablett voll mit Charly, Spritze, Arbeiter, Pernod-Cola. Dazu: Escorial Grün, Plum, Saurer...

Unzählige Beziehungen bahnten sich an der Sektbar oder im Clubzimmer an, Beziehungen, aus denen Ehen wurden. Erinnerungen an längst vergangene „Wenzel“-Zeiten, an die Hochkonjunktur des Garreler Disco- und Kneipenlebens. Das „Onkel Wenzel“ ist seit geraumer Zeit geschlossen. Und wird in der bekannten Form wohl auch nicht wieder öffnen.

Geschichten erzählen

Wer Anekdoten, interessante Geschichten und Erinnerungen, Fotos oder Informationen zu DJs aus dem „Onkel Wenzel“ hat, kann sich an die Freimarkt-Organisatorin Sonja Schmidt wenden unter freimarkt-garrel@outlook.de

Sonja Schmidt, Chef-Organisatorin des Garreler Freimarkts, der in diesem Jahr am 15. und 16. September steigt, will das „Onkel Wenzel“ wenigstens für ein Wochenende wieder aufleben lassen – eine Revival-Party als Hommage an vergangene Zeiten. Viele Ideen hat sie gesammelt und stetig werden es mehr. Über das Soziale Netzwerk Facebook hatte sie einen Aufruf gestartet. Viele Garreler, ehemalige Garreler oder „Wenzel“-Gänger aus anderen Orten – und davon gab es nicht wenige –, gaben ihr Hinweise auf DJs oder Getränke damaliger Zeit.

Sonja Schmidt ist ein Kind der 90er Jahre – „ein Arbeiterkind“, wie sie sagt. Das hat nichts mit rauchenden Fabrikschloten zu tun, sondern mit Cola und Korn. Irgendwann hat sie feststellen müssen, dass sie offenkundig eine „Arbeiter-Unverträglichkeit“ hat, anders konnte sie sich die Kopfschmerzen am nächsten Tag nicht erklären, sagt sie augenzwinkernd.

Ihre Top-5-Songs aus dem „Wenzel“: Anne Clark „Our Darkness“, The Doors „L.A. Woman“, George Michael mit „Killer (Papa was a Rolling Stone)“, Eric Burdons „The Last Drive“ und Aphrodites Child „The Four Horsemen“. Santa Esmeralda „Don’t let me be misunderstood“ auch, klar. Da gab es kein Halten, da war sie auf der Tanzfläche.

Der typische Samstagabend für sie wie für viele Garreler: Start im „Donalds Pub“ auf der Hauptstraße, dann weiter zum „Onkel Wenzel“ an der Straße Roslaes Höhe. Bis zur Sperrstunde. Dann der Pilgerzug zurück Richtung „Donalds Pub“. Das Baguette dort zum Abschluss für viele obligatorisch. Ebenso wie Schnitzel oder Frikadelle im Clubzimmer beim „Wenzel“.

Arbeiter, Charly, Spritze und weitere „Wenzel“-typischen Getränke sollen auf dem Freimarkt ausgeschenkt werden. Auch eine Sektbar möchte Sonja Schmidt im Bereich der Raiffeisenbank aufstellen. Die „Wenzel“-DJs sollen dort im Wechsel auflegen, einige haben schon zugesagt.

Das Spannende: Sie standen zu unterschiedlichen Zeiten an den Turntables im „Wenzel“ und werden einen Querschnitt der Musikgeschichte spiegeln. Mehr als zwölf Namen von DJs, die regelmäßig im „Wenzel“ aufgelegt hatten, hat sie auch dank des „Schwarmwissens“ im Internet gesammelt. Eingeladen werden sollen auch alle ehemaligen „Wenzel“-Betreiber und die Bediensteten.

Den Garreler Freimarkt, der 1985 seinen Auftakt nahm, möchte Sonja Schmidt wieder zum Treffpunkt machen, zum Pflichttermin, um alte Freunde und Bekannte wiederzusehen, die man möglicherweise jahrelang nicht gesehen hat – vielleicht zuletzt an der Sektbar im „Onkel Wenzel“.

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Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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